Quelle: ORF / 30.12.06PONGAU: Betrunkene Skifahrer verunglückt
Drei stark betrunkene Skifahrer aus der Steiermark haben Freitagabend ihre nächtliche Abfahrt von einer Skihütte bei Mühlbach am Hochkönig (Pongau) nicht gerade sanft beendet. Einer wurde schwer verletzt, zwei leicht.
Viel Alkohol
Bei dem Zwischenfall wurden ein 19-Jähriger schwer, ein 23-Jähriger sowie ein weiterer Mann unbestimmten Grades verletzt, berichtet die Polizei. Ein vierter Betrunkener kam ohne Sturz ins Tal.
Auf der "Karbachalm" hatten die Zecher größere Mengen Alkohol konsumiert.
Drei Verletzte
Nach der so genannten "Hüttengaudi" unter den Augen der Wirtsleute schnallten sich die Männer ihre Ski an und schwangen sich bei Dunkelheit auf der Familienabfahrt ins Tal. Nur einer hatte eine Stirnlampe dabei.
Auf der Hälfte der Strecke verloren drei Skifahrer das Gleichgewicht und stürzten auf den beinharten Kunstschnee der Piste. Nur einer überstand das unverletzt. Der Fahrer eines Motorschlittens bemerkte durch Zufall die Verletzten und verständigte den Bergrettungsdienst und Alpinpolizisten.
Notarzt leistet Hilfe
Die Steirer wurden von einem Notarzt erstversorgt und vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Schwarzach gebracht.
Quelle: ORF / 31.12.06SKI-UNFÄLLE: Warnung vor Alkohol-Missbrauch
Beim Thema Alkohol gebe es nicht nur Eigenverantwortung von Wintersportlern, auch Wirte könnten zur Verhinderung von Unfällen viel beitragen. Das betont der Experte Walter Würtl vom Bundesverband der Bergrettung.
"Häufiges Muster"
Drei stark betrunkene Skifahrer aus der Steiermark haben am Freitagabend - wie ausführlich berichtet - ihre nächtliche Abfahrt von einer Skihütte bei Mühlbach am Hochkönig (Pongau) nicht gerade sanft beendet. Einer wurde schwer verletzt, zwei leicht.
Statistiken mit deutlicher Sprache
Wenn man sich Statistiken im Alpenraum ansehe, dann sei es ein häufiges Muster bei schweren Unfällen.
Dass nämlich Gäste zu lange auf der Hütte sitzen und zu sehr dem Alkohol zusprechen, sagt der Alpinwissenschafter Walter Würtl vom Bundesverband des Österreichischen Bergrettungsdienstes:
"Mittlerweile etwas Gewohntes"
"Das Abfahren bei Dunkelheit kann für Ungeübte ohnehin sehr gefährlich sein, auch wenn sie nicht betrunken sind."
"Dass es mit Alkoholisierten zu immer mehr Unfällen kommt, ist für Bergretter mittlerweile etwas Gewohntes."
Viele Gefahren bei Dunkelheit
In erster Linie seien es schwere Stürze, und diese seien bei zu viel Alkohol, mangelnder Kondition und fehlender Erfahrung einfach vorprogrammmiert.
Weiters könne man sehr schnell von der Piste abkommen und nicht mehr zurückfinden:
"Immer wieder lebensbedrohlich"
"Wer das schon einmal mitgemacht hat, sich im Wald zu verirren, der kann sich das gut vorstellen, wie gefährlich das ist."
"Es kommt immer wieder zu lebensbedrohlichen Situationen. Und es wäre nicht das erste Mal, dass jemand erfriert oder an Erschöpfung stirbt."
Wer trägt Verantwortung?
Walter Würtl betont, dass neben Wintersportlern auch Wirtsleute eine Verantwortung hätten:
"Nicht volllaufen lassen im Gebirge"
"Wir als Bergretter möchten nicht den Hüttenwirten den Schwarzen Peter zuschieben. Aber wir möchten schon sagen, dass es schon auch in der Verantwortung der Wirte in den Bergen liegt, ein bisschen auch auf die Gäste zu achten.
Die Wirte wissen ja oft ungleich besser Bescheid, wie leicht oder schwierig die Abfahrt dann ins Tal sein wird. Das ist das eine.
Andererseits muss man natürlich an die Eigenverantwortung von Snowboardern und Skiläufern appellieren, dass man sich aus Gründen des Selbstschutzes im Gebirge einfach nicht volllaufen lassen soll; und sei die Runde auch noch so lustig."
Hilfreiche Tipps
Gleichzeitig wären auch Hinweise auf den Hütten wichtig, appelliert der Unfall-Analytiker.
Wenn man sagen würde "Leute, passt bitte ein bissel auf, ihr solltet noch gesund ins Tal kommen" - solche Tipps wären in vielen Fällen hilfreich. Sie würden manchen Zwischenfall im Vorfeld verhindern helfen, sagt der Alpinwissenschafter der Bergrettung.
Walter Würtl gehört auch zum Redaktionsteam des Fachmagazins "berg & steigen", das sich ohne erhobene Zeigefinger mit alpinem Risiko-Management, gefährlichem Gruppendruck, "peer group education", Trainingslehre und Sozialpsychologie auseinandersetzt.
Quelle: ORF / 04.01.07ALKOHOL AUF PISTEN?
Wirte wollen mehr auf Gäste achten
Skihütten sind ohne Alkohol undenkbar. Das sagt Anton Herzmaier, Sprecher der Salzburger Hüttenwirte, zur Diskussion um Betrunkene auf Salzburgs Pisten. Herzmaier, der acht Skihütten betreibt, kann sich eine Art "Pistenpolizei" vorstellen.
Appell an Eigenverantwortung
Jeder Skifahrer müsse selbst wissen, wie viel Alkohol er verträgt - und ab wann er besser nicht mehr auf Ski, sondern per Lift ins Tal fährt, sagt Anton Herzmaier:
"Es ist ein schwieriges Thema"
"Das liegt natürlich viel in der Eigenverantwortung der Wintersportler. Je mehr Mitarbeiter man hat, umso schwieriger wird es natürlich, dass diese sagen, okay, bei dem oder der reicht es jetzt.
Meistens geht es auch um die Bezahlung des Umsatzes, wo oft noch etwas getrunken wird. Das ist einfach ein schwieriges Thema."
Heute weniger Betrunkene als früher
Vor zehn Jahren sei auf den Hütten noch viel mehr getrunken werden. Mittlerweile habe sich die Jagatee-Kultur schon beinahe aufgehört.
Übrig blieb nur eine kleine Gruppe Unbelehrbarer, glaubt Herzmaier.
Immer öfter beobachte er auch Skifahrer, die selbst Alkohol aus dem Tal mit auf die Piste bringen. Strikte Maßnahmen wie ein Alkoholverbot auf Hütten kommen für ihn jedenfalls nicht in Frage:
"Alkoholverbot sehe ich nicht ein"
"99 Prozent bemühen sich, sind gut drauf, saufen sich nicht nieder. Und wegen dieses kleinen Haufens sehe ich ein Alkoholverbot auf den Bergen nicht ein."
Wäre Pistenpolizei sinnvoll?
Bisher ist ein solcher Vorschlag in der öffentlichen Diskussion noch von niemanden gemacht worden. Vorstellbar wäre für Herzmaier aber eine Art Ski-Polizei, die Betrunkene von den Pisten verweist.
In dasselbe Horn stößt auch Christian Ehrensberger von den Bergbahnen Werfenweng:
"Leute haben Verständnis"
"Das kann ich mir vielleicht schon vorstellen. Dass man Leute freundlich darauf hinweist - zu ihrer eigenen Sicherheit.
Ich glaube, da bringt man das schon in Griff. Viele haben schon Verständnis, bevor sie sich selbst verletzten oder jemand anderen niederfahren."
Brief an die Kollegen
Hüttensprecher Herzmaier will nun seine Kollegenschaft in einem Brief daran erinnern, an betrunkene Gäste keinen Alkohol mehr auszuschenken.
Ist das nicht wie beim Autofahren? - Setze Dich nicht alkoholisiert ans Steuer, denn so bringst Du Dich und andere in (Lebens)gefahr!!! Und so halte ich das auch beim Skifahren. Alkohol gibts, aber wenn erst herunten im Tal, so dass man dann zur Not zu Fuß den Heimweg antreten kann.
Ich habe schon so einige Hüttenabende am Berg mitgemacht, die teils bis in die Nacht gingen; mensch da haben einige mächtig gebechert. Dann kommen sie aus der miefigen Hütte an die frische Luft, bekommen einen mit der Keule auf den Kopf und wollen dann noch mit den Ski ins Tal fahren. Wie viele Worte haben mich solche Situationen schon gekostet, um an die Vernunft zu apellieren, da es immer die Möglichkeit gab, mit einem Bully oder einem Skidoo ins Tal zu gelangen. Aber meist war es doch die Eitelkeit; man fährt doch auf Ski ins Tal und nicht mit dem "Taxi". Zum Glück ist nie etwas Gefährliches passiert, da stets in einer Gruppe mit langsamer Geschwindigkeit in weiten Bögen ins Tal gefahren wurde. Nur einmal hat einer die Kontrolle verloren, konnte nicht mehr bremsen, hat fast eine andere Teilnehmerin mitgenommen und landete abseits der Piste im Wald. Im Tal kam es dann zu wilden Wortgefechten zwischen dem Teilnehemer und den Skilehrern, die die Talabfahrt begleitet haben. Meiner Ansicht nach hätten sie sich jedoch vor Abfahrt am Berg auch von der Fahrtauglichkeit der Teilnehmer überzeugen müssen. Zwar ist jeder für sich selbst verantwortlich, aber eine gewisse Verantwortung haben sie doch zu tragen, wenn sie die Gruppe ins Tal führen. Da den schwarzen Peter ausschließlich dem Betroffenen zuzuschieben ist doch etwas unfair, vor allem bei einer Vier- gegen Eins-Situation im Tal. Da war der Betroffene doch ziehmlich alleine da. Gut, sowviel zum eigenen Erlebnis. Zurück zum generellem Thema: Alkohol auf der Piste.
Was oben im Artikel auch steht, habe ich die letzten Jahre auch festgestellt: Es wird auf die Masse gesehen weniger "gesoffen". Klar gibt es Gruppen, die immer wieder auf den Putz hauen und sich vollaufen lassen. Dies ist aber m.E. weniger geworden. Ich erinnere mich immer gerne an die Bilder auf den Skihütten, wo draußen auf den Terassen die "Promillekünstler" die leeren Obstergläser an der Biertischkante aufgereiht haben und erst weitergefahren sind, wenn der Kreis auf dem Biertisch entlang der Kante geschlossen war. Dann ging es erst auf die Ski und von 2.200m bis ins Tal. Ob auf direktem Weg oder zwischendurch aufgetankt wurde entzieht sich meiner Kenntnis. Von Unfällen auf der Talabfahrt habe ich dann zwar nichts gehört, aber Kinder und Besoffene haben ja das meiste Glück.
Solche "Sauforgien" habe ich die letzten Jahre fast nicht mehr gesehen, gut nun kostet das ja auch ein paar Eurönchen mehr als vor zehn Jahren. Das kann wohl auch ein Grund sein.
Die Frage ist doch, ob man hier nicht die Wirte mit in die Verantwortung ziehen kann? Entweder, dass sie keinen Alkohol mehr an jemanden ausschenken - aber das geht ja zu Lasten des Umsatzes - oder vielmehr, dass man Betrunkene anhält, nicht mehr ins Tal zu fahren und Alternativen aufzeigt (Pistenbully, SKidoo etc.). Nun kann man keinen dazu zwingen, aber an die Vernunft kann man doch apellieren. Und wenn der Apell dann nicht von Erfolg gekrönt war und dann was passiert, könnte ich mir nicht vorwerfen, es zumindest nicht probiert zu haben. Es gibt doch nichts schlimmeres, als wenn man über das "Elend" eines Skifahrers Kenntnis hat, ihm sein Schicksal übrläßt und bei einem Unfall, der ja durchweg auch tödlich enden kann (evtl. noch Unbeteiligte betrifft), sich vorwerfen muss, nichts getan zu haben. Vielleicht bin ich, was dies angeht, auch zu sozial eingetsellt. Aber wenn es darum geht andere vor einem Unglück zu bewahren, halte ich nicht hinterm Berg. Auch wenns mir schon so manche Abfuhr gebracht hat. Doch die geht dann links rein und rechts raus, wers besser weiß ... bitte.