Quelle: Die WeltSki in Frankeich: Pistenspaß zwischen Beton und Bauernhof
425 Pistenkilometer und etliche Möglichkeiten für "off-piste"-Abenteuer - 70 Prozent aller Abfahrten liegen höher als 2000 Meter: Die französischen Winter-Arenen "La Plagne" und "Les Arcs" bieten beste Bedingungen für das Vergnügen im kalten Weiß. Über das Ambiente der Architektur allerdings kann man streiten.
Von Karl-Heinz Ludwig
^^ „Paradiski“: Seit Dezember 2003 verbindet der zweistöckige Vanoise Express die Skigebiete von Les Arcs, Peisey-Vallandry und La Plagne
Foto: pa/dpa
Das auch "La Grande Plagne" genannte Skigebiet in den Savoyen mit seinen 50.000 Betten in zehn "Satelliten" bietet für jeden Geschmack etwas: Vom Beton bis zum Bauernhof findet hier jeder das ihm genehme Ambiente.
Die französischen Skigebiete der Region gelten heute mit mehr als 140 Liften und Seilbahnen und mehr als 90.000 Betten in 20 Orten ein nahezu idealer Wintersportort.
Eigentlich wurden sie einst aus der Not geboren. Angesichts des wirtschaftlichen Niedergangs der Tarentaise, der historischen Provinz Savoyens zwischen den Gebirgsmassiven des Montblanc und der Vanoise, hatten die Bürgermeister von Aime, Mâcot und Bellentre 1961 beschlossen, auf Wintersport zu setzen. Wie es der Zufall wollte, waren just zu dieser Zeit Emile Allais, dreifacher Skiweltmeister, und sein Freund Pierre Leroux auf der Suche nach einem neuen Skigebiet. Und südlich von Aime, wo seit fast 150 Jahren in dem Bergwerk von La Plagne Blei und Silber abgebaut wurde, wurden sie fündig: Oberhalb der kleinen Bergarbeitersiedlung öffnete sich wie ein Fächer ein weites Hochplateau, eingerahmt von zahlreichen Zweitausendern, deren baumfreie Hänge zum Wedeln geradezu einluden.
Bereits fünf Jahre später stand Plagne Centre mit 3500 Betten: Der mit der Gesamtplanung betraute Architekt und Städteplaner Michel Bezançon hatte ein Konzept der "integrierten Station" verwirklicht, basierend auf dem Prinzip der kurzen Wege: Nachdem der Gast sein Fahrzeug abgestellt hat, gelangt er von der Tiefgarage direkt in seine Unterkunft, von wo er neben Geschäften, Restaurants und Arztpraxen auch zur Piste unmittelbaren Zugang hat.
Unansehnliche Bettenburgen gelten als Bausünden
Erkauft wurde diese Bequemlichkeit allerdings teuer: Zu Füßen der eindrucksvollen Kette der Schneegipfel entstanden die greulichen Bettenburgen von Aime La Plagne und Plagne Bellecôte, die auch dadurch nicht schöner werden, dass der eine oder andere Betonklotz mit architektonischen Zitaten versehen wurde, die Assoziationen an gezackte Berge oder sogar an tibetische Tempel wecken sollen.
Während im Nachbargebiet Les Arcs weiterhin die dem Geiste Le Corbusiers verpflichteten Wohnmaschinen einer Charlotte Perriand das Bild beherrschen, hat im Bereich von La Plagne seit den frühen Siebzigerjahren allerdings eine Rückbesinnung auf den herkömmlichen Baustil mit Giebeldächern und einer Verkleidung mit dem für die Südwest-Alpen grauem Lauze-Schiefer und Holz stattgefunden. In Montchavin und Champagny-en-Vanoise schließlich kam es dann zur völligen Anpassung neuer Bauten an die Bauweise bestehender Dörfer. Entsprechendes gilt für das Kulinarische: Die Palette reicht vom schlichten "Croque Monsieur", dem französischen Sandwich, über "Tartiflette", einem recht deftigen Kartoffelauflauf mit Speck, Zwiebeln und dem klassischen Savoyer Almkäse Reblochon, bis zum "Escalope de foie gras poêlé", einem in der Pfanne gebratenen, fetten Leberschnitzel.
Tiefschneefans kommen auf ihre Kosten
Die meisten der sogar in weniger schneesicheren und tieferen Lagen mit Hilfe von Kunstschnee von Anfang Dezember bis Ende April gut befahrbaren und durch den nächtlichen Einsatz von Raupen stets perfekt präparierten Hänge sind auch nach einem ausgedehnten Drei-Gänge-Menü noch problemlos zu bewältigen.
Doch das lässt sich nicht von allen Abfahrten sagen, denn abseits der Pisten bietet die Region eine Fülle von Möglichkeiten, die selbst an geübte und erfahrene Tiefschnee-Fans beachtliche Anforderungen stellen.
Vor allem der zum Teil erheblichen Lawinengefahr wegen sollte man sich dort aber nur in Begleitung eines Bergführers oder mit den örtlichen Gegebenheiten vertrauten Skilehrers bewegen. Wer dies jedoch tut und die nötige Vorsicht walten lässt, dem wird eine solche Abfahrt ein unvergessliches Erlebnis bleiben - allen voran über die unberührten Hänge der "Face Nord", der Nordseite des 3417 Meter hohen Bellecôte.
Auskunft: Maison de la France, Telefon 0900/157 00 25,
www.franceguide.com/de
Pistenspaß zwischen Beton und Bauernhof
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Pistenspaß zwischen Beton und Bauernhof
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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