Es gab schon mildere Winter wie diesen. Das geht aus alten Wetterchroniken und Temperatursammlungen hervor. Der Dornbirner Klimahistoriker Klaus Fessler hat sich einen Überblick über die letzten 1000 Jahre verschafft.
Zahlreiche Winter ohne Schnee
Dass das Wetter "verrückt" spielt, ist für Klaus Fessler völlig normal. Er hat eine umfangreiche, bisher unveröffentlichte Datensammlung zusammengetragen. Wetterchroniken sind seine Leidenschaft.
Zahlreiche Winter ohne Schnee fand er in allen Jahrhunderten, auch im Mittelalter. Damals blühten im Jänner die Äpfelbäume und im Mai konnten Obst und Getreide geerntet werden. Es gab ganze Serien warmer Winter.
Besonders in den 80er Jahren des 12. Jahrhunderts wurden die Erdbeeren im Winter reif und die Reben blühten schon im Februar.
Auch 1625 musste man zu Weihnachten in Bludenz nicht Heizen. Am Heiligen Abend haben die Jungen und kleinen Knaben im Mühlebach gebadet, liest der Klimahistoriker aus den Wetteraufzeichnungen.
Über Wetterkapriolen in Dornbirn berichtet die Schwendinger Chronik vor 154 Jahren. Im Winter 1852/53 zum Beispiel schneite es am 18. Jänner zum ersten Mal.
Milder Winter kann abrupt zu Ende sein
Und noch eine Erfahrung lässt sich aus Chroniken herauslesen: Ein milder Winter konnte abrupt zu Ende sein. Meist wenn es zuvor lange schneelos war, kam der Schnee Mitte bis Ende Jänner in Massen.