Winter kommt für Tourismus zu spät
Liftbetreiber und Hüttenwirte rechnen mit massiven Einbußen. Der Ruf nach Unterstützung aus Steuergeld wird lauter.
Crash-Kurs: Für Skiverleiher, Liftbetreiber, Sportartikelhändler und Hoteliers steigt die Gefahr, finanziell von der Piste abzukommen. Grüne Pisten und frühlingshafte Temperaturen mitten im Jänner treiben so manchem Hotelier die Schweißperlen auf die Stirn. Die Hoteliersvereinigung hat bereits Alarm geschlagen und finanzielle Unterstützung vom Staat verlangt, "bevor die Geier kreisen". Nun verspricht Wirtschaftsminister Martin Bartenstein Kredithilfe für betroffene Betriebe. Besonders kleine Hotels hoffen nun auf Linderung des finanziellen Schocks. Doch noch stärker als Hotelbesitzer leiden andere Betriebe, die rein von Ski-Touristen leben.
Abgeschnitten
Viele Gäste haben ihre Zimmer trotz grüner Pisten bezogen. Jetzt relaxen sie in der Sonne oder im Whirlpool. Dagegen bleiben Ski-Verleiher auf ihren Geräten ebenso sitzen wie Hüttenwirte auf ihren Frankfurter Würsteln und Germknödeln.
In Niederösterreich haben manche Hütten überhaupt zugesperrt. Bei anderen ist der Einkehrschwung zwar noch möglich, aber nur theoretisch: Denn so mancher Lift hat seinen Betrieb bereits eingestellt.
"Wenn wir diese Woche keinen Schnee bekommen, dann schaut es für unsere Region wirklich bitter aus", klagt Robert Wolf, Obmann des Ötscher Tourismusverbandes. "Es ist kein Gramm Schnee mehr da oben. Der Sturm und der Regen letztes Wochenende haben den letzten Rest weggeschwemmt."
Kündigungen
Am stärksten machen vielen Lift-Betreibern die ausbleibenden Tagesgäste zu schaffen. "Wenn es so weitergeht, müssen sie Personal freisetzen", befürchtet der Obmann des Ötscher Tourismusverbandes. "Einige Seilbahnen haben heuer noch nicht einmal aufgesperrt", zieht Erik Wolf, Geschäftsführer des Fachverbands der Seilbahnen eine triste Zwischenbilanz. Nur in den höher gelegenen Skigebieten sei die Stimmung derzeit gut. Wenn auch in den Semesterferien zu wenig Schnee liege, werde es für kleinere Ski- und Sesselliftbetreiber eng. Denn gerade sie verfügten meist über eine nur dünne Kapitaldecke.
Schwierig ist es heuer aber auch für große Liftgesellschaften, da die Investitionen in Beschneiungsanlage viel Geld auffressen. 127 Millionen Euro lässt sich die Seilbahnbranche in diesem Winter die Schneekanonen kosten. Das ist fast ein Viertel der gesamten Jahresausgaben der Lift- und Seilbahnbetreiber.
Skifahren bis Mai?
Von einer Verlängerung der Saison bis Ende April im Fall späten Schneefalls hält Wolf wenig: "Wir haben oft festgestellt, dass nach Ostern trotz traumhafter Schneelage nur mehr wenige Gäste kommen." Wenn in den Städten die Schanigärten offen haben, wolle kaum noch jemand Ski fahren. Das sei auch bei den milden Temperaturen in den vergangenen Tagen ein Problem gewesen. "Gibt es in den Großstädten und Niederungen keinen Schnee, denken viele nicht einmal ans Ski fahren", meint Wolf.
Das spürt auch der Sportartikel-Handel. Die Kauflust der Konsumenten hält sich in Grenzen. Die Händler bleiben auf ihrer Winterware sitzen. Viele Händler versuchen nun, das Geschäft mittels Schleuderpreisen anzukurbeln.
Artikel vom 23.01.2007, 07:08 | KURIER | Ulla Grünbacher, Irmgard Kischko
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