Schneemangel: Kurzarbeit für über 1000 Personen beantragt
Bern. SDA/baz. Der Schneemangel in den Schweizer Bergen bringt viele Tourismusbetriebe in Nöte: Eine Umfrage der Nachrichtenagentur SDA zeigt, dass dutzende Bergbahnen und Restaurants für insgesamt weit über 1000 Angestellte Kurzarbeit beantragt haben.
Am stärksten betroffen sind die Skistationen im Berner Oberland und im Wallis: Beim Kanton Bern stellten bis Mitte Februar 28 Bergbahnen, Restaurants oder Skischulen Gesuche um Kurzarbeit, beim Kanton Wallis 14 Betriebe. Betroffen sind 500 Angestellte in Bern und 400 im Wallis.
Die allermeisten Gesuche werden gestellt, weil wegen Schneemangels der Betrieb nicht aufrecht erhalten werden kann. Gerade aus Skigebieten in tiefen Lagen kommen deshalb viele Anträge.
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Von Freiburg bis St. Gallen
Im Obertoggenburg im Kanton St. Gallen meldeten laut dem kantonalen Amt für Arbeit 16 Restaurants, Skilifte und Sportgeschäfte Kurzarbeit an. Betroffen sind 160 Personen. Der Kanton Graubünden meldet 13 Betriebe mit insgesamt 130 Betroffenen, der Kanton Freiburg acht Betriebe, Appenzell Innerrhoden einen.
Im Kanton Uri haben 18 Betriebe ein Gesuch gestellt. Angaben zur Anzahl betroffener Mitarbeiter konnte Hubert Helbling, Vorsteher des kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit nicht machen. Die Sache «brenne aber unter den Nägeln». Aus den übrigen Zentralschweizer Kantonen waren wegen der Fasnacht keine Angaben erhältlich.
Hohe Hürden
Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung als Folge des Wetters besteht, wenn der Umsatz einer Firma mindestens 75 Prozent tiefer liegt als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. Die Arbeitslosenkasse zahlt den Angestellten 80 Prozent des Lohns. Für Saisonbetriebe gilt eine Wartefrist von zwei Wochen.
Allerdings sind die administrativen Hürden für die Bewilligung von Kurzarbeit relativ hoch. Der bürokratische Aufwand sei vor allem dann gross, wenn ein Unternehmen das Personal im Stundenlohn angestellt habe, sagte Beat Zutter vom Berner Amt für Wirtschaft.
Laut Zutter und laut Salvatore Ragusa von der Freiburger Arbeitslosenkasse führt dies dazu, dass nicht alle betroffenen Unternehmen einen Antrag stellen. Im Berner Oberland etwa beantragten etwa fünf Prozent der insgesamt 250 Bergbahnen Kurzarbeit, was Zutter für wenig hält.
Vereinfachungen gefordert
Die strengen Bestimmungen sind den betroffenen Unternehmen denn auch ein Dorn im Auge. Der Verband Schweizer Seilbahnen (SBS) schreibt auf seiner Website, er habe beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) schon mehrmals deswegen interveniert.
Dieses habe aber wenig Musikgehör gehabt - unter anderem, weil in den vergangenen Jahren in der Regel genügend Schnee vorhanden war. Mit der Ernennung des ehemaligen Gewerkschafters Serge Gaillard zum Direktor für Arbeit hoffe der SBS aber auf bessere Aussichten, die Bezugsbedingungen zu vereinfachen.
Die Gewerkschaften ihrerseits drängen die Firmen, auch wirklich Kurzarbeit zu beantragen. Viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter im Stundenlohn anstellten, forderten diese jetzt auf, zu Hause zu bleiben, schreibt der Schweizer Eisenbahnerverband in der neuesten Ausgabe seiner Zeitung «arbeit und verkehr». Dies sei inakzeptabel.
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Jay
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Die Basler Zeitung berichtet: