Trostpflaster für Skifahrer
München - Der missratene Winter ist nicht nur den Liftbetreibern auf den Magen geschlagen, sondern auch den heimischen Skifahrern. Um die Stammgäste wenigstens etwas für entgangene Schneefreuden zu entschädigen, haben sich die Zugspitzbahn und der AlpenPlus-Skiverbund Entschädigungen für Saisonkarten-Besitzer einfallen lassen.
Im Dezember blieben sie noch gelassen, im Januar haben sie noch gehofft, doch jetzt kurz vor Ende der Faschingsferien ist vielen Liftbetreibern klar: Dieser Nicht-Winter ist eine finanzielle Katastrophe. Auf 80 Prozent beziffert AlpenPlus-Sprecher Egid Stadler die Ausfälle in dem Skiverbund, der 75 Lifte und Bergbahnen am Sudelfeld, Spitzing, Brauneck, Wallberg und Zahmen Kaiser umfasst. Zwar habe man Rücklagen geschaffen, doch am Spitzing, wo zuletzt 15 Millionen Euro investiert wurden, „tut das schon weh”.
Gelitten haben auch die Skifahrer, die oft auf grüne Hänge statt präparierte Pisten starren mussten. 260 Euro kostet eine AlpenPlus-Saisonkarte, und deshalb hat sich der Skiverbund etwas einfallen lassen: Wer dieses Jahr eine Saisonkarte hatte, bekommt sie nächstes Jahr 25 Prozent billiger. Die Befürchtung: „Ohne diese Aktion würde wahrscheinlich die Hälfte nächstes Jahr keine Saisonkarte mehr kaufen”, so Stadler.
Besonders bitter sei, dass man nach dem Traum-Winter des Vorjahres viel mehr Saisonkarten abgesetzt habe und dank einer Vorverkaufsstelle in München auch Kunden in der Landeshauptstadt köderte. „Diese Tagesgäste sind natürlich besonders enttäuscht”, weiß Stadler. Man habe sich auch überlegt, die Saisonkarte im Sommer gelten zu lassen, den Gedanken aber wieder verworfen: „Wer eine Saisonkarte hat, will Skifahren.”
Einen anderen Weg, nämlich ein Zuckerl noch in diesem Winter, beschreiten die Zugspitzbahnen. Auch dort war der Betrieb im Classic-Gebiet um Hausberg, Kreuzeck und Alpspitze oft genug eingeschränkt. In der Faschingswoche war auch noch die Kandahar als einzige Talabfahrt wegen des heute beginnenden Weltcups gesperrt. „Deshalb können alle Wintersportler mit einem Classic-Saisonpass die Saison auf der Zugspitze ausklingen lassen”, sagte Zugspitzbahn-Sprecherin Eva-Maria Greimel. Wenn also die Saison im Classic-Gebiet am 9. oder 15. April endet, können die Wintersportler danach bis zum 1. Mai auf die Zugspitze und dort herunterwedeln oder einfach die Sonne genießen. „Das gilt auch, wenn in den nächsten Wochen noch einmal Schnee kommen sollte und sich die Verhältnisse im Classic-Gebiet verbessern”, betonte Zugspitzbahn-Vorstand Peter Huber.
An Sonnenhängen brutzelte der Schnee schnell weg
Keinen Grund, in dieser Hinsicht tätig zu werden, hat dagegen Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahn bei Oberaudorf. „Wir hatten kaum Einschränkungen, sogar die Talabfahrt war bei uns fast immer offen”, sagt er und das auf nur 500 Höhenmetern. Ihm kommt die schattige Nord-Ost-Lage zugute, während an den sonst so beliebten Sonnenhängen am Brauneck der wenige Schnne förmlich weggebrutzelt wurde. Dort war der Skibetrieb diesen Winter nur an wenigen Tagen möglich.
Entschädigungen Saisonkarten-Besitzer 06/07 (z.B. AlpenPlus)
- MartinWest
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Entschädigungen Saisonkarten-Besitzer 06/07 (z.B. AlpenPlus)
Heute im OVB/Merk.:
Zuletzt geändert von MartinWest am 23.02.2007 - 23:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Ich hänge es mal hier an, vielleicht kann man bei Bedarf den Topic-Titel noch ändern.
Die Appenzeller Bergbahnen haben ebenfalls eine Aktion für Saisonkarteninhaber gestartet und zeigen sich dabei noch grosszügiger als die AlpenPlus. Die heurigen Saisonkarten sind auch in der kompletten kommenden Wintersaison gültig!
Die Appenzeller Bergbahnen haben ebenfalls eine Aktion für Saisonkarteninhaber gestartet und zeigen sich dabei noch grosszügiger als die AlpenPlus. Die heurigen Saisonkarten sind auch in der kompletten kommenden Wintersaison gültig!
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Das ist in der Tat sehr grosszügig. Aber ich hoffe, sie schneiden sich damit nicht ins eingene Fleisch...GMD hat geschrieben:Ich hänge es mal hier an, vielleicht kann man bei Bedarf den Topic-Titel noch ändern.
Die Appenzeller Bergbahnen haben ebenfalls eine Aktion für Saisonkarteninhaber gestartet und zeigen sich dabei noch grosszügiger als die AlpenPlus. Die heurigen Saisonkarten sind auch in der kompletten kommenden Wintersaison gültig!
- MartinWest
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Ähnliches gibts auch bei der Zugspitzbahn.
Inhaber eines Saisonpasses Classic dürfen damit nun auch af der Zugspitze fahren:
Inhaber eines Saisonpasses Classic dürfen damit nun auch af der Zugspitze fahren:
Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG ermöglicht Schneespaß auf Deutschlands höchstem Berg bis zum Ende der Wintersaison
Noch vor einem Jahr waren Schneehöhen von über zwei Metern sowie beste Pistenverhältnisse von Anfang Dezember an der wunderbare Alltag aller Wintersportler. In dieser Saison ist leider das Gegenteil der Fall: Der Winter ist niederschlagsarm und die Temperaturen sind frühlingshaft. Extreme in beide Richtungen sind nichts Neues, wie die Wetterstatistik der letzten Jahrzehnte belegt. So fiel beispielsweise in der Saison 2002/2003 im Classic-Gebiet erst Ende Januar ausreichend Schnee für Wintersport.
Trotz der Wetterkapriolen in den vergangenen Monaten hat die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG (BZB) versucht, seinen Gästen gute Pistenbedingungen zu bieten – eine Beschneiung war aufgrund der warmen Temperaturen nur temporär möglich. Zwar sieht Birgit Priesnitz, Geschäftsführerin des Verbandes Deutscher Seilbahnen, "diesen Winter als Ausnahmewinter", trotzdem will ihn die BZB ihren Classic-Saisonpass-Inhabern verschönen – zumal die einzige Talabfahrt "Kandahar" aufgrund der Sperrung wegen der Weltcup-Rennen in der Faschingsferienwoche nicht befahrbar war.
"Nach dem Betriebsende im Classic-Gebiet können alle, die einen Saisonpass Classic haben, die Saison auf der Zugspitze ausklingen lassen", erklärt BZB-Sprecherin Eva-Maria Greimel. Bis zum 1. Mai 2007 kann man auf Deutschlands höchstem Berg Skifahren und Snowboarden satt oder einfach das traumhafte Panorama in der Frühlingssonne genießen. "Diese Aktion ist einmalig und gilt auch, wenn in den nächsten Wochen noch mal Schnee kommt und sich die Pistenverhältnisse im Classic-Gebiet damit verbessern", ergänzt BZB-Vorstand Peter Huber. Mit diesem Extra-Zuckerl soll die Treue der Saisonpass-Inhaber belohnt werden, denn "wir alle hoffen, dass der kommende Winter ein besserer wird", sagt Huber, "und vielleicht kommt der ein oder andere Classic-Fahrer sogar auf den Zugspitz-Geschmack."
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Heute im OVB:
Geiz ist nicht immer geil
Zu «Trostpflaster für Skifahrer» im Bayernteil: Sehr verwundert hat mich die Aussage des Geschäftsführers der Hocheck-Bergbahnen GmbH, Hannes Rechenauer, der keinen Grund sieht, in Richtung Entschädigung tätig zu werden.
Unser Fünf-Personen-Haushalt hat in den letzten vier Jahren etwa 1600 Euro für Saisonkarten bei oben genannten Bergbahnen investiert, 700 Euro davon in diesem Winter.
Man muss die Bemühungen der Verantwortlichen anerkennen, auch in dieser Saison für gute Pistenverhältnisse zu sorgen. Wenn aber die Schneefälle ausblieben und die Temperatur den Einsatz der Schneekanonen oft verhinderten, war es trotzdem nicht immer möglich, für genügend Auflage zu sorgen. Dies machte sich im Zustand des Skibelages nach nur zwei Skitagen in dieser Saison bemerkbar. Wie viele andere Bekannte haben wir beschlossen, in der nächsten Wintersaison erst wieder Karten zu kaufen, wenn die Schneelage einen ungetrübten Skigenuss verspricht.
Obwohl es keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung gibt, denken andere Verbundsysteme an Rabattaktionen und andere Anreize, um den bestehenden Kundenstamm zu erhalten und neue Kunden zu gewinnen. Während Herr Stadler («Alpen-Plus») sicher sein kann, diese Ziele mit seiner geplanten Aktion zu erreichen, hofft man bei den Hocheck-Bergbahnen auf gute Geschäfte, auch ohne in dieser Richtung tätig zu werden.
Es wäre wirklich schade um dieses wunderbare neu entstandene Skigebiet, wenn nicht nur viele auswärtige Tageskarten-Skifahrer, sondern auch bisherige Saisonkarteninhaber ins benachbarte Tirol oder in andere Regionen ausweichen würden. Geiz ist nicht immer geil; in Zeiten, in denen der Kauf einer Saisonkarte eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung darstellt, werden sich sicherlich immer mehr Mitbürger nach Alternativen umsehen.
Horst Schultz
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Ich sehe eigentlich auch keinen Grund warum Hocheck Entschädigung leisten sollte? Schließlich lief die Saison gut zwei Monate. Und man konnte rund vier Monate in Kössen skifahren.MartinWest hat geschrieben:Heute im OVB:
Geiz ist nicht immer geil
Zu «Trostpflaster für Skifahrer» im Bayernteil: Sehr verwundert hat mich die Aussage des Geschäftsführers der Hocheck-Bergbahnen GmbH, Hannes Rechenauer, der keinen Grund sieht, in Richtung Entschädigung tätig zu werden.
Unser Fünf-Personen-Haushalt hat in den letzten vier Jahren etwa 1600 Euro für Saisonkarten bei oben genannten Bergbahnen investiert, 700 Euro davon in diesem Winter.
Man muss die Bemühungen der Verantwortlichen anerkennen, auch in dieser Saison für gute Pistenverhältnisse zu sorgen. Wenn aber die Schneefälle ausblieben und die Temperatur den Einsatz der Schneekanonen oft verhinderten, war es trotzdem nicht immer möglich, für genügend Auflage zu sorgen. Dies machte sich im Zustand des Skibelages nach nur zwei Skitagen in dieser Saison bemerkbar. Wie viele andere Bekannte haben wir beschlossen, in der nächsten Wintersaison erst wieder Karten zu kaufen, wenn die Schneelage einen ungetrübten Skigenuss verspricht.
Obwohl es keinen Rechtsanspruch auf Entschädigung gibt, denken andere Verbundsysteme an Rabattaktionen und andere Anreize, um den bestehenden Kundenstamm zu erhalten und neue Kunden zu gewinnen. Während Herr Stadler («Alpen-Plus») sicher sein kann, diese Ziele mit seiner geplanten Aktion zu erreichen, hofft man bei den Hocheck-Bergbahnen auf gute Geschäfte, auch ohne in dieser Richtung tätig zu werden.
Es wäre wirklich schade um dieses wunderbare neu entstandene Skigebiet, wenn nicht nur viele auswärtige Tageskarten-Skifahrer, sondern auch bisherige Saisonkarteninhaber ins benachbarte Tirol oder in andere Regionen ausweichen würden. Geiz ist nicht immer geil; in Zeiten, in denen der Kauf einer Saisonkarte eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung darstellt, werden sich sicherlich immer mehr Mitbürger nach Alternativen umsehen.
Horst Schultz
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