Skivergnügen bei den sieben Zipfelmützen

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snowflat
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Skivergnügen bei den sieben Zipfelmützen

Beitrag von snowflat »

Der Wochenend-Skitrip: Skivergnügen bei den sieben Zipfelmützen

Wenig Zeit, aber viel Lust auf einen Winterkurztrip? Dank der Billigflieger werden aus vier Tagen Urlaub auch fast vier volle Skitage, die keine allzu großen Löcher ins Portemonnaie reißen. Eine Stippvisite ins Toggenburg.

Bild
Foto: © Toggenburg Tourismus
Wintersport in der Ferienregion Toggenburg (Ostschweiz). Boarden und Carven vor der Kulisse der sieben Churfirsten.


Der Neid hat ein Ende. Jahrelang starrten wir Nordlichter gen Süden. Genauer: nach München. Wenn ich mit Freunden und Kollegen aus München sprach und mich höflicherweise nach dem zurückliegenden Wochenende erkundigte, hieß es in neun von zehn Fällen: Och, super, wir waren Skifahren.
Doch jetzt, lieber Münchner, machen wir es euch einfach gleich. Hängen sogar noch einen oder zwei Tage dran, damit es sich richtig lohnt. Ätsch. So eine Wochenendsause muss noch nicht einmal unbezahlbar teuer sein.
Ein Beispiel. Im Internet ergatterten wir Air-Berlin-Tickets für rund 85 Euro von Berlin nach Zürich und zurück. Die Zürcher verbringen ein weißes Wochenende gern in die Flumser Berge, nach Hoch Ybrig, Flims, Laax oder auch ins Toggenburg.

In drei Stunden von Berlin in die Ostschweiz
An einem Freitagmorgen um 6.30 hoben wir in Berlin-Tegel ab, landeten eine Stunde und 20 Minuten später in Zürich, brausten um 8.30 Uhr mit dem Mietwagen los und waren kurz nach halb zehn in Wildhaus, dem Ausgangspunkt für das Obertoggenburger Skikarussell mit etwa 60 Kilometer präparierten Pisten – mehr braucht an einem Wochenende kein Mensch.
Ohne Stau und ohne schneekettenträchtige Passstraßen ist man im Toggenburg. Die Ferienregion mit Doggen (ja, den großen Hunden...) und einer Burg auf den Fahnen, die hier und da wehen, liegt zwischen dem „Heidiland“ (weiter südlich) und dem „Appenzeller Land“ (im Norden). Den Säntis, mit 2502 Metern einer der höchsten Gipfel der Voralpen, hat man stets im Blick. Wer mehr Zeit hat und das skifahrerische Können mitbringt, kann dort herrliche Skitouren unternehmen.

Standseilbahn mit Retro-Charme
Nun ist das Toggenburg wahrlich nicht der Nabel der Welt, der Schmelztiegel des internationalen Jetsets oder das Snowboard-Mekka in den Alpen (auch wenn die Schweiz an sich schon wie ein Gütesiegel für gelungenen Urlaub anmutet). Zumal einen die 60 Pistenkilometer und 19 Liftanlagen nun wirklich nicht aus den Skistiefeln hauen. Aber für ein verlängertes, gemütliches Wochenende reicht das allemal. Die Lifte sind weitestgehend recht modern, besonders oberhalb von Wildhaus kommt man mit den Sesselbahnen flott voran. Doch auch dort, wo noch nicht so komfortable Schlepplifte stehen, lohnt sich das Skilaufen, denn abgesehen vom Sonntag, wenn die Tagestouristen nicht widerstehen können (St. Gallen und Zürich sind eben nur rund eine Stunde entfernt), geht es an den Aufstiegshilfen ohne Gedrängel zu.
Die rote schmale 1210 Meter lange Standseilbahn von Unterwasser rauf zur Mittelstation Iltios vereint so viel Retro-Charme auf sich, dass man sich in einer anderen Zeit wähnt. Moderne Beschneiungsanlagen garantieren eine geschlossene Schneedecke von 1770 Metern bis ins etwa 1000 Meter hoch gelegen Tal, in Wildhaus sind etwa ein Drittel der Pisten beschneibar.

Eine gewisse Unaufgeregtheit ist allgegenwärtig
Als Unterkunft hatten wir „Stump’s Alpenrose“ gewählt. Die Familie Stump hat ihr 50-Zimmer-Domizil oberhalb des Tals erbaut, was den Vorteil hat, dass jeder Skitag direkt von der Haustür weg gleich mit einer netten Abfahrt beginnt - wahlweise nach Wildhaus oder nach Unterwasser und egal von wo man kommt, auch mit einem letzten Schwung direkt vor der Tür des Skiraumes endet. Ski-in/ski-out sagt man dazu in Nordamerika. Hier ist das eigentlich keiner besonderen Erwähnung wert, es ist, bei aller Zurückhaltung, normal. Es ist ganz sicher auch diese allgegenwärtige Unaufgeregtheit und gewisse Selbstverständlichkeit, dass viele Dinge eben nicht marktschreierisch hinausposaunt werden. Sicher, die Alpenrose der Familie Stump ist weder internationaler Fünf-Sterne-Luxus noch ein extravagantes Designhotel. Wer das sucht, ist im Toggenburg eh fehl am Platze. Aber es ist ein ordentliches Vier-Sterne-Haus, in dem persönlicher Service und kulinarische Solidität mit vielen heimischen Produkten an der Tagesordnung stehen und zu einem rundum guten Aufenthaltserlebnis führen – und das bei einem (wir sind in der Schweiz!) guten Preis-Leistungsverhältnis (pro Person im Doppelzimmer mit ausgiebiger Halbpension etwa 120 Euro pro Tag). Stump’s Alpenrose hat vieles, eine sonnige Terrasse, geräumige Balkone einen kleinen, feinen Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Whirlpool, Solarium, Kneippbad und einem 10-Stationen-Kraftraum. Einzig den Blick auf alle sieben Berge, auf die Churfirsten, kann sie nicht bieten.
Die Churfirsten, jene pittoresken geologischen Charakterköpfe der Region, stehen da, als bewachten sie die Stadt Chur, die südöstlich vom Toggenburg liegt. Und in früheren Jahrhunderten lagen sie tatsächlich auf der Grenze zum Herrschaftsgebiet von Chur. Am besten sieht man sie von der Mittelstation Sellamatt, einem idealen Sonnenbad-Flecken auf 1390 Metern, etwas oberhalb jenes Gondelausstiegs, der die Skigäste aus Alt St. Johann hoch befördert. Einer der besten Plätze für eine sonniges Mittagessen ist das Bergrestaurant „Stöfeli“. Hier ist man eine „Pantli“ (eine Bauernwurst“), eine „Salsiz“ (ebenfalls eine Wurstart) oder „Ghackets mit Hörnli“ – Gehacktes mit Nudeln. Dazu eine rote, grüne oder blaue „Rivella“ (milchserumhaltige Limonade), und hinterher vielleicht noch einen Bissen Kägi-fretli (Schokowaffel, Kägi ist tatsächlich im Toggenburg beheimatet). Den Nachmittagskaffee „Kafi Schümli“ oder gar „Kafi Schümli Pflümli“ (Kaffee mit Sahne und Pflaumenschnaps) nimmt man oben auf dem Chäserrugg (dem östlichsten der sieben Churfirsten ) in 2262 Meter Höhe bei toller Rundum-Fernsicht ein und lauscht den Schweizern, die hier im Toggenburg annähernd 70 Prozent des Gästeaufkommens ausmachen.

Auskunft: Toggenburg Tourismus , Postfach CH-9658 Wildhaus, Telefon 0041/71-999 99 11, Fax –999 29 29.
Automatisches Schnee- und Infotelefon: Telefon 0041/848-84 15 06.
Seilbahnen: www.wildhausbahnen.ch , www.chaeserrugg.ch , www.sellamatt.ch
Unterkunftstipps: Stump’s Alpenrose, Telefon 0041/71-998 52 52, stumps-alpenrose.ch . Für Familien interessant: In Wildhaus gibt es ein preisgünstiges Reka-Feriendorf mit sieben Häusern (Tel. 0041/71-999 24 92 reka.ch , ein Studio für drei Personen kostet im März ab 360 Sfr. pro Woche).
Skipass: Vier Tage kosten 170 Sfr (rund 113 Euro), sechs Tage gibt es für 218 Sfr/145 Euro.
Quelle: welt.de
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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