SÜDWEST AKTIV
WETTER / Liftbetreiber bekommen milden Winter zu spüren
Drei Schneetage reichen nicht aus
Auch Skiclubs kämpfen mit Umsatzeinbußen - Viele Kurse mussten abgesagt werden
Grüne Wiesen, statt weißen Hängen: Nicht nur Wintersportler hatten diese Saison wenig Grund zur Freude. Auch die Liftbetreiber klagen über zu wenig Schnee und ausbleibende Gäste. Schuld sind die milden Temperaturen. FOTO: ARCHIV
Nicht nur für alle Wintersportler verlief die Saison mehr als bescheiden. Auch die Liftbetreiber klagen über Umsatzeinbußen und wenig Gäste. Die Hoffnung geben sie aber nicht auf: Schließlich hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Wetter-Ausreißer gegeben.
STEPHANIE AHR
KREIS GÖPPINGEN Grüne Wiesen und milde Temperaturen: Was das Herz jedes Wanderers höher schlagen lässt, ist - zumindest in den Wintermonaten - jedem Skifahrer ein Graus. Bedeutet das doch: kein Schnee und damit auch kein Wintersport. Dementsprechend unbefriedigend verlief diese Saison auch für Schneefreunde. Die Tage, an denen die Albhänge schneebedeckt waren, ließen sich an einer Hand abzählen. Und nicht nur auf der Alb, auch in den sonst so schneereichen Gebieten, behielt das Grün die Vorherrschaft.
Aus diesem Grund hat Thomas Geiger, Geschäftsführer der Skilifte Wiesensteig, die Saison abgeschrieben. "Sogar in der sonst so schneereichen letzten Februarwoche ist nichts runtergekommen", berichtet er. Rein gefühlsmäßig glaube er nicht, dass noch Schnee falle - "aber hoffen tut man ja immer", fügt er hinzu. All zu viele Sorgen macht sich Geiger jedoch nicht: "Das ist seit 20 Jahren nun der vierte Winter, in dem so wenig Schnee fällt. Ich glaube, dass ist nur ein Ausreißer", ist sich der Geschäftsführer sicher.
Auch Manfred Stähle von der Skizunft Donzdorf ist vom Winter enttäuscht. "Aufgrund der Wettersituation konnten wir keinen einzigen Kurs anbieten - der Winterbetrieb ist komplett flach gefallen", erzählt er. Auf dem Hang der Skizunft habe man zudem nur drei Tage fahren können. Für die Begleichung der laufenden Kosten reiche das nicht aus. "Fixkosten wie Versicherung, Strom und TÜV müssen bezahlt werden - egal, ob es schneit oder nicht", verdeutlicht er. Diese Kosten müsse nun der Verein tragen. Zwar hat es, wie Stähle sagt, auch sonst schon schlechte Winter gegeben, die aktuellen Temperaturen stimmen jedoch auch ihn nachdenklich.
Mit Umsatzeinbußen hat auch Josef Thiero vom Waldskilift Schnittlingen zu kämpfen. Die Hoffnung auf Schnee hat er schon aufgegeben: "Aber zumindest kann mit den fünf Schneetagen ein Teil der Unkosten gedeckt werden", meint Thiero.
Auffällig milder Winter
"Dieses Jahr ist wirklich wenig Schnee gefallen", bestätigt Matthias Kloß von der Wetterwarte Stötten. Seit August seien die Monate durchweg zu warm gewesen. "Es gab zwar immer mal wieder Jahre mit wenig Schnee, aber dieses Mal fällt auf, dass es deutlich zu warm ist", betont Kloß.
Betroffen von den milden Temperaturen ist auch die Skizunft Uhingen. "Wir haben nur einen von vier Kursen machen können", schildert der Vorsitzende Kasra Malek: "Aber vielleicht war der maue Winter ja nur ein einmaliges Erlebnis", so Malek weiter. Sonst müsste sich die Skizunft für die Zukunft wohl andere Angebote einfallen lassen. Nun hoffen die Wintersportler, dass zumindest die Vereinsmeisterschaften Ende März stattfinden können.
Erscheinungsdatum: Mittwoch 28.02.2007
Quelle: http://www.suedwest-aktiv.de/
SÜDWEST AKTIV - Copyright 2002 Südwest Presse Online-Dienste GmbH
Alle Rechte vorbehalten!
zurück zurück zum Artikel
zurück zurück zur Ressort-Übersicht
"Drei Schneetage reichen nicht aus" - der Albwinte
- F. Feser
- Administrator
- Beiträge: 10807
- Registriert: 27.03.2002 - 21:04
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Renningen (DE) / Silbertal (AT)
- Hat sich bedankt: 771 Mal
- Danksagung erhalten: 1643 Mal
- Kontaktdaten:
"Drei Schneetage reichen nicht aus" - der Albwinte
Quelle: Neue Württembergische Zeitung // Göppinger Kreiszeitung // www.suedwest-aktiv.de