Geruhsamer Winter ohne Unglücksfälle
Lawinenwarndienst zieht Bilanz
Bad Heilbrunn – Ganz wohl war Norbert Wienke vom Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen nicht, dass er schon Ende März zur Abschlussbesprechung des Lawinenwarndienstes ins Gasthaus Ramsau eingeladen hatte. Schließlich halte Ostern gelegentlich noch eine Überraschung bereit. Doch nach einer derart schneearmen Saison könne man schon das Risiko eingehen, bereits jetzt Bilanz zu ziehen.
Dünn wie die Schneedecke des vergangenen Winters fielen die Berichte der Ortsobmänner der Lawinenkommissionen im Landkreis aus: Am Herzogstand lagen erstmals am vergangenen Mittwoch 30 Zentimeter Schnee. Auch im Bereich Fall und Vorderriß sei in den vergangenen Monaten nichts zu tun gewesen. Am Brauneck haben die Männer nur knapp zehn Skitage gezählt. Hier mussten sie erstmals in der vorigen Woche den Weg zwischen Bergstation und Tölzer Hütte genauer auf eine mögliche Lawinengefahr hin beobachten. Sperrungen seien jedoch weder hier noch im restlichen Landkreis-Süden notwendig gewesen. Im Bereich Mittenwald war dagegen laut Wienke die neu installierte Ampel an einem Lawinenstrich bei Scharnitz erstmals im Einsatz.
Hans Konetschny von der Lawinenwarnzentrale München dankte den ehrenamtlich tätigen Männern für die „geistige Frische“, die sie sich bewahren müssten, wenn wochen- oder gar monatelang kein Einsatz gefordert sei.
Anders als in Bayern, wo heuer kein einziges Lawinenopfer zu beklagen war, kamen in Tirol und in der Schweiz laut Konetschny zahlreiche Tourengänger bei Lawinenabgängen ums Leben. Dass es auch wieder anders kommen kann, daran erinnerte Norbert Wienke, der im Archiv geblättert hatte und berichtete, dass im Januar 1982 am Sylvenstein die Straße unter einer drei Meter dicken Schneedecke verschüttet worden war. Zusammen mit Brauneck-Bergbahn-Geschäftsführer Peter Lorenz hofft Wienke auf einen schneereichen Winter 2007/2008.
mm
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Jay
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Der Münchner Merkur berichtet: