Hoffnung auf versöhnliches Saisonende in Bayerns Skigebieten
Zwischen Wandern und Wedeln
(PR-inside.com 04.04.2007 16:47:09) - Voller Hoffnung blicken die Liftbetreiber in den schneesicheren
Skigebieten Bayerns derzeit auf die Osterfeiertage: Nach etwas
Neuschnee in den vergangenen Tagen sollen sich die Skifahrer auf der
Zugspitze und den Gipfeln rund um Reit im Winkel und Oberstdorf
wieder drängen und die bescheidene Saisonbilanz noch einmal kräftig
aufpäppeln, wie eine ddp-Umfrage ergab.
München (ddp-bay). Voller Hoffnung blicken die Liftbetreiber in den schneesicheren Skigebieten Bayerns derzeit auf die Osterfeiertage: Nach etwas Neuschnee in den vergangenen Tagen sollen sich die Skifahrer auf der Zugspitze und den Gipfeln rund um Reit im Winkel und Oberstdorf wieder drängen und die bescheidene Saisonbilanz noch einmal kräftig aufpäppeln, wie eine ddp-Umfrage ergab. Zumindest bayernweit droht kaum Konkurrenz: Grüne Wiesen, ein paar Pflänzchen
und vereinzelte Altschneereste prägen schon die Hänge in Sudelfeld, Brauneck und Schliersee. Auf dem Arber im Bayerischen Wald ist immerhin noch eine Piste geöffnet. «Wenn immerzu von einer Klimakatastrophe die Rede ist, denken die Leute schon nicht mehr ans Skifahren», glaubt der Leiter der Touristeninfo in Reit im Winkel, Hans Schuster. Dennoch rechnet er Ostern mit 20 Prozent mehr Gästen im Ort. Skifahren sei noch problemlos möglich, am Berg lägen noch etwa 70 Zentimeter Schnee. Die Umsatzverluste beim Tourismus in dieser Saison beziffert Schuster mit 15 Prozent - eine Größenordnung, über die sich die Liftbetreiber in Brauneck, Schliersee und Sudelfeld sicher noch freuen würden. «Die Einbußen betragen bei uns etwa 50 Prozent», klagt der Sprecher des gemeinsamen Verbunds «AlpenPlus», Manfred Küpper. Und ein paar Wanderer und Sonnenanbeter, die Ostern mit den Bergbahnen die Gipfel rauffahren möchten, könnten dies bei weitem nicht wett machen. In den höher gelegenen Skigebieten darf man sich die Hände ob der Probleme der anderen reiben. Einer OECD-Studie zufolge soll Skifahren bayernweit bald nur noch auf der Zugspitze und in Oberstdorf möglich sei. «Das kann uns langfristig gesehen sogar mehr Gäste bringen», freut sich die Sprecherin von Tourismus und Sport in Oberstdorf, Anne Riedler. Die Schneehöhen scheinen ihr jetzt schon Recht zu geben: 1,80 Meter dick ist die Schneeschicht am 2224 Meter hohen Nebelhorn. An der Zugspitze verzeichnen die Bergbahnen nach eigenen Angaben in diesem Jahr ein dickes Umsatzplus von 100 Prozent, beim angeschlossenen «Classic-Skigebiet» in Garmisch jedoch Einbußen von 40 Prozent. «Wir sind in der glücklichen Situation, sehr früh und durchgehend Wintersport anbieten zu können», sagt Sprecherin Eva-Maria Greimel. Ostern erwartet sie noch einmal täglich bis zu 3000 Skifahrer auf der Zugspitze, wo der Schnee 2,40 Meter hoch liegt. Die Zugspitze könnte auch in den kommenden Jahren noch bis zum Mai geöffnet sein. In anderen Skiorten muss künftig Ostern auf flexiblere Angebote gesetzt werden, zumal Schneekanonen nur bei Minusgraden funktionieren. Nordic-Walking etwa könne durchaus ein adäquater Ersatz für Langläufer sein, heißt es in Obersdorf. Geführte Wanderungen und Osterspiele für Kinder lockten auch Touristen an. Für den «AlpenPlus»-Verbund sind das jedoch keine Alternativen. Manfred Küpper will lieber die düsteren Klimaprognosen klein reden: «Vor zwei Jahren sind wir noch im Schnee erstickt», sagt er. Selbst wenn es immer wärmer werde, werde es noch einen Skibetrieb in Sudelfeld und Schliersee geben. In dieser Saison seien die Pisten immerhin 60 Tage geöffnet gewesen. (ddp)
Quelle: ddp