ORFDürre schon im April
Klimaforscher: "Die Wahrscheinlichkeit für einen extrem heißen Sommer steigt."
Die Landwirtschaft leidet unter der Dürre - und Bäder, die bereits geöffnet haben, werden gestürmt: Dieser April mit bis zu 28 Grad (ORF-Prognose für Freitag) verspricht Rekorde zu brechen. Aber wie sieht dann erst der Sommer aus?
Gleich vorweg: Seriöse Prognosen lassen sich für einen so weit entfernten Zeitraum nicht erstellen. Angesichts des milden Winters und des warmen Frühlings halten Experten einen extrem heißen Sommer aber für wahrscheinlich.
"Wahrscheinlichkeit steigt"
Der Klimaforscher Mojib Latif vom deutschen Leibniz-Institut Kiel sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Die Wahrscheinlichkeit für einen extrem heißen Sommer steigt."
Derzeit gibt es im Sommer in Österreich durchschnittlich neun Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius (Hitzetage), wie die Wissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb in einer Studie für den oberösterreichischen Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) festhält. Juni, Juli und August werden also an diesem Wert zu messen sein.
Bis zu 68 Hitzetage durch Klimawandel
Im Jahr 2075 soll der Durchschnittswert laut der Studie bereits bei 25 Tagen liegen, wobei auch bis zu 68 Hitzetage möglich werden. Es könnte sogar wesentlich dramatischer aussehen, wenn mit den Maßnahmen gegen den Klimawandel nur zögerlich begonnen werde und eine Stabilisierung des CO2-Ausstoßes erst 2050 einsetze, so Kromp-Kolb - mehr dazu in oesterreich.ORF.at.
Die Laune steigt
Sommerliche Temperaturen haben naturgemäß Vor- und Nachteile. Psychologen führen an, dass Menschen bei Sonnenschein ausgeglichener sind, bessere Laune haben, das Gedächtnis zuverlässiger funktioniert und die Libido steigt.
Der Sommertourismus soll durch den Klimawandel in Österreich ebenfalls boomen, sagen aktuelle Studien. Vor allem der Urlaub an heimischen Seen soll gegenüber dem Urlaub am Meer an Attraktivität gewinnen.
Niederschlagsmenge: Null
Aber die Nachteile scheinen zu überwiegen - wie man schon am Beispiel dieses Aprils sehen kann. Die bisherige Niederschlagsbilanz für Eisenstadt im April: null. In Linz waren es 0,1 Millimeter pro Quadratmeter. Bei den heimischen Bauern kommt langsam Nervosität auf: Die Winterweizenbestände brauchen schon dringend Feuchtigkeit von oben.
"In manchen Gegenden hat es seit Wochen überhaupt nicht geregnet. Diese Wetterlage ist sehr ungewöhnlich", analysierte Helmut Derka von der ZAMG in Wien am Montag im Gespräch mit der APA. Sollte es bis zum 30. April nicht regnen, "kann das in manchen Gegenden auf den wärmsten April seit Messbeginn hinauslaufen".
Gefahr für ältere Menschen
Abgesehen von der Dürre wäre ein extrem heißer Sommer auch für jene, die für Kreislaufbeschwerden anfällig sind, gefährlich. Im Rekordsommer von 2003 starben europaweit etwa 70.000 Menschen mehr als sonst in diesem Zeitraum - vor allem ältere Personen.
[/quote]KLIMAWANDEL 25.04.2007
Studie: Sommer werden immer wärmer
Eine Studie, die Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) bei einem Expertenteam um die Wissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb in Auftrag gegeben hat, zeigt, dass die Sommer deutlich heißer und trockner werden.
Dramatische Folgen
Der Klimawandel wird in Oberösterreich dramatische Folgen haben. Maßnahmen zur Eindämmung der Treibhausgase können die Auswirkungen des Klimawandels demnach nur noch verringern, aber nicht mehr aufhalten.
Zahl der heißen Tage wird sich verdoppeln
Das zeigt sich ganz deutlich in der Studie, die sich speziell die Entwicklung in den Sommermonaten angesehen hat. Selbst wenn es gelingt, den Ausstoß der Treibhausgase bis 2050 um 80 Prozent zu reduzieren, wird sich die Zahl der sommerlichen Hitzetage mit über 30 Grad bis zum Jahr 2075 mehr als verdoppeln.
Bis zu 25 Tage mit über 30 Grad
Die Zahl wird von derzeit neun auf bis zu 25 steigen. Wesentlich dramatischer sieht es aus, wenn mit den Maßnahmen nur zögerlich begonnen wird und eine Stabilisierung des CO2-Ausstoßes erst 2050 einsetzt.
Sofortiger Handlungsbedarf
Das sind Durchschnittwerte, in extremen Jahren könnte es auch bis zu 68 Hitzetage in den drei Sommermonaten geben. Werde hingegen sofort gehandelt, falle der Anstieg der Hitzetage nur halb so dramatisch aus.