Sotschi 2014 mit 50 Lift-Anlagen aus Österreich

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kerekip
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Sotschi 2014 mit 50 Lift-Anlagen aus Österreich

Beitrag von kerekip »

Sotschi/Moskau. Die Vergabeverfahren für die millionenschweren Bauvorhaben zu den Olympischen Winterspielen laufen. Auch die Firma Doppelmayr aus Österreich ist dabei. Der Weltmarktführer im Seilbahnbau hat sehr gute Chancen.

Nach Aussage von Alexander Koslowski, Geschäftsführer der russischen Doppelmayr-Tochter Skado, liegt der Marktanteil des Wolfurter Seilbahnbauers in Russland bei rund 80 Prozent. Doppelmayr hat bis zum heutigen Tage bereits den Großteil der modernen russischen Seilbahnen gebaut und ist auf weiter Piste konkurrenzlos.

Einziger ernsthafter Rivale war bisher die italienische Leitner-Gruppe. Diese ist jedoch inzwischen mit einem Marktanteil von nur 20 Prozent weit abgeschlagen.

Glückliche Fusion

Zu verdanken hat Doppelmayr seine unangefochtene Stellung dem frühen Markteintritt und einer glücklichen Fusion: Mit der Mehrheit an der russischen Firma Skado übernahm Doppelmayr 1997 auch das Kontaktnetz dieses ehemaligen sowjetischen Monopolbetriebs für Seilbahnbau. Die Verbindungen reichen bis zu den Entscheidungsträgern in den Regierungen und Ministerien in Moskau.

In Krasnaja Poljana in der Nähe von Sotschi-Stadt, wo im Jahr 2014 die Olympischen Winterspiele stattfinden werden, hat Doppelmayer bereits sechs Anlagen gebaut.

Wess’ Brot ich ess’, dess Lied ich sing’

„Im Einzelnen haben wir zwei Schlepplifte, zwei kuppelbare Sesselbahnen, eine kuppelbare achter Gondelbahn und eine fixe Sesselbahn gebaut“, zählt Ekkehard Assmann auf, der Marketing-Leiter der „Doppelmayr Garaventa Group“.

Über zukünftige Arbeiten für die Winterspiele will er allerdings nichts sagen. „Die Entscheidung liegt beim Auftraggeber, wann er mit Informationen an die Öffentlichkeit geht“, wiegelt Assmann ab. Auftraggeber der sechs fertiggestellten Anlagen war der mehrheitlich staatliche Energieriese Gazprom (Gasprom).

50 Liftanlagen könnten in Krasnaja Poljana entstehen

Ein Blick auf den Projektentwurf eines anderen Doppelmayr-Partners gibt indessen einen guten Überblick über das riesige Potenzial, das für den Wolfurter Seilbahnbauer in der Region schlummert.

Die auf Ski-Gebiete spezialisierten Landschaftsplaner Ecosign nennen drei Skigebiete, die bis 2014 ausgebaut werden sollen. 50 Lift-Anlagen könnten nach diesen Plänen in der Umgebung des Bergdorfs Krasnaja Poljana entstehen.

„Es ist schwierig, eine konkrete Investitionssumme für eine Seilbahn zu nennen“, erklärt Doppelmayr-Manager Assmann. „Einen durchschnittlichen Meterpreis für Seilbahnen gibt es nicht.“ Für die Kalkulation spiele unter anderem die Geländebeschaffenheit eine Rolle.

Bis zu sechs Millionen Euro pro Seilbahn

Russische Experten rechnen für die bisher von Doppelmayr fertiggestellten Anlagen mit einer durchschnittlichen Investitionssumme in Höhe von drei bis sechs Millionen Euro pro Seilbahn.

Die gesamten Investitionskosten für den Ausbau eines der drei olympischen Skigebiete schätzen sie auf 100 bis 150 Millionen Euro.

Neue Mitbewerber?

Bei den Vergabeverfahren für die Winterspiele 2014 in Sotschi könnten theoretisch auch neue Mitbewerber in den Ring steigen. Allerdings scheint Doppelmayr als Weltmarktführer im Seilbahnbau und führendes Untenehmen auf dem russischen Markt sehr gute Karten zu haben.

Die Doppelmayr-Bilanz jedenfalls ist eindrucksvoll: Bis heute konnte die Unternehmensgruppe, die Niederlassungen in 33 Ländern unterhält, 13.700 Seilbahnsysteme für Kunden in 78 Ländern der Welt realisieren.

Darunter sind auch Standorte, an die man bei Seilbahn-Bau nicht unbedingt denkt: Beispielsweise Südkorea, Malaysia oder Indonesien. Aber auch dort gibt es eben Berge. Und eine Seilbahn befördert eben nicht immer ausschließlich Ski-Fahrer von A nach B.
Quelle: aktuell.ru

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