(c) SNSchlechte Chancen für große Skiliftprojekte
06.08.2007 | SN
Die Chancen für große Skiliftprojekte, wie etwa neue Seilbahnen nach Obertauern, stehen schlecht. Das Land steigt auf die Bremse.
THOMAS AUINGER Interview Ideen für neue Skigebiete oder Verbindungen geistern durch die Köpfe von Seilbahn- und Tourismusmanagern. Die SN sprachen mit Horst Scheibl, Sport-stättenplaner des Landes und Chef der Arbeitsgruppe Ski.
In Obertauern werden große Pläne für neue Seilbahnen von Untertauern ins Skigebiet und eine neue Abfahrt gewälzt. Wie stehen die Chancen?
Scheibl: Es liegt kein Projekt vor. Dass die Neuerschließung von Skigebieten in Salzburg nicht genehmigt werden kann, ist eine Selbstbindung des Landes. Darüber könnte die Politik neu entscheiden. In diesem Fall besteht kein Zweifel, dass es eine Neuerschließung wäre. Jedenfalls wäre eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Die größten Probleme sind die Lawinengefahr und der Naturraum. Da können wir Experten nichts dafür. Die Projektbetreiber müssten nachweisen, dass diese Skiverbindung für die Region unabdingbar notwendig ist.
Welche Projekte hat die Ski-Arbeitsgruppe auf dem Tisch? Scheibl: So wenig war in den zwanzig Jahren, seit ich das mache, noch nie da. Es ist das ruhigste Jahr, seit 1989 die Arbeitsgruppe Skianlagen gegründet wurde. Es gibt eine kleine Nachdenkpause. Aktuelle Projekte sind der Austausch eines Doppelsessellifts durch eine Einseilumlaufbahn in Annaberg-Zwieselalm, der Umbau und die Verlängerung des Schartenlifts am Wildkogel in Bramberg, die neue Senderbahn im Angertal in Bad Hofgastein und der neue Asitz-gipfellift in Leogang. In Leogang gibt es auch die Absicht für einen neuen Lift unten, da fehlen noch Unterlagen.
Warum gibt es ihrer Meinung nach eine Nachdenkpause? Scheibl: Der Schwerpunkt ist für die Seilbahnunternehmen nach schneearmen Wintern wie dem letzten derzeit die künstliche Beschneiung. Auch Nordostlagen werden immer wichtiger.
Es gibt aber immer wieder auch die Kritik von Naturschützern, dass Skiprojekte zu großzügig genehmigt werden. Scheibl: Wir gehen sehr vorsichtig vor und schützen Naturräume. Wir bemühen uns um geordnete, maßvolle Erweiterungen und Verbesserungen. Pistenbegrünungen und sorgsame Bauweise haben bei uns hohen Stellenwert. Die Seilbahnwirtschaft ist für das Land Salzburg und besonders die südlichen Bezirke sehr wichtig. Von der Idee bis zum Bau dauert es drei bis fünf Jahre. Die Arbeitsgruppe ist eine Serviceleistung des Landes im Vorfeld zur Beratung der Seilbahnunternehmen. Dass in den zwei Jahrzehnten kein Fall beim Verwaltungs- oder Verfassungsgerichtshof gelandet ist, bestätigt uns. Nur Königsleiten-Gerlosplatte kam zum Umweltsenat, und auch da hat man sich auf ein vernünftiges Projekt geeinigt.
Jetzt wissen wir also ein paar neue Projekte, einige davon bieten durchaus Diskussionsstoff, zumal ja einiges doch total neu ist...