Milder Winter 2006/07 - bis 50% weniger Umsatz im Bern Oberl

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benjamin
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Milder Winter 2006/07 - bis 50% weniger Umsatz im Bern Oberl

Beitrag von benjamin »

Milde Winter führen zu Einbussen

Die Zahlen belegen: Das Wintergeschäft der Bergbahnen lief reichlich schlecht – bis zu 50 Prozent weniger Ertrag. Der Verband Berner Bergbahnen (BBB) setzt auf Investition und das Standbein Sommertourismus.

«Wegen der sehr schwierigen Schnee- und Wetterbedingungen war das Wintergeschäft für die Schweizer Seilbahnbranche unbefriedigend», schreibt der Dachverband Seilbahnen Schweiz (SBS). Er gibt an, dass der Verkehrsertrag um fünf Prozent auf 678 Millionen Franken zurückgegangen ist (2005/06: 712 Millionen Franken). Dieses Ergebnis liegt ganze sechs Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt der Branche.

«Der letzte Winter brachte den Bergbahnen rundum Einbussen von zehn und mehr Prozent», sagte gestern Präsident Christoph Egger vor der Versammlung der Delegierten des Verbands Berner Bergbahnen (BBB). Einige unter ihnen, die sich an der Mägisalp trafen, mussten Ausfälle von bis zu 50 Prozent verkraften. Gstaad beispielsweise. Egger: «Dennoch ist der Glaube an den Winter noch da, die Unternehmen investieren.» Der Verein lege aber Wert darauf, dass die Investitionen auch selbst finanziert werden können. «Ein Landwirtschaftsimage», so Egger, wolle man nicht: «Sollten wir öffentliche Gelder benötigen, dann welche aus der Region», sagt er, «und nicht Subventionen von Kanton oder dem Bund.»

Vorerst aber helfen sich die Bahnen untereinander. Jede grössere Unternehmung im Verein BBB ist «Götti» von zwei bis drei kleineren Liften aus dem Voralpengebiet, «um sie technisch zu unterstützen».

201,4 Mio. Verkehrsertrag

Die Berner Bergbahnen haben im vergangenen Geschäftsjahr einen Gesamtumsatz von 254,1 Millionen Franken erzielt. Davon sind 201,4 Millionen Franken Verkehrsertrag; mit 93,4 Millionen sind die Jungfraubahnen in diesem Bereich an der Spitze, gefolgt von der Bergbahnen Destination Gstaad (18,8 Millionen).

2030: Zwei Drittel Schnee

Gestützt auf die Studie zum Klimawandel der Oberländer Destinationen (wir berichteten), geht der Verband BBB davon aus, dass im Kanton Bern bis im Jahr 2030 Schneesport betrieben werden kann. «Rund zwei Drittel unserer Mitglieder werden bis dahin ihre Anlagen betreiben können», schätzt Egger. Bei einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren sei dies der Zeithorizont, auf den man jetzt hin plane. Dennoch werde die fehlende Winterambiance Einbussen zur Folge haben. Egger glaubt, dass «Unternehmen mit starkem Sommerstandbein diese Verluste kompensieren können.»

Kurzarbeit klar regeln

Der Verband Seilbahnen Schweiz und die Gewerkschaft SEV haben bezüglich der Kurzarbeit dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) einen konkreten Vorschlag unterbreitet. Er beinhaltet, dass sich Betriebe, welche diese Massnahme einführen, sich bis zum fünften Tag des Vormonats für Kurzarbeit anmelden können. Ausserdem soll die Karenzfrist von heute zehn auf neu drei Tage herabgesetzt werden. Und: Die Anforderung an den Umsatzausfall der Betriebe soll von 75 Prozent im Fünfjahresdurchschnitt auf 50 Prozent sinken. «Das ist ein pragmatischer Ansatz, der wenig kostet», folgerte Egger. Der Verein unterstütze diesen Vorschlag. Wie sich diese Kriterien auf die Branche auswirken werden, sei «schwer abschätzbar».

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