9.09.2007 22:04
Abfuhr für Seilbahn auf den Dobratsch
Luis Fuchs, Vizebürgermeister von Bad Bleiberg, erntet für seine Bemühungen, eine neue Seilbahn auf den Dobratsch zu bauen, herbe Kritik.
Eine neue Seilbahn auf den Dobratsch hat derzeit wenig Fans Foto: Santner
Um mehr Wallfahrer auf den Dobratsch-Gipfel und in die dortigen Kirchlein zu bringen, will der Bad Bleiberger Vizebürgermeister Luis Fuchs eine neue Kabinenseilbahn errichten (wir haben berichtet). Am Dienstag gab es bereits Gespräche mit der Seilbahn-Firma Doppelmayr.
"Unausgegoren." "Dieser Plan ist so unausgegoren wie seinerzeit die Rogner-Seilbahn, dass ich ihn in die Kategorie Sommerloch einreihe", sagt Bürgermeister Helmut Manzenreiter. "Was will Fuchs mit hunderten Personen am Dobratsch-Gipfel anfangen? Hier gibt es keine Spazierwege, hier ist das Gelände hochalpin und alles andere als ungefährlich, da kann man keine Niederländer losschicken, die noch nie höher als zehn Meter waren." Völlig ungelöst wäre, ob man ein Restaurant errichten müsste, weil das Wetter rasch umschlagen könne, Nebel und Wind sehr unangenehm werden.
Wirtschaftliches Desaster. "Dort oben gibt es kein Wasser, auch die Verbringung des Abwassers ist aufwändig", so Manzenreiter. Die Alpenstraße würde völlig ausreichen, um Interessierte in die Bergwelt zu bringen. "Das Seilbahnprojekt schaut eher von Beginn an nach einem wirtschaftlichen Desaster aus."
Lieber Kabinenbahn. Sepp Götz, Grüner Gemeinderat in Bad Bleiberg, sähe lieber eine Kabinenbahn von Heiligengeist auf die Rosstratte und nur noch Busse auf der Alpenstraße: "Trinkwasser hat Vorrang, nicht Tourismus um jeden Preis."
Verhandlungen. Alpenvereins-Chef Karl Pallasmann führt kommende Woche Verhandlungen über die Zukunft des Ludwig Walter-Hauses am Dobratsch-Gipfel: "Der Rückbau der Dobratsch-Lifte war ein mutiger und richtiger Schritt. Alles, was hier am Berg passiert, muss dem Wasser und der Natur unterstellt werden."
ELENA MOSER