Und dann gehen wir den Tag chronologisch durch: Nur wohin sollte es gehen? Eventuell eine neue DSB erkunden? Oder doch zum Schleppereldorado Kaunertal? Oder doch die goldene Entfernungsmitte Pitztal?
Meine Befürchtungen waren:
Kaunertal: bei nur 2 offenen Liften massiges Anstehen statt Skifahren
Pitztal: Massiges Anstehen an der SSB
Stubaier: Massiges anstehen an den Schleppern, ist ja nicht so weit von Innsbruck weg.
Nach einigem Hin und Her hab ich mich dann nach Zuratezeihens des weltweiten Netzes für den Pitztaler entschieden. Weit genug von Innsbruck weg und viel Offen. Aber die SSB. .......Musst also früh dran sein, wenn du dem Herdentrieb entkommen willst. Darum hab ich mir gleich am Vorabend den mobilen Untersatz vollgepackt, mit allem, was man so braucht und brauchen könnte und was mann dann doch nicht braucht. Hauptsache ist jedoch, man hat es mit, denn wenn man es nicht mithaben würde, würde man das entsprechende Teil sicher brauchen. Der Wecker wurde auf 7 gestellt. Bei spätestens halb Acht abfahrt, also sollte man um halb Neun am Ziel sein.
Nach einer etwas unruhigen Nacht (Danke, Herr Nachbar, dass du besoffen um halb Drei einen Radau machst, dass jetzt alle Tote vom Pradler Friedhof jetzt munter sind.) Nachdem ich dann lange nicht einschlafen konnte, begann ich zu überlegen, ob ich den spontan auf Aktion S getauften Skitag nicht doch abblasen sollte. Schließlich bin ich dann doch eingeschlafen und der Wecker hat mich tatsächlich um 7 Uhr geweckt, viel zu früh für mein Gefühl übrigens.
T –30, der Countdown läuft: Noch 30 Minuten bis zum Start. Diese halbe Stunde wurde mit diversen Tätigkeiten gefüllt, die man am Morgen so macht
T-5: ich breche zum Auto auf, vergesse aber in der Hektik den passenden Schlüssen, Folge, das Ding will nicht aufgehen.
T-0: Offizieller Start des Unternehmens: Ich bin wieder am Ausgangspunkt, meiner Wohnung und suche den Autoschlüssel, welcher gut getarnt unter dem Tischtuch liegt. Und ich suche lange, bis ich das Ding endlich finde. Ich hasse so was, und es passiert mir immer wieder.
T+5: (wenn das Auto ein Zug wäre, wäre es jetzt weg
T+10: Nachdem ich die Papiere bei T + 10 Minuten aus der Wohnung geholt habe, warte ich auf den Lift, welcher natürlich nicht kommt.
T+15:Der Lift kommt endlich. Also rein in das Ding und Runter in die Garage.
T+20: Ich besteige das Kraftfahrzeug mit dem passenden Schlüssel und den dazugehörigen Papieren.
Schlussfolgernd ist zu bemerken, dass ich kein Morgenmensch bin. Den Beweis hätte ich damit mal wieder erbracht. Ob ich jetzt noch beweisen kann, dass man am 7 Oktober vernünftig auf Brettern Hänge runterrutschen kann, wird sich noch herausstellen.
Klasse, 20 Minuten vergeigt. Was sollst, ich drehe das Radio auf, damit ich an was anderes denken kann. Im Radio der übliche Schrott, aber wozu gibt es CD Wechsler. Schnell bringt mich der richtige Song auf Stimmung. Eh schon wissen, Schifoan. Zwar fahre ich nicht nach Zell am See und auch nicht ins Stubaital, aber über so kleine Ungereimtheiten kann man hinwegsehen.
T+30: die Autobahn ist erreicht, ich beschleunige mal ordentlich und fahre fast alleine die Inntalautobahn hinauf, Durchschnittsgeschwindigkeit 130. Deppensteuer will ich ja nicht Zahlen.
T+60: Der Roppenertunnel ist erreicht. Was ist das bloß für ein dunkles Loch....
T+65: Die Autobahn ist verlassen, ich suche mich durch den Schilder- und Kreisverkehrwirrwarr in Imst. Nicht mal in London gibt es derartige Kreisverkehrskonstruktiuonen.
T+70: Die richtige Straße ist gefunden. Auch hier bin ich sehr einsam unterwegs.
T+ 110: Der Parkplatz ist erreicht. Plötzlich befinde ich mich in Deutschland. Es wird von „Brötschen,“ und anderen Sachen gesprochen. Ich beginne, mein Zeugs aus dem Auto zu räumen und und merke, dass eigentlich wenig los ist. Also macht es nichts, dass ich etwas später gekommen bin.
Nachdem ich meine 7 Sachen geschultert habe, gehe ich die 150 Meter hinauf zur Talstation. An der Kasse stehen einige Leute an, mir ist es jedoch egal, ich hab ja die Regiocard. Also gleich rein zur Bahn. Anstellen gibt es nicht. Es ist 10 nach 9, als sich der Wagen Richtung Berg in Bewegung setzt. Während der 5 Minuten vor der Abfahrt des Wagens frage ich mich, warum man damals dem Wagen runde Fenster verpasst hat. Hat der Designer der Wagen an ein Raumschiff gedacht, oder doch an ein Schiff? Ich tippe persönlich eher auf Raumschif, immerhin wird man mit einer affenartigen Geschwindigkeit hinaufgeschossen, wie nachher mein GPS Gerät bestätigen sollte (aufgrund des fehlenden Siganls und eines Bedienfehlers meinerseits wird eine Geschwindigkeit von 1183 km/h ermittelt
Nach einer monotonen Fahrt im „Raumschiff Pitz“ stiege ich endlich aus dem Schatten in das gleißende Licht des Glatschers. Ich bin jedoch erschüttert: die letzten Neuschneemengen sind allesamt den Bach hinunter gegangen. Trotzdem haben es die Gletscherbahnen offensichtlich geschafft, eine Piste zur Talstation der Mittelbergbahn zusammenzukratzen bzw. zusammenzuscheien. Die nächste Überraschung: die Piste ist knallhart. Damit hatte ich ob der Temperaturen nicht wirklich gerechnet. Uns so fallen meine ersten Schwünge etwas zaghaft aus. Auch ist die Piste hinunter etwas enger als in der Hauptsaison. Links und Rechts der Piste schaut es aus wie auf dem Mars, kein Schnee mehr. Auch musste ich feststellen, dass nur die obere Sektion der Mittelbergbahn zum Skibetrieb offen ist. Dafür macht die Piste oben aus der Ferne mal einen guten Eindruck. Nach 10 Minuten Fahrzeit stehe ich oben an der Bergstation der Mittelbergbahn. Auch hier sind die Pisten noch sehr hart, was nicht verwundert, die Nacht war klar und daher kalt. Daran habe ich nicht gedacht. Die Piste ist aber dennoch gut fahrbar. Am Mittelbergjoch II Schlepper fehlt das Seil. Ich frage mich, ob nun auch bei diesem Lift das letzte Stündlein geschlagen haben könnte. Ein Bergbahner erklärt mir aber, dass er nur ein neues Förderseil bekommt. Entwarnung also. Leider kommt immer wieder das Gletschereis raus, trotzdem mache ich hier einige Wiederholungsfahrten. Auch wird die Piste mit zunehmender Stunde immer weicher. Am Nachmittag sollte sie dann perfekt zu fahren sein. Nachdem ich 12 mal die 8er EUB frequentiert habe, wollte ich rauf Richtung Hinteren Brunnenkogel. Ich hoffte, dass die Pisten hier jetzt weicher sein würden.
Nachdem bei der GUB auch die Mittelstation offen war, wurde es erst ob der vielen Trainigsgruppen hier eng. Oben habe ich dann erst mal die anderen Leute fahren lassen, die Aussicht ist ja auch was schönes, dann ging es runter zur Mittelstation. Trotz der Trainingsgruppen, für die hier Pistenflächen gesperrt waren, ging es zügig hinauf. Nach der Abfahrt vom hinteren Brunnkogel ging es zum Brunnenkogelschlepper, merkwürdig, auch hier keine Wartezeiten. Ausserdem war beim Schlepper der Zwischeneinstieg offen. Auch auf dieser Site waren Trainigsgruppen unterwegs und dementsprechend viele Pistenflächen gesperrt. Nach dem Mittagessen habe ich mich dann etschlossen, wieder zum Mittelbergjoch zu wechseln, hier waren wenig Leute unterwegs und die Piste war jetzt butterweich. Dementsprechend gab es jetzt hier bis 3 am Nachmittag 21 Wiederholungsfahrten. Und ja, ich war der Letzte, der nochmal raufgefahren ist. Leider machen die Bahnen um 3 schon Schluss, was ich persönlich sehr schade finde. Aber was soll’s bis jetzt war der Tag voll geglückt.
Bei der Talfahrt waren auch keine Wartezeiten zu beklagen. Wie auch, die meisten Leute waren schon zu Mittag ins Tal zurückgekehrt.
Nach 10 Minuen war ich wieder im Sommer, hier wurde mir relativ schnell sehr warm. Nachdem ich entkleidet hatte, steig ich ins Auto und es ging wieder zurück nach Innsbruck.
Fazit: Ein geglückter Skitag, besser hätte es nicht sein können.
MFG Dachstein