IG Pro Frutt-Engstlenalp wehrt sich vehement gegen die Bergbahnen
Seit Juli ist bekannt, dass der bauliche Zusammenschluss von Meiringen-Hasliberg, Melchsee-Frutt und Engelberg-Titlis in Etappen erfolgen soll (diese Zeitung berichtete). Nun meldet sich die IG Pro Frutt-Engstlenalp zu Wort. Sie spricht sich generell gegen das Zusammenschlussprojekt und auch die einzelnen Etappen aus.
«Über Varianten werde gar nicht verhandelt mit den Bergbahnen», stellt IG-Co-Präsidentin Andrea Wyss aus Kriens fest. «Wir bekämpfen jeglichen Versuch der Bergbahnen um Skitourismus auf der Engstlenalp einzuführen.» Und Hans Fritschi, der als Vizepräsident von Pro Natura Berner Oberland ebenfalls Co-Präsident der IG ist, nannte das Schneeparadies in der neuen Konzeption schlicht und einfach als «Kunstschneehölle». Hintergrund ist das Begehren der Titlisbahnen bis 2008 ein Konzessionsgesuch einzureichen für den Ersatz des bestehenden Jochpassliftes (neu soll dieser Lift ins Schaftal führen) und eines komplett neuen Liftes von der Engstlenalp hinauf durch das Schaftal. «Damit wird Engstlen nicht Durchgang nach Frutt, sondern zu einem vollwertigen Skigebiet, das flächendeckend beschneit wird und die Engstlenalp zu einem Zentrum im Winterskitourismus ähnlich der Mägisalp am Hasliberg», so Fritschi. «Dies wollen wir im Gegensatz zur Alpgenossenschaft ganz klar nicht» betont Fritz Immer an der Medienorientierung, die in seinem Hotel Engstlenalp stattfand und an der am Freitag auch das Schweizer Fernsehen SF teilnahm. «Die Alp aus Grundeigentümerin steht leider auf Seiten der Titlisbahnen, dies aus finanziellen Gründen», so Immer. Die IG stehe ein für einen sanften Tourismus, wolle die einzigartige Landschaft an Engstlenalp vor Übergriffen schützen und unterstütze damit das Tourismusleitbild des Kantons Bern. «Die Bahnen glauben doch selber nicht mehr an einen Zusammenschluss, da ihnen das nötige Geld für die Investionen fehlt», so Fritschi. «Die Etappierung ist eine Mogelpackung. Es geht nicht mehr um Verbindungen, sondern um die Erweiterung von Engelberg-Titlis an begehrte Südhänge.» Doch diese neuen Hänge seien gar nicht ideal für Wintersport so Hanspeter Rohrer, Vostandsmitglied der IG und Geschäftsführer der Pro Natura Ob- und Nidwalden. Er weist auf die Problematik des Beschneiens hin. «Das Wasser wird vom weit entfernten Trüebsee herbei geführt». Zudem müssen Pisten, die flächendeckend beschneit werden erst planiert werden. «Dies ist bei der schroffen Felslandschaft im Schaftal jedoch nur mit allergrössten Eingriffen möglich.» Die IG Pro Frutt-Engstlenalp wartet nun die Eingabe des Konzessionsgesuches der Bergbahnen Engelberg-Titlis ab und wird dann Einsprache machen um das Projekt zu verhindern. Die Umweltschützer wurden bereits anfangs Mai an einer Sitzung auf dem Brünigpass durch die Bergbahnen über die neuen Pläne informiert. Auf die Frage, warum sie deren Vorhaben erst jetzt öffentlich bekämpfen, gab Co-Präsidentin Andrea Wyss zur Antwort: «Das Sommerloch ist für einen öffentliche Information nicht attraktiv genug.»