Quelle: Hamburger AbendblattObertauern: Dank der günstigen Lage gilt der Ort als Schneeloch
Weiße Spielwiese für Wintersportler
Skifahrer können die Region ganz umrunden - oder sie wagen die schwarzen Pisten.
Wenn alle sich fragen: "Wo ist der Schnee?", dann fällt er in Obertauern - meistens zumindest. Es ist nicht so, dass der kleine Ort in den Radstädter Tauern im Salzburger Land über Mittel verfügt, die Wolken umzuleiten. Aber aufgrund seiner Höhe und der günstigen Lage schneit es dort häufiger als in den meisten anderen Orten Österreichs.
Sehr groß ist das Wintersportgebiet nicht. Rund 100 Kilometer Piste führen einmal rund um das Dorf, das am Anfang des vergangenen Jahrhunderts nur aus einer Handvoll Hotels, einer Kirche und dem Friedhof der Namenlosen bestand. Hier liegen all die Unbekannten begraben, die beim Versuch, den Tauernpass zu überqueren, von Lawinen verschüttet wurden oder erfroren. 1920 zogen die ersten Skifahrer die Berge hinauf - damals noch zu Fuß. Mit ihren Füßen trampelten sie anschließend die Pisten platt. 30 Jahre später, als der erste Tellerlift gebaut war, gab es für eine Stunde "Pistentreten" drei Freifahrten, erzählt eine Chronik der Liftgemeinschaft.
Heute gibt es 26 Lifte, die hoch zu den mächtigen Zweitausendern führen: auf die Seekarspitz und die Gamsleitenspitz, die Zehnerkarspitze und den Hundskogel. Verbunden werden sie durch die Tauernrunde: Die Pisten wurden so angelegt, dass Skifahrer und Snowboarder fast überall in Obertauern die Runde beginnen und den Ort umfahren können. Rund zwei Stunden sind dafür erforderlich. Wem das zu viel wird, der kann ins Tal abfahren und muss - schlimmstenfalls - ein paar Schritte bis zu seinem Hotel zu Fuß gehen. In einem weit abgelegenen Tal hängen bleiben kann er dagegen nicht.
Die Tauernrunde lässt sich im Uhrzeigersinn fahren - das ist die rote Richtung - oder dagegen, auf der grün gekennzeichneten Tour. Schilder mit Pistennummern und dem farblich unterlegten Schriftzug "Tauernrunde" weisen den Weg. Daneben gibt es große Pläne an den Liftausgängen, die das Skigebiet im Überblick zeigen - nur ist die Tauernrunde hier nicht eingezeichnet. Auf den Faltplänen für die Hosentasche ist zwar die Runde markiert, es fehlen aber die Pistennummern. Doch wer sich einmal orientiert hat, findet problemlos seinen Weg durch das Gebiet.
Auf der Tauernrunde lohnt sich ein Extraschlenker über die Pisten. Andernfalls reihen sich besonders auf der grünen Variante viele Ziehwege aneinander. Skifahrer und Snowboarder können also getrost einige Lifte doppelt fahren. Besonders bequem ist das bei der Schaidbergbahn: Sie hat beheizte Sitze, und eine Plastikhaube schützt vor dem Wind.
Für kalte Finger und rote Gesichter entschädigen lange Abfahrten, etwa von der Liftstation der Panoramabahn auf 2208 Metern Höhe vorbei an der Grünwaldkopfbahn bis hinab nach Obertauern. Von dort können Skifahrer mit den Kabinen der Zehnerkarbahn auf der gegenüber liegenden Seite wieder hochfahren. Früher erledigten das zwei Gondeln - das ehemalige Lifthaus ist heute eine bewirtete Hütte, die Gamsmilchbar. Wer auf Tee oder Glühwein steht und sich mittags nach einem Germknödel sehnt, kann auch in eine der vielen alten Almhütten einkehren. Die Alte Alm nahe der Schaidbergbahn zum Beispiel ist schon seit mehreren Generationen in Familienhand. Hinter der Hütte liegt die schwarze FIS-Abfahrt. Schwarze Pisten sind ansonsten selten - die Tauernrunde besteht ausschließlich aus blauen und roten Abfahrten. Oft sind nur kleine Teilstücke als "schwierig" eingestuft. Wer mehr Herausforderung sucht, sollte die Gamsleitenbahn II hinauffahren. Bei Neuschnee tummeln sich hier die Snowboarder und ziehen ihre breiten Spuren durch den Schnee. Schon nach kurzer Zeit bilden sich erste Buckel, die - einmal gefroren - selbst guten Skifahrern den Schweiß auf die Stirn treiben. Die Buckelpiste gilt als eine der steilsten Europas. Auch von der Hundskogelbahn führt eine schwarze Piste ins Tal.
In Obertauern können Wintersportler von Ende November bis Anfang Mai Ski fahren. Es ist dort sehr schneesicher, bestätigt die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien. Ein Grund sei die Höhe: Obertauern liegt auf 1740 Metern und damit so hoch wie nur wenige andere Orte in Österreich. Zudem bekomme Obertauern aufgrund seiner Lage Schnee aus Norden und aus Süden ab, der dann - weil es kalt ist - lange liegen bleibe. Trotz der hohen Schneesicherheit stehen im Gebiet mehr als 300 Beschneiungsanlagen - Propellerkanonen und Schneelanzen.
Eine Überraschung für Kinder gibt es an der blauen Abfahrt der Schaidbergbahn. Hier liegt die "Geisterbahn". Ein Skelett am Eingang weist den Weg zwischen den Bäumen hindurch, vorbei an schaurigen Gestalten. Auch für die Erwachsenen gibt es "Spielsachen": Am Sonnenlift 3, der Schönalmbahn, der Kehrkopfbahn und dem Kirchbühllift können sich Skifahrer an der Zeitmessstrecke anzeigen lassen, mit wie vielen Stundenkilometern sie ins Tal rasen. Und an der Kehrkopfbahn liegt ein Funpark - der Longplaypark - mit Sprüngen und Rails. Jeden Donnerstag wird die 1,5 Kilometer lange blaue Abfahrt an der Edelweißbahn in Flutlicht getaucht - bis 22 Uhr ist Nachtskilauf.
Für alle, die das Langlaufen dem Abfahrtski vorziehen, werden drei Loipen präpariert: Die sechs Kilometer lange Hundsfeldloipe erstreckt sich quer durch das Naturschutzgebiet Hundsfeldmoor. Die Weltcup-Loipe führt auf zehn Kilometern Länge zur Felseralm. Und etwa vier Kilometer nördlich von Obertauern liegt der Einstieg zur 20 Kilometer langen Gnadenalmloipe.
Obertauern: Weiße Spielwiese für Wintersportler
- snowflat
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Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
- e.j.
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ja so ist es in Obertauern, bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass in Obertauern auch der Apres Ski wahnsinnig Spaß macht, nicht zuletzt wegen der legendären Lürzer Alm, auch in der Edelweißalm (früher Edelweißhütte), in der Mankeialm und an den vielen Schirmen usw.
Meines Wissen ist Montag und Donnerstag Nachtskilauf an der Edelweißpiste, denke nicht, dass dies geändert wurde.
E.J.
Meines Wissen ist Montag und Donnerstag Nachtskilauf an der Edelweißpiste, denke nicht, dass dies geändert wurde.
E.J.