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Wintersport
Ein eiskalter Job für den Bully auf der Piste
Von Michael Kirchberger
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40 Kubikmeter Wasser pro Stunde für eine Schneekanone ist ein bisschen viel, oder?15. Dezember 2007 Martin Sohler schaut mit zusammengekniffenen Augen zum Himmel. Kein Wölkchen in Sicht, keine Chance auf auch nur eine Schneeflocke. Aber die Temperatur stimmt. Hier im Montafon, einem der beliebtesten Wintersportregionen nördlich des Alpenhauptkamms, erwarten die Pisten-Mannschaften heute Nacht etwa fünf Grad Frost bei niedriger Luftfeuchtigkeit. Ideale Bedingungen, damit Sohler seinem Spitznamen gerecht werden kann. Herr „Holle“ nennen ihn die Touristen und manche seiner Kollegen. Er ist der Schneemacher des Skigebiets Silvretta Nova, der mit vier Mitarbeitern und insgesamt 59 Propellerschneekanonen für gute Wintersportbedingungen sorgt, wenn der Himmel nicht mitspielt. Der Job ist jedoch fern jeder Romantik zu beschreiben. Es ist ein knallhartes Geschäft, der Pistendienst.
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Von 0 bis 20 Grad minus können die Technoalpin Propellermaschinen Schnee erzeugen. 40 Kubikmeter Wasser vernebelt ein Gerät durchschnittlich in der Stunde, das entspricht der Füllmenge eines stattlichen Swimming-Pools.
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Wenn man sich das als 40 Meter hohe Säule vorstellt, kann man ja quasi zuschauen, wie der Wasserstand mit 67cm pro Minute sinkt. Nur wo bleibt der Schnee dabei? Das Wasser alleine hat schon ein Volumen eines Würfels mit mehr als 3 Meter Kantenlänge und wenn daraus Schnee wird, muss man das Volumen sicher mit 5-10 oder mehr multiplizieren.
Ist 40 Kubikmeter Wasser pro Stunde für eine Schneekanone realistisch oder brauchen nicht vielmehr alle 59 Schneekanonen pro Stunde ingessamt 40 Kubikmeter Wasser? Bisher dachte ich, dass eine Schneekanone +/- 1 Kubikmeter Wasser verbraucht.