Nachdem der letzte Weihnachtseinkauf am Donnerstag in der Mittagspause über die Bühne ging, konnte der Samstag kommen. Während andere sich an den Kassen die Füsse in die Beine gestanden haben, bekamen die "Freaks" auf der Piste nichts davon mit. Freaks deshalb, weil es doch tatsächlich Leute geben soll, die am Weekend vor den verdienten Weihnachtsferien (die sie in den Bergen verbringen) in die Berge fahren um sich dort an den Sonnenstrahlen zu ergötzen. Der Hasliberg als Sonnenhang mit 360° Aussicht eignet sich hierfür ganz besonders. Erst recht da er über Luzern - Brünig ziemlich schnell aus Basel erreichbar ist, viel Abwechslung bietet und über einige Hochleistungsanlagen verfügt... Doch der Reihe nach!
Anfahrt: Basel - Härkingen - Luzern - Brünig - Hasliberg-Wasserwendi
Wetter: Wie schon die ganze Woche: unten Hochnebel, oben Sonne.
Temperatur: Aufgrund der Inversionslage am Berg recht warm (ca. -2°).
Schneehöhe: Tal ca. 20cm, Berg ca. 100cm. Alle Arten von Schnee und Eis. Am Glogghüs teilweise sehr grosse Abbrüche.
Anlagenstatus:
8EUB Reuti - Bidmi - Mägisalp
8EUB Mägisalp - Alpen Tower
6EUB Wasserwendi - Käserstatt
6KSB Hochsträss
4KSB Hääggen
4SB Glogghüs
2SB Mägisalp
2SL Balisalp
2SL Hohbiel
2SL Spycher
2SL Tschuggi
1SL Winterhalde
1SL Seemad
1SL Leitistock
Pistenstatus:
Alles offen ausser
20 Talabfahrt Hohfluh
Wartezeiten: Was ist das?
Gefallen:
- Gutes Wetter
- Alle Pisten offen und meist in gutem Zustand
- Gangloff Spacecab Kabinen
- Aussicht vom Alpentower & Blick vom Glogghüüs in Richtung Melchsee-Frutt
Nicht gefallen:
- Parkgebühr von CHF 7.- in Hasliberg Wasserwendi
- Einige braune Flecken auf der Talabfahrt
Nach der Bezahlung von stolzen CHF 7.- an der Talstation Wasserwendig ging es direkt mit der 6EUB hinauf nach Käserstatt. Oben angekommen begann gerade der Lorenz zu hämmern und so gings ganz nach oben auf Hochsträss.
Die ersten Berggipfel werden von den Sonnenstrahlen geweckt. Eiger und Mönch haben bereits Sonne während Grindelwald noch im Schatten liegt.
Dann endlich kommt die Sonne mit aller Kraft. So tief wie heute steht sie erst wieder in einem Jahr und doch gehts schnell, bis die Pisten angenehm weich werden.
Die 6KSB Sunne Expräss mit der Eigernordwand im Hintergrund. Tolle Beschäftigungsanlage von Leitner, die allerdings sehr windanfällig ist. Der obere Teil verläuft praktisch ungeschützt dem Grat entlang.
Am Sunne Expräss vergnügten wir uns einige Zeit auf praktisch leeren Pisten. Als dann der Betrieb etwas zunahm gings weiter nach unten in Richtung Balisalp. Bei so vielen Pisten fällt die Wahl nicht leicht!
Mit der 6EUB kamen noch immer ständig neue Gäste ins Gebiet und doch wurde es nur unwesentlich voller... vorbei an einigen Hütten und Ställen gings zum Skilift Balisalp. Eine herrlich flache, blaue Piste führt ca. 200Hm zur Talstation.
Wieder hinauf mit dem 2SL Balisalp bis zum Berghaus Käserstatt. Der Lift verfügt über eine leichte Rechtskurve und führt über weite Wiesen. Irgendwie hat die Balisalp etwas mystisches an sich. Die Lage zwischen Wald und Weide, die flache Piste und der Duft von heizenden Holz-Cheminées ergeben eine ganz besondere Stimmung. Oben angekommen gings gleich weiter...
Vom Berghaus Käserstatt führt ein kurzer aber steiler 2SL zum Hohbiel hinauf. Top präparierte schwarze Piste mit gleichbleibendem Gefälle und eine grandiose Aussicht warten oben. Der Flugplatz Meiringen und der Brienzersee versinken im Nebelmeer.
Höchste Zeit, die Seite zu wechseln. Via SL Winterhalde gings rüber zur Mägisalp und gleich hinauf zum Alpentower. Anders als die Hänge am Hochsträss liegt der Alpentower praktisch pausenlos im Schatten.
Als erstes mal die schwarze Piste testen... SO muss eine Piste aussehen. Steil, präpariert, schattig und Pulverschnee. Der Blick in Richtung Glogghüs zeigt sonnige Hänge und teilweise grosse Schneeabbrüche bei Geländeübergängen.
Unerklärlicherweise waren die Pisten am Alpentower leerer als leer - obwohl der Schnee hier eindeutig besser war als an den Sonnenhängen. So gings denn ein paar Mal zum 2SL Tschuggi und irgendwann so gegen 11:30 zum Mittagessen. Von der Terasse des Alpen Towers hat man eine grandiose Aussicht in Richtung Sustenpass...
...und Triftgletscher.
Nach einer Portion Spaghetti Carbonara zu einem bezahlbaren Preis war die Piste 19 "Sunshine" an der Reihe. Letzte Woche offenbar noch unpräpariert wurde seither gearbeitet. Oben noch einige wenige Steine, unten dann perfekt. Der Hochnebel löste sich stellenweise doch noch auf...
Weils so schön war gleich nochmal... von Hasliberg Reuti gings in Gangloff Spacecab Kabinen gen Mägisalp. Die neue 8EUB ist einfach eine Augenweide - schade dass nicht mehr Anlagen mit Gangloff Kabinen ausgestattet werden. Ziemlich schickes Design! Auch das Vorgängermodell sieht top aus...
Der Blick zurück zum Alpentower:
Für den Nachmittag blieben noch zwei bisher ungetestete Anlagen: die beiden 4er Sesselbahnen am Glogghüs. Während die untere Anlage kuppelbar ausgeführt wurde, kriecht man oben mehr als dass man fährt. Dennoch sind die erschlossenen Pisten es wert, die lange Liftfahrt mehrfach auf sich zu nehmen.
Besonders geil ist der "Katapult"-Ausstieg bei den älteren Garaventa Sesselbahnen. Einfach nur aufstehen an der Bergstation - der Lift sorgt für die korrekte Geschwindigkeit des Skifahrers. Ganz ohne abstossen.
Am Glogghüs angekommen zeigten sich erste Wolkenfelder aus Süden. Dennoch Postkartenwetter!
Später gings nochmal hinauf zum Alpentower und anschliessend nochmals zurück zum Glogghüs. Die Piste kurz vor der Mägisalp war ziemlich eisig...
Und dann... quasi als Zückerli kletterten wir die 50m hinauf zum Aussichtspunkt beim Glogghüs. Es sollte sich lohnen! Einige hundert Höhenmeter unter unseren Füssen lag der Melchsee... ein Gebiet dass uns irgendwie bekannt vorkam...
Fazit:
Ein Tag an dem man nur wenig hätte besser machen können! Als Tagesausflugsgebiet ist Meiringen-Hasliberg nahezu ideal und bietet alle Schwierigkeitsgerade an. Lediglich die geografische Lage als Südhang macht dem Gebiet einen Strich durch die Rechnung! Dennoch gerne wieder!