Skiurlaub: High in Zermatt – warum Skifahren süchtig macht

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snowflat
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Skiurlaub: High in Zermatt – warum Skifahren süchtig macht

Beitrag von snowflat »

Skiurlaub: High in Zermatt – warum Skifahren süchtig macht

Verschneite Pisten, leere Lifte und ein traumhaftes Panorama. Skifahren im Schatten des Matterhorns gehört zu den Highlights für jeden Schneehasen. Unser Autor war nach elf Jahren erstmals wieder im Skiurlaub. Und musste sich die Frage stellen: Warum war ich so dumm und habe so lange darauf verzichtet?

Das "Matterhorn Ski Paradise" gehört zu Europas größten Skigebieten. Über 183 km markierte Pisten locken viele internationale Gäste an.

Mein Körper ist hinüber, mein Geist tanzt Schneewalzer. Ich sitze in einem dunklen Kellerraum in der Schweiz, habe mich soeben meiner Skistiefel entledigt. Wie kleine Schornsteine dampfen sie, verbreiten einen seltsamen Smog in dem kleinen Raum. Unerwartete und nebulöse Erinnerungen steigen auf und lassen mich lächeln. Man sagt, dass Gerüche der stärkste Anker unserer Erinnerung sind. Es stimmt. Der Geruch meiner Stiefel führt mich zurück.
In die Kindheit. Wie ich zwischen den Beinen meines Vaters mit fünf Jahren die Piste herunterschlitterte. Wie ich das letzte Mal als pubertierender Jugendlicher die Jungfrau (wie passend) herunter fuhr. Und vor allem, wie ich so dumm sein konnte, in den letzten elf Jahren keinen Skiurlaub zu machen.

Verliebt im Schnee
All diese Gedanken schießen mir auf einmal durch den Kopf. Jetzt, nachdem ich den ersten Tag über die Pisten am Fuße des Matterhorns geglitten bin. Jetzt, da ich endlich mal wieder auf den Brettern stand, die das Glück bedeuten. Mit dem Skifahren ist es ein wenig wie mit dem Verlieben. Alles fliegt, rauscht, ist überbelichtet. Glück ist wie frisch gefallener Schnee, blendend schön, und beide verrinnen in der Hitze des Lebens.

Jeder, der schon ein mal Ski oder Snowboard gefahren ist, weiß, wovon ich spreche. Das Gefühl, von einer Skihütte auf die Welt herab oder die Gipfel hinauf zu schauen, ist eigentlich unbeschreiblich. Die Synapsen knallen. Ein Hochgefühl. Gäbe es eine Droge, die dieses Gefühl erzeugt, die ganze Welt wäre abhängig. Doch solch eine Droge gibt es nicht, also muss man nach Zermatt. Und wie das mit Genusssüchten so ist: Sie sind teuer.
Wer nach Zermatt reist, hat entweder viel Geld – oder sehr viel Geld. Hier ist es wirklich nicht billig. Aber hey, wer behauptet, Skifahren sei billig, hat es entweder noch nie erlebt oder zu viele Jägermeister getrunken. Meine ersten Eindrücke von Zermatt: Nett, gediegen, akkurat. Die Schweiz eben. Aufregend unaufgeregt. Und "es hat Schnee“. 365 Tage im Jahr. Wer einen Gletscher hat, braucht den Klimawandel in den nächsten zehn Jahren nicht zu fürchten. Die Pisten sind hervorragend präpariert, im Ort bekommt man alles, was der Skifahrer von heute braucht, und selbst in der Vorsaison ist der Ort nicht ausgestorben.

Wer es einmal macht, wird süchtig
Trotz hoher Preise oder gebrochener Knochen: Ich kenne niemanden, der sich vom Skifahren abgewandt hat. Niemanden, der es versucht hat und danach sagte: „Ganz nett, aber Skifahren ist nicht mein Ding.“ Tennis, Fußball, Badminton – in jeder Sportart gibt es Menschen, denen nach dem ersten Ausprobieren die Lust vergeht. Nicht so beim Berghinunterstürzen. Wer es einmal macht, wird süchtig.
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Es ist eine schöne Sucht. Nein, es ist die schönste Sucht. Als ich so da oben stehe, unter mir die Alpen und das leise Klicken der Bindung, denke ich mir: „Du Idiot hast doch tatsächlich freiwillig elf Jahre auf diesen Moment verzichtet.“ Aber es ist nie zu spät. Was ist also Ihre Ausrede in diesem Jahr? Perfekte Schneeverhältnisse, wohin man reist. Österreich, Schweiz, Italien, Polen, ja selbst auf der Zugspitze kann man abfahren. Ich bin in diese wunderbare Welt zurückgekehrt. In dem Moment, als ich meine durchgeschwitzten Skischuhe im trostlosen Keller in den Händen halte, weiß ich: Wieder zurück. Wieder hierher. Nicht gesucht, aber gefunden.
Quelle: Welt
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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