Quelle: NÖN
2.1.2008
Print-Ausgabe
Tagesgäste „stürmten“ Skigebiete der Region
BEZIRK SCHEIBBS / Traumhafte Bedingungen sorgten für großen Andrang, aber auch für viele Unfälle. Zwei Mal kam der Heli.
VON CHRISTIAN EPLINGER
Die Liftbetreiber und Tourismusverantwortlichen jubeln: Perfekte Pisten-, Loipen- und Wetterbedingungen ließen in der ersten Ferienwoche die Kassen in den Tourismusgebieten des Bezirks klingeln. Vor allem am vergangenen Freitag und Samstag wurden die Skigebiete regelrecht gestürmt.
Am Hochkar verzeichnete man alleine am Samstag 5.700 Lifteintritte. Am Tag zuvor waren es nur um 300 weniger. „Wir haben optimalste Bedingungen auf allen Pisten, obwohl wir das letzte Mal Ende November künstlich beschneit haben“, freut sich Betriebsleiter Heinz Huber.
Jubelstimmung herrscht auch am Ötscher. Knapp 4.000 Skigäste verzeichnete man am Samstag. „Wir haben bislang eine super Saison“, sagt Betriebsleiter Walter Friedl. Der Sonnenschein und die warmen Temperaturen in höheren Lagen locken zahlreiche Ski- und Snowboarder und auch Langläufer an. Gleiches vermelden auch die kleineren Skigebiete wie Maiszinken, Kasten, Puchenstuben oder Hochbärneck.
Staus, Wartezeiten am Lift und viele Pistenunfälle
Doch es gibt auch die Kehrseite der Medaille. Neben zahlreichen Staus - von Wieselburg beginnend bis nach Lackenhof und auf der Hochkar-Mautstraße - bis hin zu längeren Wartezeiten an den Liften. „Am Samstag waren die Parkplätze ausgelastet und die Wartezeit beim Lift betrug bis zu 20 Minuten. Aber die Gäste hat dies weniger gestört. Sie ließen sich in dieser Zeit einfach die Sonne ins Gesicht scheinen“, schildert Heinz Huber.
Doch der rege Betrieb auf der Piste führte auch zu vielen Unfällen. Derzeit vergeht kein Tag ohne mehrere Rettungseinsätze am Hochkar oder Ötscher. Zwei Mal musste auch schon der Notarzthelikopter auf das Hochkar ausrücken. Ein 41-jähriger Kilber stürzte - ohne Helm - bei einem Sprung mit den Skiern im Fun-Park auf den Hinterkopf und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Eine 27-jährige Wienerin war mit ihrem Snowboard außerhalb der gesicherten Piste unterwegs und übersah ein Schneeloch. Sie wurde von der Bergrettung und Mitarbeitern der Liftgesellschaft geborgen und mit Verdacht auf Wirbelverletzungen vom Notarzthubschrauber ins Landesklinikum Waidhofen geflogen.
Tja, so funktioniert Marketing. Die verkaufen den Leuten sogar noch die Wartezeiten als positiven Effekt.