Wintertourismus
Gemsstock wurde weniger besucht
Im Vergleich zum vergangenen Jahr stellen die Gemsstockbahnen rückläufige Frequenzen fest. Dies trotz besten Verhältnissen und Rekordwerten in der übrigen Schweiz.
Gemsstock wurde weniger besucht Die Verhältnisse hätten über die Festtage kaum besser sein können. Beste Pistenzustände, viel Schnee und Sonne prägten die vergangenen zwei Wochen. Eigentlich klar, dass auch die Zahl der Wintersportler im Vergleich zur vergangenen Saison angestiegen sein müsste. Am Gemsstock präsentiert sich die Situation anders. Während in allen grossen Schweizer Skigebieten Rekordwerte gemeldet wurden, sind die Zahlen in Andermatt leicht rückläufig. Der Grund sind die kleineren Skigebiete im Talboden, die heuer in Weiss gehüllt waren.
20 Prozent Steigerung in Leysin
Die Bergbahn TéléVerbier im Wallis verzeichnete den besten Umsatz aller Zeiten. Gegenüber dem eher schlechten Jahr 2006 stiegen die Frequenzen gemäss Angaben des Geschäftsführers um 20 Prozent, im Vergleich zum guten Jahr 2005 um 10 bis 12 Prozent. Rekordverdächtig lief es auch in Leysin, auf der Lenzerheide oder bei den Jungfraubahnen. Neben den guten Verhältnissen könnte dies auch am Frankenkurs liegen. Ferien in der Schweiz lohnten sich derzeit für EU-Bürger, hiess es unisono vonseiten der Bahnbetreiber. Im Urserental kann man solche Zahlen nicht vorlegen.
Leute bleiben in der Nähe
Die Gründe liegen für Peter Heinzer, Direktor der Andermatt Gotthard Sportbahnen, auf der Hand. «Die Leute sind in ihrer Nähe Ski gefahren», sagt er. «Der weite Weg ist bei diesen Benzinpreisen nicht mehr jeder bereit in Kauf zu nehmen. Beispielsweise gehen Leute in Nidwalden auf die nahe Klewenalp Ski fahren, wenn es möglich ist.» Damit fehlen die Tagestouristen. Zudem ortet er ein anderes wesentliches Problem in Andermatt. Mit nur 1500 Betten maximaler Auslastung sind die Möglichkeiten, Skiurlauber zu beherbergen, beschränkt. An einem Spitzentag befördert die Gemsstockbahn bis zu 4500 Wintersportbegeisterte auf den Urner Hausberg. Heuer waren es nur knapp mehr als 3500 Personen im Maximum.
«Relativ zufriedene» Bilanz
Dem Erfolg der kleinen Gebiete im Urner Unterland kann Peter Heinzer dennoch etwas Gutes abgewinnen. «Kinder lernen in diesen Gebieten Skifahren und besuchen uns später einmal», sagte er. Ingesamt sei die Saison an und für sich zufriedenstellend verlaufen, meinte der Direktor. Zwar hätten sie weniger Wintersportler am Gemsstock empfangen, dafür habe sich das Geschehen an den Nätschen verschoben. Und der Saisonstart sei fulminant verlaufen, hielt er fest. Damit kann er immerhin eine «relativ zufriedene» Bilanz der bisherigen Saison ziehen.
Harry Tresch
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Das Urner Wochenblatt berichtet: