Teure Schneekanonen: Wer soll das bezahlen?

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Jay
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Teure Schneekanonen: Wer soll das bezahlen?

Beitrag von Jay »

Die presse berichtet:
Teure Schneekanonen: Wer soll das bezahlen?

14.01.2008 | 18:16 | ROBERT BENEDIKT (Die Presse)

Im Süden Österreichs verursacht die Schneearmut in diesem Winter durch die Beschneiung Mehrkosten von 15 bis 20 Prozent.

KLAGENFURT. Als „Sonnenseite der Alpen“ lockt Kärnten Gäste ins Land. Wo viel Licht ist, gibt's allerdings auch Schatten. Und der bedeutet im Winter Schneearmut. Eike Reutler von den Bergbahnen in Bad Kleinkirchheim: „Wenn's nördlich der Alpen schneit, bekommen wir meist nur ein paar Flocken ab.“ Das hat man schon vor zehn Jahren erkannt und kräftig in den Bau von Beschneiungsanlage investiert. Heute verfügt Bad Kleinkirchheim über die größte Lanzen-Beschneiungs-Anlage Europas.

Alle 100 Pistenkilometer können komplett beschneit werden. Das war nicht gerade billig: 30 Millionen Euro hat die Anlage gekostet. Die Kleinkirchheimer Gäste sind entsprechend verwöhnt und legen großen Wert auf breitflächige, glatte Kompaktschneepisten. Reutler: „Als vor drei Jahren große Mengen natürlichen Schnees auf den Pisten lagen, haben sich viele Gäste darüber beschwert, dass die Pisten nicht so glatt sind wie gewohnt.“ Präparierte Kompaktschnee-Flächen sind eben haltbarer. Für das Fahren im natürlichen Schnee haben viele Hobbysportler, die nur eine Woche pro Jahr auf der Piste sind, nicht mehr die notwendige Kondition.

Wolfgang Löscher, Sprecher der Kärntner Seilbahn-Unternehmer, betont der „Presse“ gegenüber, dass 98 Prozent der rund 700 Kärntner Pistenkilometer mit Beschneiungsanlagen ausgestattet sind. In Wintern wie dem heurigen wäre eine Skisaison ohne Schneekanonen oder -lanzen gar nicht möglich. Die Seilbahn-Unternehmer müssen die Kosten für die Beschneiung alleine tragen. Löscher: „Wenn es so wie heuer kaum natürlichen Schnee gibt, sind die Kosten für die Beschneiung um 15 bis 20 Prozent höher.“ Hoteliers, Gastwirte und Sportartikelhändler, die ja auch vom Wintersport leben, weigern sich standhaft, ihr Scherflein zum (künstlichen) Schnee beizutragen.

Im Gegensatz zum warmen Vorwinter waren die Temperaturen heuer zumindest tief genug, um die Schneekanonen in allen Höhenlagen starten zu können. Es konnte also für eine ausreichende Grundbeschneiung gesorgt werden, die jetzt den Skibetrieb sichert.

Löscher: „Aufgrund eines Italientiefs haben wir für das letzte Wochenende einen Schneezuwachs zwischen 50 und 100 Zentimeter erwartet.“ Eine überraschende Warmfront hat jedoch alle Hoffnungen zunichte und aus dem erhofften Schnee Regen gemacht.

Schon vor Jahren hat die Diskussion um den „Schnee-Schilling“ begonnen. Damals forderten die Seilbahner die Tourismuswirtschaft auf, sich an den hohen Kosten für die Beschneiung zu beteiligen. Doch sie sind mit dieser Forderung auf taube Ohren gestoßen. Löscher: „Wir haben wenig Verständnis dafür. Wenn wir die Pisten nicht beschneien, gibt es zumindest im Süden keine Wintersaison.“ Damit die Nutznießer des großen Beschneiungsaufwandes endlich auch Mitinvestoren werden, wollen die Seilbahner demnächst wieder einen Vorstoß unternehmen. Löscher, Chef des Skigebietes am Dreiländereck: „Wir werden nicht locker lassen.“


AUF EINEN BLICK

Kärnten ist das Land der Beschneiungsanlagen. 98Prozent der 700 Pistenkilometer sind mit Schneekanonen ausgestattet Die größte Anlage steht in Bad Kleinkirchheim mit 800 Beschneiungslanzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.01.2008)

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jojo2
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Beitrag von jojo2 »

Hi,

ein bisschen OT aber, wenn ich sehe das manche Vermieter (diese Jahr hab ich irgendwie fast nur solche Angebote bekommen))für ne 40m² Fewo z.T. bis 250€ täglich haben wollen, sollte man doch meinen das solche Vermieter was davon als Beschneiungseuro abgeben könnten.
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Beitrag von toxy123 »

Für das Fahren im natürlichen Schnee haben viele Hobbysportler, die nur eine Woche pro Jahr auf der Piste sind, nicht mehr die notwendige Kondition.
Das find ich irgendwie ein bisschen weit hergeholt. Ich mein Skisport ist ja nicht der einzigste Sport auf der Welt, daher ist nicht unbedingt anzunehmen, dass jeder der Ski fährt, auch gleichzeitig keinen anderen Sport macht.
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Beitrag von Schwoab »

toxy123 hat geschrieben:
Für das Fahren im natürlichen Schnee haben viele Hobbysportler, die nur eine Woche pro Jahr auf der Piste sind, nicht mehr die notwendige Kondition.
Das find ich irgendwie ein bisschen weit hergeholt. Ich mein Skisport ist ja nicht der einzigste Sport auf der Welt, daher ist nicht unbedingt anzunehmen, dass jeder der Ski fährt, auch gleichzeitig keinen anderen Sport macht.
Ist aber großteils so...bzw. ich würde es anderst ausdrücken: "Der Wintersportler von heute meint durch die Carvinski, dass Skifahren ein problemloses Gleiten im Schnee darstellt, ...aber kein Sport!" Die Wenigsten bereiten sich mit intensiver Skigymnastik auf den Sport vor...und jeder Sport benötigt nunmal eine individuelle Kraft- und Konditionsvorbereitung...die ist beispielsweise im Fußball eine ganz Andere als beim Skifahren!

Weiterer Grund: Die Menschheit des 21. Jahrhunderts ist zu sehr verwöhnt, und vergisst, dass trotz moderner Technik es bei viel Schneefall nicht immer möglich ist die gleichen Bedíngungen anzubieten!
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