Anfahrt:
Aus der Pfalz über Straßburg - Basel - Bern - Montreux - Sion mit Pause(n) ~6h
Wetter:
7 Tage strahlend blauer Himmel, nur dienstags (22.01.) etwa 20cm Neuschnee.
Temperatur:
Sehr mild. Die Temperaturanzeige auf Bendolla (2130 Meter Höhe) als Spitzenwert bei 11°C. Sogar bei Schneefall Plusgrade im Tal.
Schneehöhe:
In Zinal und Grimentz im Ort mindestens 50cm, in St.Luc und Chandolin hangneigungsbedingt weniger. Oben in den Gebieten massenhaft, ~150, nach dem Neuschnee wahrscheinlich sogar mehr.
Schneezustand:
Alles dabei. Von genialem Tiefschnee über feinsten Pulverschnee, schweren, griffigen Schnee, Sulz auf den Talabfahrten und Eisplatten (Piste de l'Aigle!!) im Schatten.
Anlagen:
Alles offen. Ausnahmen: Lona 2 und Becs-de-Besson bei starkem Schneefall und Wind, Schlepper Les Crets in Chandolin geschlossen.
Pisten:
Ebenfalls alles offen. Ausnahmen: Piste Lona in Grimentz, Piste du Chamois und de l'Aigle bei/am Tag nach dem Neuschnee.
Wartezeiten:
Fehlanzeige. Nur am Wochenende in Zinal an der PB, ein Mal am Chiesso.
Gefallen:
+ Wetter
+ Schneesituation
+ vielseitige Hammerpisten
+ jedes Gebiet hat seinen eigenen Charme
+ keine Wartezeiten
+ menschenleere Pisten
+ Studentenrabatt und weiße Wochen
+ alle Skigebiete trotz der recht großen Entfernung mit kostenlosen Postbussen verbunden
+ Freeriden in Zinal
+ Fangnetze an der Piste de l'Aigle, wirklich sinnvoll!
+ Panorama
Nicht gefallen:
- Piste Lona in Grimentz immer geschlossen (warum auch immer)
- Talabfahrten in Zinal und St. Luc sowie Piste du Chamois nicht ganz bündig --> nervige Lauferei
- Präparation, besser gesagt Nichtpräparation im Steilstück der Piste de l'Aigle, das war nicht mehr so spaßig
- Die Pendelbahn in Zinal. Die ist zwar schnell, aber die ständige Warterei nervt.
- Fixgeklemmte Sessellifte Corne de Sorebois und Le Rotsé. Dann lieber die Poma-Stangenschlepper mit 4m/s
Bewertung:
Bericht:
Nach der ziemlich ernüchternden Woche in Lenzerheide über Neujahr war ich schon etwas angefressen und hatte einiges nachzuholen, was mir im Val d'Anniviers in allen Hinsichten gelungen ist. Das Wetter war genial, die Pisten bis auf Samstag und Sonntag völlig leer und Zinal ist für seine Off-Piste-Möglichkeiten ja bekannt.
Insgesamt war ich 2,5 Tage in Grimentz, 3,5 in Zinal und 1 in St. Luc/Chandolin. Wenn man diese drei Gebiete vergleicht, so hat doch jedes seinen ganz eigenen Charakter:
Zinal ist ein pures Freeride-Paradies. Wenn man dort fährt, kann man gar nicht auf der Piste bleiben. Da kann man wirklich überall irgendwo im Gelände oder neben den Pisten runter. Wenn man dann natürlich so viel und auch noch Neuschnee hat, ist das ein absoluter Traum!
Grimentz bietet die schönsten/schnellsten/bequemsten Anlagen. Pistenmäßig war leider der Höhepunkt, die schwarze Lona, geschlossen. Somit wars schon etwas klein und mehr Tage hätte ich dort nicht fahren wollen.
St. Luc/Chandolin bietet die mit Abstand besten Pisten. Illhorn, die Talabfahrt nach Chandolin, die Piste Prilet oder Pas-de-Boef, die schwarze/rote am Foret-Schlepper...einfach Wahnsinn. Außerdem ist dort merklich weniger los als auf der anderen Talseite, sodass man sich fast verloren vorkommt in diesem sehr weitläufigen Gebiet. So konnte man aber ungestört in großen Highspeed-Radien runterbretzeln, ohne Angst haben zu müssen, irgendjemanden umzufahren oder selbst erwischt zu werden.
Eigentlich wünsche ich mir dort generell natürlich schnellere und komfortablere Anlagen, andererseits ists ja genau deswegen dort so leer. Ich brauch auch keine Verbindungsbahn zwischen Grimentz und Zinal, der Skibus tuts genauso. Somit sollte das Gebiet einfach so bleiben, wies ist, nämlich einfach nur wahnsinnig schön!