Tirol: Beschneiung verschlingt viel Strom

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lanschi
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Tirol: Beschneiung verschlingt viel Strom

Beitrag von lanschi »

Beschneiung verschlingt viel Strom
In Tirol werden 70 Prozent der Skipisten künstlich beschneit. Der Energieaufwand ist beträchtlich. Die Kunstschneeproduktion verbraucht gut ein Prozent des jährlichen Tiroler Stromverbrauchs.

Seilbahner: Bald der Plafond erreicht
Mit dem Verbrauch der Beschneiungsanlagen könnte man ganz Tirol vier Tage lang mit Strom versorgen. Die Alpenschutzkommission hat im Jahr 2006 erhoben, dass die damals rund 3.000 Schneekanonen in den Alpen ungefähr gleichviel Energie verbrauchen wie die Stadt Basel in einem ganzen Jahr.

Nach den Rekordinvestitionen in den vergangenen Jahren sei bei den Beschneiungsanlagen bald der Plafond erreicht, heißt es von Seiten der Seilbahnwirtschaft.
tirol.ORF.at

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Theo
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Beitrag von Theo »

Das ist doch noch gar nichts im Vergleich zum internationalen Kernforschunszentrum ( CERN oder wie das Ding genau heisst ) im Umtergrund von Genf und Umgebung.

Das wird laut einem Artiel wo letztens erschienen ist gleichviel Strom verbraten wie die ganze Stadt Genf zusammen.

Nur von der Beschneiung hat man wirtschaftlich gesehen sehr viel mehr als vom CERN.
molotov
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Beitrag von molotov »

Theo hat geschrieben:Das ist doch noch gar nichts im Vergleich zum internationalen Kernforschunszentrum ( CERN oder wie das Ding genau heisst ) im Umtergrund von Genf und Umgebung.

Das wird laut einem Artiel wo letztens erschienen ist gleichviel Strom verbraten wie die ganze Stadt Genf zusammen.

Nur von der Beschneiung hat man wirtschaftlich gesehen sehr viel mehr als vom CERN.
die these wag ich doch zu bezweifeln, grundlagenforschung ist immer teuer und bringt keine direkten erträge, aber macht später vieles möglich
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TPD
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Beitrag von TPD »

Nach den Rekordinvestitionen in den vergangenen Jahren sei bei den Beschneiungsanlagen bald der Plafond erreicht, heißt es von Seiten der Seilbahnwirtschaft.
Diese Aussage mag für Österreich stimmen. Aber in den anderen Länder werden wohl noch einige Beschneiungsanlagen gebaut.
Nur von der Beschneiung hat man wirtschaftlich gesehen sehr viel mehr als vom CERN.
Das mag für die Alpenländer zutreffen. Aber weltweit gesehen hat das CERN die grössere wirtschaftliche Bedeutung als die Schneekanonen in den Alpen.
Ohne CERN würde es Heute vielleicht kein Alpinforum geben. Denn das WWW wurde am CERN entwickelt, damit die Forscher die Ergebnisse der Experimente einfacher austauschen können.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Kris
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Beitrag von Kris »

Das CERN im ruhezustand brauch wohl kaum mehr strom als für einen strassentunnel notwenidig wäre.

Wenn protonen durch den ring rasen, dann wird dafür kurzzeitig eine enorm hohe energiemenge benötigt. Bin kein physiker, habe keine ahnung, wie lange dauert ein experiment? Ein paar zehntel sekunden, viel länger [edit: in der tat wohl einige stunden]? Dann stehen erst mal wieder terabytes an daten zur auswertung an...[edit: es sind petabytes!].

BTW, dank dem CERN gibts das www und den zugehörigen web browser (anfang 90er jahre), die aelteren semester werden sich noch erinnern .

In bergregionen entsteht leider wenig innovation, komisch eigentlich da anfürsich der freizeitwert im alpenbogen enorm hoch ist, und sich der industriestressfaktor (stau, grossstadt, kriminalität etc.) hingegen sehr niedrig darstellt. Was für kreativbereiche durchaus sehr wichtige standortfaktorern sind.

Aber da gibts andere hinderungsgründe, ein wesentlicher ist wohl die übermacht des tourismus. Etwas vereinfacht und pointiert dargestellt:
Viel hat sich nicht geändert gegenüber vor 100 jahren: Damals wurden nahezu ausschliesslich kühe und schafe auf die grünen weiden getrieben, drumherum entstand eine zwar schache, aber doch vorhandene wirtschaftliche regionalvernetzung an zuliefer bzw. abnehmerbetrieben. Heute haben längst die touristen (möglichst aus dem ausland) die funktion der gutmütigen Weidetiere eingenommen: Etwas anspruchsvoller auf die alm wollen sie zwar befördert werden, hochleistungsksb's verlangen sie, ebenso anscheinend vollbeschneiung und wellnessthermen. Also gibt man dem viech was es gerne frisst, und freut sich auf den ertrag der auch anspruchsvoller geworden ist- der obligatorische Pajero (neuerdings eher Cayenne) und der gemütliche Baliurlaub in der zwischensaison müssen für den modernen hirten, aka hotelier, schon drinnen sein.

;-)

;-)
Zuletzt geändert von Kris am 02.02.2008 - 23:34, insgesamt 2-mal geändert.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
Flachlandtiroler
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Beitrag von Flachlandtiroler »

Glückwunsch zum 1000. Post, molotov :D

Habe gerade über den Large Hadron Collider, der im CERN dieses Jahr in Betrieb geht, einen Text gefunden, der sagt, dass er im Dauerbetrieb laufen soll, alle 10 Stunden muss man mal Protonen nachfüllen, weil sie sich gegenseitig zerschossen haben.
Meine Güte! Das Teil ist komplett auf weniger als -265°C gekühlt und benutzt Beschleunigungsfelder bis 5 Millionen Volt pro Meter und Magnetfeldstärken von 9 Tesla. In anderen Worten, ja, es wird sehr sehr viel Energie brauchen.

Quelle: http://www.weltderphysik.de/de/183.php
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