Diesmal sind's solide 54 Jahre...Osttiroler Gletscher gab Leiche eines Kärntners nach 54 Jahren frei
Nach 54 Jahren hat ein Osttiroler Gletscher die Leiche eines vermissten Kärntner Bergsteigers freigegeben.
Innsbruck (APA) - Der damals 18-Jährige dürfte nach Angaben der Gendarmerie vom Donnerstag in eine Gletscherspalte gestürzt sein.
Die Überreste des jungen Mannes aus Launsdorf bei St. Veit an der Glan wurden am Mittwoch gegen 17.15 Uhr von einem Bergsteiger im Bereich des Viltragen Kees (Gemeindegebiet von Matrei in Osttirol) in 2.430 Metern Seehöhe entdeckt. Die total skelettierte Leich lag am Gletscherrand, sagte ein Gendarmeriebeamte der APA. Teile von Kleidungsstücken und der Ausrüstung sowie eine Geldtasche seien erhalten geblieben. Zudem habe man den Alpenvereinsausweis des Kärntners sichergestellt. Daraufhin sei es möglich gewesen, die Identität des Mannes zu klären.
Der Bergsteiger war seit 10. August 1949 abgängig. Er wurde den früheren Aufzeichnungen des Gendarmeriepostens zufolge von einem Schafhirten zum letzten Mal gesehen. Der zum damaligen Zeitpunkt 18 Jahre alte Mann war allein zur Prager Hütte unterwegs. Auf der Tour fiel er vermutlich in eine Gletscherspalte, die inzwischen auf Grund der Schneeschmelze nicht mehr vorhanden ist. Am Tag des Unglücks gab es in diesem Bereich einen halben Meter Neuschnee. Zwei Tage lang wurde damals nach dem Alpinisten gesucht.
Die Leiche des Kärntners wurde am Donnerstag aus dem eisigen Grab geborgen. Sie wurde mit einem Hubschrauber ins Tal gebracht.
Und wieder eine Gletscherleiche...
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Und wieder eine Gletscherleiche...
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Es ist zwar keine Leiche aber trotzdem was heuer alles so vom Gletscher freigegeben wird!
Bomben auf Gletscher freigelegt
Am Umbal-Keesim hinteren Prägratental in Osttirol sind am Dienstag mehrere Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt worden. Die Munition stammt aus einer abgestürzten JU 52 der deutschen Luftwaffe.
Neugierige "Bombenschauer"
Durch den Rückgang des zur Venedigergruppe gehörenden Gletschers seien immer wieder Teile des Flugzeugwracks zum Vorschein gekommen. "Dass Teile oben liegen, weiß man schon länger", hieß es von Seiten der Gendarmerie. Das lockte immer wieder Schaulustige zu der Fundstelle in 3.200 Meter Höhe.
Gefährlicher Phosphor
Die Gefährlichkeit der Bombe bestand laut Alois Riepler von der Gendarmerie in Matrei darin, dass durch die Verrostung bzw. durch unsachgemäßes Hantieren der enthaltene Phosphor jederzeit hätte hervortreten können. Das würde zu Verätzungen bzw. Brandverletzungen führen.
Ins Tal geflogen
Um jegliche Gefahr zu bannen, wurden die 50 Brandbomben am Dienstag eingesammelt. Die fünf bis zehn Kilogramm schweren Bomben wurden ins Tal geflogen und werden jetzt vom Entmienungsdienst nach Graz gebracht und dort entschärft bzw. vernichtet.
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Hehe, wen wollten die denn angreifen? Wär mal interessant zu wissen was die in diese Gegend geführt hat...
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Michael Meier
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Na Super! Da macht man ein Riesen Theater wegen ein Paar Bomben und was ist bei uns! Liegen Tausende in den Bergen rum und keiner Störts! Genial ich wundere mich immer wieder wieso in den Bergen niemand bei Blindgängern verletzt wird! Ich bin innerhalb von 3 Stunden 2 mal fast auf ein Schrappnell und ein mal auf eine Minenwerfergranate getrete! Beide scharf versteht sich. Gibt 40 sFr pro Stück das geborgen wird!
Vor allem würd mich interessieren warum eine Passagier/Frachtmaschine wie die Junkers Ju52 Bomben transportiert? Dass sie zeitweise Maschinengewehre Montiert hatte ist mir bekannt aber einen Bombenschacht! Verwechseln die das nicht mit Ju 88???
Also die DC3 am Gauligletscher war von der USAF und hatte sich verirrt (Amis halt). Darauf ist übrigens die Rega entstanden!
Vor allem würd mich interessieren warum eine Passagier/Frachtmaschine wie die Junkers Ju52 Bomben transportiert? Dass sie zeitweise Maschinengewehre Montiert hatte ist mir bekannt aber einen Bombenschacht! Verwechseln die das nicht mit Ju 88???
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Ich denke mal, die Maschine transportierte die Munition als Nachschub für das verbündete Italien.Meier Michael hat geschrieben:Vor allem würd mich interessieren warum eine Passagier/Frachtmaschine wie die Junkers Ju52 Bomben transportiert? Dass sie zeitweise Maschinengewehre Montiert hatte ist mir bekannt aber einen Bombenschacht! Verwechseln die das nicht mit Ju 88???
Probably waking up
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Michael Meier
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Gut möglich! Die Rote müsste hinhauen denn über der Schweiz hätte man das Flugzeug abgeschossen und Frankreich weis ich nid zu welchem Jahr das Flugzeug abgestürzt ist! Allerdings müsste das vor der Landung gewesen sein weil Die Amerikaner zuerst in Italien waren und erst nachher in Frenkreich landeten.
Hat jemand zu dem Fund Jahreszahlen?
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In Südtirol, in den Sarntaler Alpen hab ich auch mal nen Haufen verrostete Granatsplitter entdeckt. Vermutlich aus dem 1. WK, und überall halb verrostete und umgekippte Schilder, dass man die Wege nicht verlassen soll.
Und Kreuzottern hats auch gehabt. Gefährliches Pflaster also
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Michael Meier
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Weiß nun genaueres zur abgestürtzten Ju 52: Die war auf dem Flug von Deutschland nach Italien und sollte dort verwundete deutsche Offiziere abholen die aus Afrika kamen! Wegen des schlechten Wetters ist sie aber nicht über die Alpen gekommen und an dem Gletscher zerschellt! Die Besatzung hat dabei den Tod gefunden!
Das war übrigens nicht die einzige Maschine die auf dem Gletscher abgestürtzt ist ein Jahr später ging es einer Ju 88 gleich.
Das war übrigens nicht die einzige Maschine die auf dem Gletscher abgestürtzt ist ein Jahr später ging es einer Ju 88 gleich.
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Michael Meier
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Die Fakten zum Flugzeugunglück auf dem Gauligletscher
Das Flugzeug war eine Douglas DC-3 Dakota, eine Militärversion der zivilen DC-3, bzw. für die Amerikaner eine Dakota C-53.
Montag, 18. November 1946: Start in Tulln bei Wien, dem Hauptquartier der amerikanischen Besetzungstruppen, Flug nach München. An Bord 8 Passagiere und 4 Besatzungsmitglieder. (s. Passagier- und Besatzungsliste)
19. November 1946, 11.30 Uhr Abflug, vorgesehen: via Strassburg nach Dijon und dann südwärts entlang dem Rhonetal nach Marseille. Am nächsten Tag sollten sie von Marseille nach Pisa weiterzufliegen. Nach Funkkontakt und Ortung der Dakota durch den Flughafen Strassburg flog der Pilot (die Sicht war schlecht, die Winde waren stark) eine Viertelstunde weiter westwärts und drehte, in der Meinung, er sei über Dijon, nach Süden Richtung Marseille. Der Flugplatz Dijon konnte nicht angepeilt werden; Dijon und viele andere Bodenstationen hatten keine regelmässigen Funkverbindungen, nur jeweils eine Viertelstunde pro Stunde. In Wirklichkeit war die Dakota wahrscheinlich erst in der Umgebung von Zürich, als der Pilot gegen Süden abdrehte. Es herrschte eine starke Strömung, die ihn abtrieb. Als er merkte, dass er in den Bergen war und in Turbulenzen geraten war, wollte er umkehren.
Bruchlandung auf dem Gauligletscher im Berner Oberland, auf 3300 Meter Höhe.14.08 Uhr
19. - 22. November: Funkverbindung, aber falsche Ortung. Amerikanische Flugzeuge, unterstützt von französischen und italienischen Flugzeugen und Rettungskolonnen zu Fuss, suchten im Mont Blanc-Gebiet.
Freitag, 22. November 1946: Beginn der Suche in den Schweizer Alpen durch amerikanische Flugzeuge. Entdeckt wurde die Dakota um ca. 13.30 Uhr von einer Fliegenden Festung B-17 der amerikanischen Armee, an Bord General Tate und General Snavely.
Freitagnachmittag in Meiringen, das nur 13 Kilometer von der Unfallstelle entfernt liegt: Ankunft amerikanischer Offiziere, später von 150 Mann der amerikanischen Gebirgstruppen aus Mailand per Spezialzug. Beginn Aufstellung der Schweizer Rettungskolonne kurz vor 18.00 Uhr, Materialausgabe bis fast Mitternacht im Zeughaus Meiringen, Wartezeit im Hotel Rosenlaui, das ungeheizt, weil bereits eingewintert, war und extra zu diesem Zweck geöffnet wurde. Keine Schlafmöglichkeiten für die bereitstehende Fussmannschaft.
Samstag, 23. November 1946: Abmarsch ab Rosenlaui der 1. Mannschaft von 50 Männern kurz nach 4.00 Uhr morgens, Abmarsch der 2. Staffel von 30 Mann um 7.00 Uhr. Die Männer tragen Rettungsschlitten, Bergutensilien, Proviant für einen Tag. Jeder trägt rund 50 Kilo Material, mit Ausnahme der rund 10 Bergführer. Sie müssen die Spur legen. Sie versinken teilweise bei jedem Schritt bis zu den Schultern, mit den Knien wird der Pfad gedrückt. Ein Bergführer kann jeweils 5 Minuten pfaden, dann übernimmt der nächste. Aufstieg zum Wetterkessel bei Schneefall. Später hört es auf zu schneien.
Um 7.00 beginnt Major Pista Hitz einen ersten Flug mit dem Fieseler Storch und wirft bei der Dakota einen Ueberlebenscontainer ab sowie farbige Tücher und einen Code, damit die Dakota-Passagiere mitteilen können, was sie benötigen. Das funktioniert. Sie wünschen warme Kleider, Wolldecken, Verbandsmaterial und Medikamente. Um 9.00 Uhr beginnt eine «Luftinvasion» durch amerikanische, englische und französische Militärflugzeuge, die wahllos Kisten aus grosser Höhe abwerfen, die zum grössten Teil von den Verunfallten gar nicht erreicht werden können.
Angekommen beim Wetterkessel, um ca. 10.00 Uhr erfahren die Männer, dass die Dakota nicht dort, sondern auf dem Gauligletscher liegt. Nochmals 4 bis 5 Stunden Marsch bzw. Pfadfinden im meterhohen Schnee, nochmals eine Höhe überwinden.
Ankunft der ersten zwei Männer Jost und Reiss, 2 Flugplatzangestellten, die um 7.00 Uhr losmarschiert sind und gegen den Befehl ihre Skier mitgenommen haben, um ca. 14.30 Uhr Ankunft der letzten Männer nach Eindunkeln. (Der Befehl, keine Skis mitzunehmen, hing mit der falschen Standortbestimmung zusammen. Hätte man von Anfang an den richtigen Ort angepeilt, hätte die Rettungskolonne auch eine andere Aufstiegsroute gewählt). Rückkehr ist unmöglich, da zu spät vor allem wegen der Dunkelheit. Alle übernachten bei der Dakota, die meisten graben ein Biwak unter dem linken Dakota-Flügel. Es wird minus 15 Grad kalt. Ueberwachung, damit keine Glieder abfrieren.
Sonntag, 24. November 1946: Um ca. 8.00 Uhr Abmarsch aller 80 Retter und der Verunglückten, von denen 8 Personen auf Schlitten gebunden bzw. gebettet werden. Obwohl die Route zuerst über den Gletscher bergab führt, kommen sie fast nicht voran. Die Schlitten müssen gestossen und gezogen werden. Sie benötigen für einen Kilometer 2 Stunden. Um 10.25 erste Gletscherlandung durch den Fieseler Storch A-97 durch Hauptmann Viktor Hug. Er und Major Hitz haben seit 1944 Schneelandungen getestet und den Fieseler Storch mit Kufen sowie mit Start-Skiern ausgerüstet. Landung auch des zweiten Fieseler Storchs HB-ARU mit Major Hitz, der General Snavely mitbringt, dessen Frau in der Dakota war. Auch General Tate sowie eine Batterie für den Kameramann der Wochenschau, der sich der Fuss-Rettungsmannschaft angeschlossen hatte, wird auf den Gletscher transportiert. Landung auf einem relativ ungefährlichen Stück des Gletschers nahe der Gletscherzunge. Abtransport aller 12 Insassen der Dakota sowie eines Retters mit Erfrierungen.
In Meiringen werden die Dakota-Passagiere von unzähligen amerikanischen Militärs inkl. Lastwagenkolonne, Funkstation, Ambulanz, internationalen Medienvertretern und auch Bundespräsident Kobelt in Empfang genommen.
Diese Rettung war der 1. Alpenrettungsflug der Schweizer Bergrettungs-Fliegerei und ist der Beginn derAlpen-Flugrettung.
Grösste damalige Bergrettungsaktion. Sie war schlecht organisiert. Dank der Bergführer und dank des relativ guten Wetters gab es aber keine Katastrophe. Hätte es wieder zu schneien begonnen und/oder hätten die Fieseler Störche die Dakota-Passagiere nicht ins Tal transportiert, hätte es einige Unfälle geben können. Zudem hätten einige Dakota-Passagiere den Schlitten-Transport viel schwieriger überstanden. Beginn der organisierten Bergrettung. Die abgeworfenen Pakete und Kisten, z.T. 50-Kilo-Kisten, die mit Fallschirmen abgeworfen wurden, enthielten Notmaterial für die Wüste, für den Urwald, für die Berge etc. Es fand sich auch eine Kiste mit Damenstrümpfen. Sie wurden im Sommer nach dem Absturz von Touristen und Schaulustigen aufgestöbert und ins Tal gebracht. Man pflegte die Berggänger, die zum Bahnhof Meiringen zurückkamen, nicht mehr zu fragen "wo warst du". Man fragte "was hast du gefunden". Einige Kisten sind durch die Gletscherspalten ins Eis geraten. Auch sie werden - genauso wie die Dakota - eines Tages aus dem Gletscher kommen.
www.nzz.ch
Das war die Geburtsstunde der REGA
Das Flugzeug war eine Douglas DC-3 Dakota, eine Militärversion der zivilen DC-3, bzw. für die Amerikaner eine Dakota C-53.
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19. November 1946, 11.30 Uhr Abflug, vorgesehen: via Strassburg nach Dijon und dann südwärts entlang dem Rhonetal nach Marseille. Am nächsten Tag sollten sie von Marseille nach Pisa weiterzufliegen. Nach Funkkontakt und Ortung der Dakota durch den Flughafen Strassburg flog der Pilot (die Sicht war schlecht, die Winde waren stark) eine Viertelstunde weiter westwärts und drehte, in der Meinung, er sei über Dijon, nach Süden Richtung Marseille. Der Flugplatz Dijon konnte nicht angepeilt werden; Dijon und viele andere Bodenstationen hatten keine regelmässigen Funkverbindungen, nur jeweils eine Viertelstunde pro Stunde. In Wirklichkeit war die Dakota wahrscheinlich erst in der Umgebung von Zürich, als der Pilot gegen Süden abdrehte. Es herrschte eine starke Strömung, die ihn abtrieb. Als er merkte, dass er in den Bergen war und in Turbulenzen geraten war, wollte er umkehren.
Bruchlandung auf dem Gauligletscher im Berner Oberland, auf 3300 Meter Höhe.14.08 Uhr
19. - 22. November: Funkverbindung, aber falsche Ortung. Amerikanische Flugzeuge, unterstützt von französischen und italienischen Flugzeugen und Rettungskolonnen zu Fuss, suchten im Mont Blanc-Gebiet.
Freitag, 22. November 1946: Beginn der Suche in den Schweizer Alpen durch amerikanische Flugzeuge. Entdeckt wurde die Dakota um ca. 13.30 Uhr von einer Fliegenden Festung B-17 der amerikanischen Armee, an Bord General Tate und General Snavely.
Freitagnachmittag in Meiringen, das nur 13 Kilometer von der Unfallstelle entfernt liegt: Ankunft amerikanischer Offiziere, später von 150 Mann der amerikanischen Gebirgstruppen aus Mailand per Spezialzug. Beginn Aufstellung der Schweizer Rettungskolonne kurz vor 18.00 Uhr, Materialausgabe bis fast Mitternacht im Zeughaus Meiringen, Wartezeit im Hotel Rosenlaui, das ungeheizt, weil bereits eingewintert, war und extra zu diesem Zweck geöffnet wurde. Keine Schlafmöglichkeiten für die bereitstehende Fussmannschaft.
Samstag, 23. November 1946: Abmarsch ab Rosenlaui der 1. Mannschaft von 50 Männern kurz nach 4.00 Uhr morgens, Abmarsch der 2. Staffel von 30 Mann um 7.00 Uhr. Die Männer tragen Rettungsschlitten, Bergutensilien, Proviant für einen Tag. Jeder trägt rund 50 Kilo Material, mit Ausnahme der rund 10 Bergführer. Sie müssen die Spur legen. Sie versinken teilweise bei jedem Schritt bis zu den Schultern, mit den Knien wird der Pfad gedrückt. Ein Bergführer kann jeweils 5 Minuten pfaden, dann übernimmt der nächste. Aufstieg zum Wetterkessel bei Schneefall. Später hört es auf zu schneien.
Um 7.00 beginnt Major Pista Hitz einen ersten Flug mit dem Fieseler Storch und wirft bei der Dakota einen Ueberlebenscontainer ab sowie farbige Tücher und einen Code, damit die Dakota-Passagiere mitteilen können, was sie benötigen. Das funktioniert. Sie wünschen warme Kleider, Wolldecken, Verbandsmaterial und Medikamente. Um 9.00 Uhr beginnt eine «Luftinvasion» durch amerikanische, englische und französische Militärflugzeuge, die wahllos Kisten aus grosser Höhe abwerfen, die zum grössten Teil von den Verunfallten gar nicht erreicht werden können.
Angekommen beim Wetterkessel, um ca. 10.00 Uhr erfahren die Männer, dass die Dakota nicht dort, sondern auf dem Gauligletscher liegt. Nochmals 4 bis 5 Stunden Marsch bzw. Pfadfinden im meterhohen Schnee, nochmals eine Höhe überwinden.
Ankunft der ersten zwei Männer Jost und Reiss, 2 Flugplatzangestellten, die um 7.00 Uhr losmarschiert sind und gegen den Befehl ihre Skier mitgenommen haben, um ca. 14.30 Uhr Ankunft der letzten Männer nach Eindunkeln. (Der Befehl, keine Skis mitzunehmen, hing mit der falschen Standortbestimmung zusammen. Hätte man von Anfang an den richtigen Ort angepeilt, hätte die Rettungskolonne auch eine andere Aufstiegsroute gewählt). Rückkehr ist unmöglich, da zu spät vor allem wegen der Dunkelheit. Alle übernachten bei der Dakota, die meisten graben ein Biwak unter dem linken Dakota-Flügel. Es wird minus 15 Grad kalt. Ueberwachung, damit keine Glieder abfrieren.
Sonntag, 24. November 1946: Um ca. 8.00 Uhr Abmarsch aller 80 Retter und der Verunglückten, von denen 8 Personen auf Schlitten gebunden bzw. gebettet werden. Obwohl die Route zuerst über den Gletscher bergab führt, kommen sie fast nicht voran. Die Schlitten müssen gestossen und gezogen werden. Sie benötigen für einen Kilometer 2 Stunden. Um 10.25 erste Gletscherlandung durch den Fieseler Storch A-97 durch Hauptmann Viktor Hug. Er und Major Hitz haben seit 1944 Schneelandungen getestet und den Fieseler Storch mit Kufen sowie mit Start-Skiern ausgerüstet. Landung auch des zweiten Fieseler Storchs HB-ARU mit Major Hitz, der General Snavely mitbringt, dessen Frau in der Dakota war. Auch General Tate sowie eine Batterie für den Kameramann der Wochenschau, der sich der Fuss-Rettungsmannschaft angeschlossen hatte, wird auf den Gletscher transportiert. Landung auf einem relativ ungefährlichen Stück des Gletschers nahe der Gletscherzunge. Abtransport aller 12 Insassen der Dakota sowie eines Retters mit Erfrierungen.
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Grösste damalige Bergrettungsaktion. Sie war schlecht organisiert. Dank der Bergführer und dank des relativ guten Wetters gab es aber keine Katastrophe. Hätte es wieder zu schneien begonnen und/oder hätten die Fieseler Störche die Dakota-Passagiere nicht ins Tal transportiert, hätte es einige Unfälle geben können. Zudem hätten einige Dakota-Passagiere den Schlitten-Transport viel schwieriger überstanden. Beginn der organisierten Bergrettung. Die abgeworfenen Pakete und Kisten, z.T. 50-Kilo-Kisten, die mit Fallschirmen abgeworfen wurden, enthielten Notmaterial für die Wüste, für den Urwald, für die Berge etc. Es fand sich auch eine Kiste mit Damenstrümpfen. Sie wurden im Sommer nach dem Absturz von Touristen und Schaulustigen aufgestöbert und ins Tal gebracht. Man pflegte die Berggänger, die zum Bahnhof Meiringen zurückkamen, nicht mehr zu fragen "wo warst du". Man fragte "was hast du gefunden". Einige Kisten sind durch die Gletscherspalten ins Eis geraten. Auch sie werden - genauso wie die Dakota - eines Tages aus dem Gletscher kommen.
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OK konnte ich nicht wissen! Das war ein deutsches Aufklärungsflugzeug aus dem 2. Weltkrieg. Vielleicht kennt jemand dieses Berühmte Bild da von Rommel der in Afrika vor einer solchen Maschine steht?
Das Flugzeug ist extrem Langsam und kann dank seinen Grossen 4 Eckigen Tragflächen und dem Schlanken Rumpf praktisch in der Luft stehen bleiben. Für Bergrettungen in Unwegsamen Gebiet das beste was man haben konnte. Das Englische Gegenstück war die Lisander.
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Ja seit sie das Wasser rationiert haben verdörrt im Garten alles!
Nur noch Steppe! Nicht man mehr Grillen kann man weil sonst alles abfackelt!
Wieso nicht! Wenn man sich damit auskennt ist es kein Problem die guten von den Bösen zu unterscheiden! Der Splittermantel des Schrappnell ist mit irgend einer weissen Gipsartigen Masse gefüllt! Das Zeug konnte gar nicht explodieren.
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Ich würde mich nicht darauf verlassen. Erst letzthin wurde in irgendwo sogar ein Experte beim Entschärfen getötet...Meier Michael hat geschrieben:Wieso nicht! Wenn man sich damit auskennt ist es kein Problem die guten von den Bösen zu unterscheiden! Der Splittermantel des Schrappnell ist mit irgend einer weissen Gipsartigen Masse gefüllt! Das Zeug konnte gar nicht explodieren.
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