Rekord bei schweren Verletzungen

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Benutzeravatar
rainer
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 613
Registriert: 21.06.2006 - 21:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 269 Mal
Danksagung erhalten: 2 Mal

Rekord bei schweren Verletzungen

Beitrag von rainer »

Um zehn Prozent mehr schwere Unfälle bei Wintersportlern als in früheren Jahren - besonders bei jungen: Diesen Trend stellen Unfallchirurgen fest. Sie kritisieren das immer höhere Tempo auf Ski und Snowboards.

"Mehr Querschnittlähmungen"
Mediziner machen neben hartem Kunstschnee oft auch viel zu schnelles Fahren und das Wetter mit verantwortlich. In einigen Landesteilen habe es seit Wochen nicht nicht mehr ausgiebig geschneit. Oberarzt Josef Obrist vom Salzburger Unfallkrankenhaus beobachtet die Entwicklung mit Sorge:

"Wir haben durch diese Bedingungen heuer sicher um zehn Prozent mehr schwere und schwerste Verletzungen an Wirbelsäulen und Schädeln bis hin zu mehr Querschnittlähmungen."


Dringender Rat zu Schutzausrüstung
Auch aus der Unfallchirurgie des Krankenhauses Schwarzach wird ein ähnlicher Trend berichtet. Unfallchirurg Obrist vom UKH in der Landeshauptstadt rät Wintersportlern - Skifahrern und Snowboardern - dringend zur Benutzung von Schutzhelmen und anderen Protektoren sowie zu wesentlich mehr Zurückhaltung beim Tempo.

Eine Krankenschwester für Intensivpflege berichtet im Gespräch mit dem ORF über - für alle Seiten - sehr belastende Momente, wenn beispielsweise sehr jungen Sportlern eine irreversible Wirbelsäulenverletzung mit Querschnittlähmung mitgeteilt werden müsse. Dabei würden immer auch Psychologen beigezogen.


Traurige Statistik in Schwarzach
Harte Pisten, stark taillierte Skier und ein hohes Maß an Selbstüberschätzung - die Unfallärzte am Kardinal Schwarzenberg´schen Krankenhaus in Schwarzach (Pongau) kennen auch einige Ursachen für die massive Zunahme an Skiunfällen im heurigen Winter aus eigener Berufserfahrung. Die Schwarzacher Statistik zeigt traurige Rekordwerte, sagen sie heuer: 4.738 Patienten wurden zwischen Weihnachten und Ende Jänner ambulant behandelt (2007: 4.451), 1.078 Personen mussten in Schwarzach stationär aufgenommen werden (2007: 878).

Und ab kommendem Wochenende rollt die nächste Urlauberwelle auf die umliegenden Skigebiete zu
Quelle: orf.at
Winter 2019/20 bisher: 34 Skitage
4x 4-Berge, 3x Skiwelt, 3x Katschberg, 1x Zauchensee, 3x Saalbach 1x Flachau, 1x Hochkönig, 3,5x Obertauern, 2x Shuttleberg, 2x Rauris, 1x Schlossalm-Stubnerkogel, 2x Großeck-Speiereck, 0,5 Eben, 2x Radstadt-Altenmarkt, 1x Kitzbühel, 1x Werfenweng, 3x Zillertalarena, 1x Loferer Alm,

Benutzeravatar
schifreak
Jungfrau (4161m)
Beiträge: 4469
Registriert: 22.11.2002 - 06:59
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: München Giasing
Hat sich bedankt: 0
Danksagung erhalten: 4 Mal

Unfälle

Beitrag von schifreak »

Genau das iss das, ich war jetz in eher vorsinflutlichen Schigebieten ohne Schneekanonen etc. da hab ich drei tage keinen Heli oder sonstiges gesehn. Da fährt ma net so schnell, der Schnee wird eher weich, Eis war selten... zuviel Leut warn auch net auf der Piste... das iss das Problem der Übererschließung mit 6 er Sesseln, überall Kunstschnee, und dann alles voller Leut. Frage mich ob der Helm viel bringt, die Knie sind für meine Begriffe problematischer. Iss genau wie n Fahrradsturz, wenn s einem schmeißt, dann isses wie n Reflex, daß ma automatisch den Kopf nach oben tuat. Außer man knallt voll an einen Baum ( Gegenstand, Mensch), ob das allerdings viel hilft iss fraglich. Bis da eher skeptisch, genauso wie mitm Sicherheitsgurt im Auto...wenn s ganz krass kummt, hilft oft nix mehr.
Fabi,alpiner Schifreak

TSC 2012-13, Stand 20.01.2013 - 17 Sektionen Bike, 20 Schitage in Tirol ; Zillertal, Stubaital, Ötztal, Kitzbühel,Schiwelt , Schijuwel Alpbach ;
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
KuT
Großer Müggelberg (115m)
Beiträge: 443
Registriert: 20.09.2006 - 16:41
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Dresden
Hat sich bedankt: 36 Mal
Danksagung erhalten: 15 Mal

Beitrag von KuT »

Die 10% Steigerung der Unfälle wird aber nur dann wirklich diskussionswürdig, wenn auch die Zahlenentwicklung der Skipässe bzw. Besucher im untersuchten Gebiet mal genannt wird.

Ich bin immer bisschen skeptisch bei solchen Meldungen, weil die Wortverbindungen "immer mehr", "immer öfter" und "immer schlimmer" von den Medien gar zu gern als Reißer benutzt wird.
Benutzeravatar
Kris
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2409
Registriert: 23.02.2004 - 13:50
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Innsbruck
Hat sich bedankt: 655 Mal
Danksagung erhalten: 1043 Mal
Kontaktdaten:

Beitrag von Kris »

früher sind die schafe auf den almen erfroren, wenn es im spätsommer plötzlich geschneit hat, kälber sind abgründe abgestürzt, ziegen verirrten sich in unwegsamen gelände etc. Verluste gab es immer. Jetzt sind es eben die skitouristen, auch hier sind verluste nicht zu vermeiden, zb. beim abgleiten ins tal nach dem verlassen von gesellig-urigen tränken auf den almen, oder wenn die anzahl der subjekte pro flächeneinheit nicht mehr im verhältnis mit deren einzenen geschwindigkeitsvektoren steht, ohne dass der Hirt die weidefläche weiter vergrössern könnte...
Die hirten sinds gewohnt, das leben in den bergen ist hart.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
Benutzeravatar
Fab
Disteghil Sar (7885m)
Beiträge: 7947
Registriert: 28.07.2007 - 13:11
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Tauperlitz (Bayern)
Hat sich bedankt: 34 Mal
Danksagung erhalten: 687 Mal

Beitrag von Fab »

Habe vor einigen Tagen eine Sendung gesehen, in der ein Arzt einer Tiroler Unfallklinik (glaube es war Innsbruck) befragt wurde.
Die Aussagen waren eindeutig.

Es gibt in den letzten Jahren deutlich mehr schwere Unfälle.
Die Verletzungen sind, im Vergleich zu früher (Schienbein, Knie), am Körper nach oben (Hüfte, Becken, Kopf) gewandert.

Als Günde werden härtere Pisten u. größere Durchschnittsgeschwindigkeit vermutet.
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“