Schreckgespenst Skiunfall

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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MartinWest
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Schreckgespenst Skiunfall

Beitrag von MartinWest »

Schreckgespenst Skiunfall
Von Jakob Strobel y Serra

Die sicherste Methode der sportiven Selbstverstümmelung ist das alpine Skifahren. Die Pisten sind übersät mit Krüppeln, die Krankenhäuser in den Bergen vollgestopft mit Versehrten, und wer mit heilen Knochen aus dem Urlaub im Schnee heimkommt, sollte schleunigst Sankt Bernhard von Aosta, dem Schutzheiligen der Skifahrer, ein Kerzlein in der Kirche anzünden. Diesen Eindruck gewinnt jeder, der mit schlotternden Knien vor dem Fernsehapparat sitzt und die Schreckensberichte über die Gefahren des alpinen Wintersports selbst in den semiseriösen Magazinen öffentlich-rechtlicher Sender verfolgt.

Reflexartig zeigen sie jedes Jahr im Januar und Februar Beiträge mit Hubschraubern, die spektakulär den Schnee aufwirbeln, mit kreidebleichen Unfallärzten, die von den schlimmsten Schicksalen berichten, mit Menschen in Krankenhausbetten, denen es gar nicht gutgeht - und eine Stimme mit Tremolo sagt dann immer aus dem Off: Die Zahl der Skiunfälle ist in diesem Winter wieder einmal dramatisch gestiegen!

Das ist sensationalistischer Quatsch. Die Zahlen sprechen eine vollkommen andere Sprache: Noch nie ist das Skifahren so sicher gewesen wie heute, noch nie haben sich dabei weniger Menschen verletzt. Weder der Kunstschnee noch der Siegeszug der Carving-Ski haben - anders, als immer wieder behauptet wird - die Lage verschlimmert. Ganz im Gegenteil sind vor allem die taillierten Skier ein Segen, weil sie Knochen, Sehnen und Muskeln auch der ungeübten Freizeitskifahrer enorm entlasten. Technische Fehler und Überbeanspruchungen führen jetzt viel seltener zu Brüchen, Rissen oder Zerrungen.

Zweierlei Quoten

Die wohl umfangreichste Datenbasis wertet seit vielen Jahren die Stiftung Sicherheit im Skisport aus, die dem Deutschen Skiverband angegliedert ist, Pistenunfälle in Deutschland und Österreich untersucht und dabei auf einen Zensus von 320.000 Skifahrern zurückgreifen kann. Seit der Saison 1979/1980 ist demnach die Zahl der verletzten Skifahrer kontinuierlich um 47 Prozent zurückgegangen. Gerade einmal zwei von tausend alpinen Wintersportlern verunglücken heute so schwer, dass sie stationär im Krankenhaus behandelt werden müssen. Reduziert hat sich die Zahl aller Arten von Unfällen, auch Kollisionen - eine latente Lebensgefahr, glaubt man dem Fernsehen - kommen heute viel seltener vor als vor dreißig Jahren; die Quote pro tausend Skifahrer sank von 1,9 in der Saison 1979/1980 auf 1,2 im Winter 2005/2006. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt die schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung, die seit 1999 alle Skiunfälle Schweizer Bürger registriert - von einem erhöhten Risiko weiß sie nichts.

Die Quoten verletzter Skifahrer sind das eine. Die Einschaltquoten konkurrierender Fernsehsender das andere. Beides hat nichts miteinander zu tun. Viel Spaß im Schnee.

[img]http://www.faz.net/m/{C88DC87C-AFC9-44F ... icture.jpg[/img]
Text: F.A.Z., 14.02.2008, Nr. 38 / Seite R1
Bildmaterial: ASSOCIATED PRESS

Rüganer
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Beitrag von Rüganer »

Diese Erkenntnisse stimmen mit meinen persönlichen Erkenntnissen überein. Wenn ich daran denke, wie schwierig es war, mit meinen 1. eigenen Ski - 2,05 m lange Atomic :D -zu bremsen oder ne enge Kurve zu fahren . . . Da hatte ich einige heftige Stürze.
Und mit den heutigen stehst du innerhalb von ein paar Metern oder dreht fast auf der Stelle, hab schon seit 8 Jahren keinen heftigeren Sturz gehabt - auf Holz klopf.
Danke Schweiz und Bulgarien !
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Schi

Beitrag von schifreak »

Ich fahr heut noch mit Schi über 2 m Länge, -- aus dem Grund, weil man sie von der Hüttn jederzeit sehn kann... :lol: -- die kleinen kurzen Schi muß ja immer ewig lang suchen... nee, ich hab s auch mal mit so kleinen Carving oder sowas versucht, ich fahr damit net anders, als mit den langen. Nur im Tiefschnee oder auf bucklige Pisten würd ich sie manchmal am liebsten absägen, da hat ma mit kleinen mehr Freude... aber Stürze -- neulich hab ich mal einen gebaut, am rechten Rand vom Zweitausender, der rechte Schi im Tiefschnee, der linke auf ner harten Stelle... da hats dann gekracht. Iss aber nix passiert. Muß allerdings zugeben, so schnell fahr ich net, daß ma richtig krasse Vollbremsungen einlegen muss. Und wenn, auch kein Problem. Mit Inlinern hab ich da wesentlich mehr Probleme...
Fabi,alpiner Schifreak

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Beitrag von Rüganer »

Ich fahr auch noch die guten Allrounder Kneissl Ergo, Baujahr 1999 mit 1,90 :D Die find ich immer wieder in dem Atomic-usw-Salat und vermitteln ein super sicheres Fahrgefühl.
Danke Schweiz und Bulgarien !
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Skihase
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Beitrag von Skihase »

Endlich mal ein Artikel, der was gegen diese allgemeine Hysterie bringt! Sehr gut!

Habe jetzt gerade z. B. in vier Tagen in vollem Skigebiet während der österr. Ferien keinen einzigen Unfall, Akia oder Hubschrauber gesehen... War ich so blind oder ist einfach nicht viel passiert?
Asmol und Plankenhorn - da lacht das Skihasen-Herz! Innamorati in Falcade - einfach nur schön...
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Beitrag von jony »

Ich lag nach einem Oberschenkelhalsbruch in Zams eine Woche.

Auch einen Dank an die Ärzte und Schwestern dort, sie versuchen einen dort wieder schnell in´s normale Leben zurück zu führen.

Die Helis begannen dort so ab 10:30 mit den ersten Verletzten zu landen. Das geht dann bis z.Z. 17:30 Uhr. Wir haben an manchen Tagen bis zu 8 gezählt.
Viele kommen aber auch nur mit dem Krankenwagen die wir nicht hörten.

Die Ski-Unfälle sind wohl weniger als früher, aber es gibt eben jetzt mehr Skiläufer auf den Pisten und somit werden mehr Verletzte in die Krankenhäuser eingeliefert.

Jony
Nicht viele Menschen leisten sich den größten Luxus, den es auf Erden gibt - eine eigene Meinung
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