Die aktuelle Neuerscheinung auf dem Gebiet der Seilbahngeschichte ist das Buch "100 Jahre Kohlerer Bahn 1908 - 2008".
Herausgegeben von der Abteilung Mobilität der Autonomen Provinz Bozen bietet dieses kleinformatige Werk auf 70 Seiten viele interessante Informationen zur Geschichte der Bahn, illustriert mit einer sehr großen Zahl z.T. bisher unveröffentlichter Fotos. Die Fotos zeigen dabei nicht nur die Kohlernbahn in ihrer wechselvolllen Geschichte, sondern u.a. auch die Guntschna- und die Virglbahn sowie die weltweit beiden ersten Sessellifte von Trojer am Josefsberg und Kostner am Col Alt.
Fazit: Das Büchlein sollte in keiner Bibliothek zur Geschichte der Seilbahnen fehlen.
Hier noch die ISBN zur Bestellung: 978-88-6011-123-4
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100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
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100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
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Re: 100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
Das Büchlein kostet gerade mal 5.- Euro und ist seinen Preis wirklich wert!!
Meine Homepage über alte, nostalgische Seilbahnen: http://www.seilbahn-nostalgie.ch
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Re: 100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
Danke für den Tip.
Allerdings dürfte sich bezüglich der Sessellifte ein Fehler eingeschlichen haben denn die beiden erwähnten waren "nur" die ersten, für öffentlichen Betrieb kollaudierten Anlagen in Italien (nicht weltweit). Beim Col Alto hatten meines Wissens nach auch schon Hölzl und Leitner ihre Finger mit im Spiel.
Abgesehen davon würde da eigentlich Graffer mit seiner Fedajasesselbahn das Rennen gemacht haben wenn nicht einige der Stützen von Arbeitern der Provinzregierungen Trient oder Belluno in Gletscherspalten geworfen worden wären und so die Fertigstellung für längere Zeit verzögerten. Nebenbei hätte Graffer mit dem Fedajalift aufgrund der Länge und des schwierigen Geländes in einer anderen "Gewichtsklasse" gespielt und ist für mich daher der wirkliche Liftpionier jener Zeit.
Weiß leider nicht mehr welche der beiden Provinzen das veranlasst hatte, jedenfalls war der Lift von der Provinz auf deren Gebiet er stand, genehmigt; durch einen Vermessungsfehler glaubte die Nachbarprovinz, daß Teile des Liftes als "Schwarzbau" auf ihrem Territorium stünden und deren Beamte warfen, nachdem sich Graffer verständlicherweise weigerte den Aufbau zu stoppen die betroffenen, zur Montage vorgesehenen Stützenteile in die nächstbesten Gletscherspalten wo sie angeblich heute noch manchmal sichtbar sind um so den Bau der Anlage zu verhindern. Die Geschichte erzählte mir Betriebsleiter Oswald von der Langkofelschartenbahn.
Der älteste, mir bekannte Sessellift in Italien wurde schon im ersten Weltkrieg vom Militär gebaut und führte von der Endstation der Grödnertalbahn in Plan Richtung Grödnerjoch zum Zwecke des Soldatentransports.
Allerdings dürfte sich bezüglich der Sessellifte ein Fehler eingeschlichen haben denn die beiden erwähnten waren "nur" die ersten, für öffentlichen Betrieb kollaudierten Anlagen in Italien (nicht weltweit). Beim Col Alto hatten meines Wissens nach auch schon Hölzl und Leitner ihre Finger mit im Spiel.
Abgesehen davon würde da eigentlich Graffer mit seiner Fedajasesselbahn das Rennen gemacht haben wenn nicht einige der Stützen von Arbeitern der Provinzregierungen Trient oder Belluno in Gletscherspalten geworfen worden wären und so die Fertigstellung für längere Zeit verzögerten. Nebenbei hätte Graffer mit dem Fedajalift aufgrund der Länge und des schwierigen Geländes in einer anderen "Gewichtsklasse" gespielt und ist für mich daher der wirkliche Liftpionier jener Zeit.
Weiß leider nicht mehr welche der beiden Provinzen das veranlasst hatte, jedenfalls war der Lift von der Provinz auf deren Gebiet er stand, genehmigt; durch einen Vermessungsfehler glaubte die Nachbarprovinz, daß Teile des Liftes als "Schwarzbau" auf ihrem Territorium stünden und deren Beamte warfen, nachdem sich Graffer verständlicherweise weigerte den Aufbau zu stoppen die betroffenen, zur Montage vorgesehenen Stützenteile in die nächstbesten Gletscherspalten wo sie angeblich heute noch manchmal sichtbar sind um so den Bau der Anlage zu verhindern. Die Geschichte erzählte mir Betriebsleiter Oswald von der Langkofelschartenbahn.
Der älteste, mir bekannte Sessellift in Italien wurde schon im ersten Weltkrieg vom Militär gebaut und führte von der Endstation der Grödnertalbahn in Plan Richtung Grödnerjoch zum Zwecke des Soldatentransports.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: 100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
Also erstens ist das eine der Veröffentlichungen zu 100 Jahre Kohlererbahn und nicht DIE Veröffentlichung...
Zum Buch selbst ist zu sagen, dass recht nett aufgemacht ist, viel neues enthält es aber nicht! Im Endeffekt (was auch im Buch vermerkt ist) baut es auf der sehr guten Broschüre von Norbert Murmelter von 1983 auf. Neben der Kohlererbahn werden auch noch teilweise andere Bozner Bahnen kurz erwähnt. Bei der Rittnerbahn ist aber ein Foto des Baues (1907) mit um 1910 nicht ganz korrekt beschriftet.
Die Broschüre ist sonst recht nett aufgemacht, fachkundig auch vor allem die Ausführung des Präsidenten der Kohlererbahn, der gut die Geschichte der Nachkriegszeit nachvollzieht.
Leider sind die Bilder teilweise sehr klein gedruckt, auch vermisst man eine etwas genauere Abhandlung aller Bozner Bergbahnen sowie vor allem der spannenden Entwicklung des Seilbahnwesens in ganz Tirol - eben über den Tellerrand geschaut...
Alles in allem aber eine nette Festbroschüre zu 100 Jahre Kohlererbahn, der wie im Buch richtig vermerkt ist "ältesten Personen - Seilschwebebahn der Welt"!
LG
Petzi
Zum Buch selbst ist zu sagen, dass recht nett aufgemacht ist, viel neues enthält es aber nicht! Im Endeffekt (was auch im Buch vermerkt ist) baut es auf der sehr guten Broschüre von Norbert Murmelter von 1983 auf. Neben der Kohlererbahn werden auch noch teilweise andere Bozner Bahnen kurz erwähnt. Bei der Rittnerbahn ist aber ein Foto des Baues (1907) mit um 1910 nicht ganz korrekt beschriftet.
Die Broschüre ist sonst recht nett aufgemacht, fachkundig auch vor allem die Ausführung des Präsidenten der Kohlererbahn, der gut die Geschichte der Nachkriegszeit nachvollzieht.
Leider sind die Bilder teilweise sehr klein gedruckt, auch vermisst man eine etwas genauere Abhandlung aller Bozner Bergbahnen sowie vor allem der spannenden Entwicklung des Seilbahnwesens in ganz Tirol - eben über den Tellerrand geschaut...
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Re: 100 Jahre Kohlerer Bahn - das Buch
Nett ist das Büchlein aufgemacht, leider enthält es einige Fehler.
Die fehlerhafte Grundaussage ist, dass die Kohlererbahn die erste Bergschwebebahn der Welt gewesen sei. Auch wenn man diese These immer wieder wiederholt, wird sie nicht wahr.
Im ausklappbaren Mittelteil ist der Jenesienbahn eine Fotomontage der Rittnerbahn zugeordnet. Der Bildnachweis ist unvollständig und dort, wo vorhanden, teilweise falsch.
Bleibt nur zu hoffen, dass die anderen Veröffentlichungen zum Bahnjubiläum sorgfältiger recherchiert und aufbereitet sind.
Dresdner
Die fehlerhafte Grundaussage ist, dass die Kohlererbahn die erste Bergschwebebahn der Welt gewesen sei. Auch wenn man diese These immer wieder wiederholt, wird sie nicht wahr.
Im ausklappbaren Mittelteil ist der Jenesienbahn eine Fotomontage der Rittnerbahn zugeordnet. Der Bildnachweis ist unvollständig und dort, wo vorhanden, teilweise falsch.
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