Ehlich gesagt, verlief der Trip ganz anders als ich ihn noch wenige Tage zuvor geplant habe. Aber keinesfalls schlechter, muss ich sofort dazuschreiben. Schon im vergangenen Jahr habe ich im Internet das Angebot vom Berggasthof Scharfetter am Hauser Kaibling gefunden (siehe hier: Halbpension mit Frühstücksbuffet und Abendmenü + gratis Seilbahnbenützung = 40€, finde ich mehr als günstig. Und die Aussicht, auf 1840 m die Nacht zu verbringen, der Hitze im Tal zu entfliehen, gefiel mir am besten. Als ich einen Tag vor der Abreise dort angerufen habe, dann herbe Enttäuschung: die Zimmer stünden erst am Freitag Abend zur Verfügung, momentan gibt es unter der Woche nur Restaurantbetrieb, aber keine Zimmervermietung. Und 'so kurzfristig' kann man es mit der Gratis - Seilbahnbenützung eh nicht arrangieren, man muss 'einige Tage vorher' per Fax die Daten schicken damit die Sommercard an der Talstation auf uns wartet usw. Irgendwie hatte ich das Gefühl dass iman sich dort oben nicht gerade um Gäste bemüht
Na gut, dann eben nicht, kurfristig umgeplant: Anreise am Mittwoch, mit der ersten Bahn auf den Hauser Kaibling, Tagesziel der 2543 m hohe Höchstein (angeblich 6 Stunden Auf- und Abstieg), mit der letzten Gondel ins Tal und dort ne Bleibe suchen.
(schon jetzt sei verraten: auch da kam was dazwischen ... aber schön mal der Reihe nach)
OK, schon das mit der ersten Bahn war ne Fehlplanung: zu lange geschlafen, zu viele Baustellen auf der Autobahn, zu lang bei Mc Donalds in Liezen gefrühstückt, auf jeden Fall waren wir erst um 9 bei der Talstation der urigen 8er PB:
Oben angekommen, unangenehme Überraschung: selbst hier, auf 1840 m, war es sehr warm bis heiss, dazu schwül und kaum Wind. Blick zur Bergstation:
Senderbahn mit Blick zur Planai:
Im Bereich Kaiblingalm mit Blick zur Dachsteingruppe:
Und weil es so schön ist ... :
Bis zur 2250 m hoch gelegnenen Kaiblingloch - Scharte brauchten wir fast 2 Stunden ... :
... und bis zum Gipfel fehlten uns immer noch etwa 300 HM, dazu waren die Sicherungen am Weg noch tlw. schneebedeckt:
Ohne viel bedauern haben wir uns entschlossen, die viel zu heisse Tour abzubrechen (selbst auf der Scharte war es heiss, kaum Wind und brennende Sonne), machten lieber ne lange Pause und bewunderten die Umgebung (Fernsicht gab es in der schwülen Luft kaum). Z. B. den Moaralm See:
Da wir es am Rückweg nun nicht mehr eilig hatten, machten wir zuerst den kleinen Umweg über die 2150 m hohe Bärfall Spitze, von wo der Moaralmsee noch besser zu sehen ist:
Der zweite Umweg ging zum 2015 m hohen Gipfel des Kaibling. Hier am Kamm war es wieder extrem heiss, kein Lüftchen bewegte sich
Seltene Gelegenheit, ein Foto von der Bergstation des Gipfelschleppers zu machen (weil im Winter ist er eh fast nie in Betrieb):
Ein See der anderen Art - aber ich finde auch diese sehr schön
Sender, Lifte, Pisten und - ja, richtig gesehen, Schneereste auf der Piste!
Die meisten Pisten am Kaibling sind vorbildlich mit T60 auf Turm bestückt:
Rückblick auf unseren Weg mit dem Kaibling (genau über der Doppelstütze der Quatralpina), Bärfallspitze (rechts oberhalb der Bergstation) und unserem unerreichtem Ziel
An der Bergstation sind wir erst nach 16 Uhr angekommen, wir hatten gerade noch ne halbe Stunde Zeit um was zu trinken (so durstig war ich schon lange nicht mehr) und ein Wurstbrot zu essen, um 16:45 ist letzte Talfahrt:
Fazit Teil 1: interessante historische klein - PB, und auch die Tour wäre bei besseren Verhältnissen ganz nett und auch bequem in 6 - 7 Stunden zu schaffen. Aaaber: bei vorhergesagten +34 Grad im Tal, schwüler Luft und kaum Wind war es auch auf 2000 m viel zu heiss für eine Bergtour, das sollte ich inzwischen schon wissen. Bei der Bergstation konnte man gerade im Schatten sitzen, ohne ins Schwitzen zu kommen. Evtl. wäre der Tag für den Dachstein geeignet. Irgendwann (aber nicht heuer) kommen wir wieder, aber es darf erstens nicht so heiss sein und zweitens nehmen wir dann wirklich die erste Gondel oder übernachten oben, damit wir nicht auf die letzte Talfahrt um 16:45 angewiesen sind.
(to be continued ...)