Die Chemins de fer des Rochers-de-Naye führt vom berühmten Nobelkurort Montreux auf den majestätisch über dem Genfer See sich erhebenden Aussichtsberg Rochers de Naye. Die Geschichte dieser kühnen Zahnradbahn ist die Geschichte dreier Bahnen, die mit einer Standseilbahn beginnt. Es war um 1880, die Idee von Niklaus Riggenbach, des Schweizer Zahnradpioniers, zwischem dem am Genfer See gelegenden malerischen Ort Territet und der 400m höher gelegenden Ortschaft Glion eine Standseilbahn zu errichten. Bereits 1883 konnte die erste Westschweizer Bergbahn ihren Betrieb aufnehmen. Die 680m lange und 57% steile Bahn funktionierte nach dem Prinzip des Gegengewichtes mit Wasser. In jedem der beiden Seilbahnwagen war ein Tank eingebaut, der in der Bergstation mit Wasser gefüllt wurde. Das in der Talstation wartende Fahrzeug hatte seinen Wassertank entleert, und nun konnte das abwärts fahrende dieses durch sein höheres Gewicht nach oben ziehen.
Die Standseilbahn fand beim Publikum großen Anklang, und so wurde bald die Forderung nach einer Verlängerung zu den Rochers de Naye laut. Da wegen der Länge der Strecke eine weitere Standseilbahn nicht mehr möglich war, entschloß man sich für eine Zahnradbahn nach System Abt in 800mm Spurweite. Mit dem Bau der Strecke wurde 1890 begonnen, und trotz gewisser Schwierigkeiten beim Bau des 430m langen Tunnels durch die Felswand des Rochers de Naye, konnte der Betrieb mit Dampflokomotiven am 27.Juli 1892 von Glion bis zur 1970m hoch gelenden Gipfelstation aufgenommen werden. Die Strecke ist 7,7 km lang, besitzt eine Maximalsteigung von 220 Promille und überwindet eine Höhendifferens von 1281m.
Die Eröffnung der Zahnradbahn die als Chemin de fer Glion - Rochers-de-Naye ( GN ) firmierte, löste einen großen Ansturm von Touristen aus, dem die Seilbahn Territet-Glion bals nicht mehr gewachsen war. Es wurden deshalb bereits 1892 Überlegungen über den Bau einer direkten Bahn von Montreux nach Glion angestellt. Mehrere Konzessionsgesuche wurden in den folgenden Jahren eingereicht, die Baubewilligung erhielt jedoch erst 1905 ein Projekt, das elektrischen Betrieb, aber ansonsten die gleichen Baugrundsätze wie bei der bestehenden Zahnradbahn Glion-Naye vorsah. Duirch die Fertigstellung mehrerer Tunnels dauerte der Bau der 2850m langen Strecke von 1907 bis 1909. NAch Eröffnung der Montreux-Glion-Bahn (MG1), konnten nun dei Touristen vom Bahnhof in Montreux zum Gipfel des Rochers de Naye fahren. Allerdings mußte in Glion von der elektrischen Lokomotive auf eine Dampflokomotive der GN umgespannt werden. Erst 1938 wurde auch die GN elektrifiziert ( 850 V= ) und konnten danach durchgehende Züge nach Rochers de Naye geführt werden. Fünfzig Jahre später, 1988, fusionierten die drei eng zusammenarbeitenden Bahnen zur Montreux-Territet-Glion-Naye-Bahn ( MTGN ) und bezeichnen seither als Chemins de fer des Rochers-de-Naye.
Von den acht Dampflokomotiven, die vonm der ehemlaigen GN zwischen 1891 und 1909 beschafft wurden, existiert noch die ehemalige Nr.4, die über die Monte-Generoso-Bahn zur Brienz-Rothorn-Bahn kam, wo sie noch heute als Nr.1 im Betriebseinsatz steht. Zum 100 jährigen Jublilaum der Strecke 1992 kehrte jedoch der Dampfbetrieb zurück. Die Chemin de fer des Rochers-de-Naye beschaffte eine der neuen, ölgefeuerten und nach modernsten Konstruktionsprinzipien von SLM gebauten Dampflokomotiven. Die Lokomotive vom Typ H2/3 fährt im Sommer mit zwei "Belle-Epoque"-Vorstellwagen täglich (außer montags) von Caux aus zur Gipfelstation. Der planmäßige Betrieb wird heute mit den zwischen 1938 und 1966 beschafften ABhe2/4 201-208 und den 1983 gelieferten modernen Doppeltriebwagen Bhe4/8 301-303 durchgeführt. Von den drei elektrischen Lokomotiven HGe2/2 der ehemlaigen MG1 sind noch die Nr.2 und 3 ( nach Umbau Nr.101 ) als Betriebsreserve und für Dienstzüge im Einsatz. Wer an einem schönen Tag die Rochers de Naye erreicht, wird sicher nie das prachtvolle Panorama vergessen, das ich von diesem "Belvedere" aus bietet. Wie bei einer Perlenkette reihen sich bei klarer Sicht die Berge der Berner, Waadtländer, Waliser und Savoyer Alpen aneinander. Der ganze Genfer See kann überblickt werden. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Alpengarten " La Rambertia" mit seinen über 1500 Pflanzenarten, der von der Bergstation in knapp 10 Minuten erreicht werden kann.
Zahnradbahnen in den Alpen - Teil 3 -> Chemins d.f.d.Rochers
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Re: Zahnradbahnen in den Alpen - Teil 3 -> Chemins d.f.d.Rochers
Kleine Korrektur: Vor der Elektrifizierung musste in der Regel in Glion umgestiegen werden, Personenwagen wurden nur selten übergeben. Eine Besonderheit gibt es noch im Bereich von Montreux. Dort übererquert die meterspurige Montreux Berner Oberlandbahn (MOB), zu deren Betriebsgruppe die MGN übrigens gehört, die Rochers-de-Nayebahn auf einer Brücke. Nun das wäre noch nichts Spezielles, wäre diese Brücke nicht im Berg drin. Beide Bahnen befinden sich in Tunnels, die sich kreuzen. Da nun aber die beiden Röhren so dicht übereinander liegen, dass das Gestein die obere der MOB nicht tragen konnte, wurde eine Brückenkonstruktion gebaut. Quasi eine unterirdische Brücke!
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Re: Zahnradbahnen in den Alpen - Teil 3 -> Chemins d.f.d.Rochers
... die Neubaulok 1 der Rochers de Naye Bahn ist doch mittlerweile auch an die Brienz - Rothorn Bahn abgegeben?...
mittlerweile gibt es auch einen Tw 304, ein Tw 305 ist in Planung...
und von den alten Tw. 201 - 208 sind einige schon ausser Dienst und viele schon abgebrochen...
Das nur so zur Ergänzung des wohl etwas auf alten Daten basierenden Artikels...
mittlerweile gibt es auch einen Tw 304, ein Tw 305 ist in Planung...
und von den alten Tw. 201 - 208 sind einige schon ausser Dienst und viele schon abgebrochen...
Das nur so zur Ergänzung des wohl etwas auf alten Daten basierenden Artikels...