Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
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Vadret
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Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Vadret »

Nun haben sie auch die Speicherseen und Beschneiungsanlagen angepeilt.... :evil:
Gibt es überhaupt noch etwas, was man in Skigebieten bauen kann ohne das die Umweltschützer Protest laufen :?: :steinigung: :angry: :nichtzufassen:

http://www.blick.ch/news/schweiz/pulver ... ch--103704
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von baeckerbursch »

Sicherlich ist der Artikel Quatsch, aber:

Speicherseen sind meistens total hässlich und verschandeln in der Tat die Landschaft!
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GMD
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von GMD »

Es kommt darauf an. Legt man einen Teich an, der sofort als künstliches Gewässer erkennbar ist, kann ich den Protest tw. nachvollziehen. Man sollte also möglichst naturnahe bauen. So mit Halbinselchen, ungeraden Ufern etc.

Bei der eigentlichen Beschneiung sieht es schon ein wenig anders aus. Lanzenwälder und nicht weggestellte Propellerkanonen auf der grünen Wiese sehen im Sommer wirklich nicht schön aus! Da sollten sich die Bergbahnen schon die Mühe machen, diese im Frühling wegzuräumen.
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Theo
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Theo »

Der Blick hat sich mal wieder selbst übertroffen und Pro Natura hat sich mit Steuergelder wieder mal einen Artikel in der Linkszeitung der Schweiz schlechthin gekauft. Einziges Ziel der Aktion: Arbeitsplätze vernichten. Liebe Pro Natura, überlast das der UBS, die können das besser.
Wären die Seen wirklich so hässlich wie beschrieben würden sie ja kaum beliebte Ziele für den Familienausflug am Sonntag sein.
Seen sind, ob im Flachland oder in den Bergen, immer gern besuchte Ziele. Damit kann man narürlich auch Geld verdienen. Hier liegt wahrscheinlich das wahre Problem von Pro Natura. Man gönnt den innovativen Menschen die Kohlen nicht.

P.S. Meinen Leserbeitrag, abgeschickt um 6.45, hat der Blick nicht online gestellt. Ein Zeichen mehr, dass im Blick die Leserbrife von der Redaktion selbst geschrieben werden.
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GMD
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von GMD »

Den Blick würde ich nicht unbedingt als linke Zeitung bezeichnen. Es ist halt ein Boulevardblatt, und wenn ein Thema fette und plakative Schlagzeilen möglich macht, wird es aufgenommen.
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BigE
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von BigE »

auch wenn ich kein freund von kunstschnee und dessen auswirkungen auf die umwelt bin...der vom artikel als ultrahässlich dargestellte fallbodensee hat eine wunderschöne farbe finde ich :)
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Vadret
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Vadret »

Oder die Umweltverbände wollen sich mal wieder "wichtig" machen im Zusammenhang mit der Abstimmung betreffend Abschaffung des Verbandbeschwerderechts. :echtkrank:

Sehr niedlich ist vorallem die Aussage vom "Wasserverbrauch" der eigentlich gar keiner ist...

@Theo
Dass die Beiträge anscheinend ausgewählt oder selbst geschrieben werden habe ich auch das Gefühl. Auffällig ist vorallem dass es nur so von negativen Beiträgen hagelt. Kann mir nicht vorstellen dass tourismusabhängige Arbeitnehmer (und das sind wir zu 99% alle, die in den Bergen wohnen) die Meinung von den Umweltverbänden einfach so leer runterschlucken. Und noch auffälliger ist, dass es fast keine Beiträge von Lesern aus den Bergen hat oder von Wintersportstationen hat... :nichtzufassen:
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Whistlercarver »

Hallo
Warum ziehen sich die Grünen nicht zurück in ihre Höhlen und leben wie vor 50.000 Jahren und lassen uns mit ihrem Quatsch in Ruhe?
Manchmal suchen sie ja nur nach irgendwelchen noch so unsinnigen Gründen aber Hauptsache man taucht in den Medien auf.

Gruß Andreas
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Theo
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Theo »

@GMD: Mit dem Boulevardblatt und der Verkaufstaktik hast du schon recht. Bloss wurde hier kein bestehendes Thema bearbeitet sondern etwas was derzeit eigentlich gar kein Thema ist aufgegriffen. Das ist dann schon nicht mehr verkaufsfördernde berichterstattung sonder bewusste politische Einmischung.

@corviglia-fan: Genau um die Abstimmung wegen dem Verbandsbeschwerderecht geht es. Ich erwarte in den nächsten Wochen noch mehrere solcher radikalen Hetzartikel, auch von anderen Mediengruppen.

Nicht dass ich zu allem ja und amen sage, aber es geht um diesen See hier.
Ich hoffe Hetzl00r hat nichts dagegen wenn ich sein Bild vom Männlichen Topic mal hier poste.
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GMD
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von GMD »

Es ist halt wie überall, es kommt auf die Dosis an! Natürlich schiessen die Umweltschützer oft übers Ziel hinaus, aber völlig unrecht haben sie manchmal auch nicht! Den leider neigt der moderne Mensch dazu, mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen nicht gerade sparsam umzugehen und das kann zu irreperablen Schäden führen mit Folgen für den ganzen Planeten!

Für die Umweltverbände sind im Hinblich auf die Abstimmung solche Artikel eher negativ. Werden sie doch einmal mehr in die Verhinderungsecke gestellt. Die Statistik sagt aber was anderes: In 75% der Fälle wurde die Verbandsbeschwerde von den zuständigen Gerichten gutgeheissen. Für mich heisst dies, dass das Verbandsbeschwerderecht eine wichtige Kontrollfunktion hat. Es mag einem nicht immer passen, aber leider wird in der Schweiz bei Grossprojekten jeglicher Art immer wieder versucht, dass Recht sehr grosszügig auszulegen oder es wird gar bewusst umgangen. Um das zu verhindern, braucht es Rekursmöglichkeiten. Natürlich könnte das auch eine Einzelperson machen. Aber nur theoretisch. Wenn der Bauherr beispielsweise eine milliardenschwere Versicherung ist, die sich die besten Anwälte leisten kann, hat ein kleiner Bürger doch von Anfang an verloren. Da hat ein schweizeweit tätiger Verband eben schon bessere Karten!
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BigE
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von BigE »

GMD hat geschrieben:[...]
In 75% der Fälle wurde die Verbandsbeschwerde von den zuständigen Gerichten gutgeheissen. Für mich heisst dies, dass das Verbandsbeschwerderecht eine wichtige Kontrollfunktion hat.[...]
finde ich auch! wenn einem die vielen beschwerden auf den keks gehen sollte man die gesetze ändern, auf welche sich die beschwerden beziehen.
stattdessen das verbandsbeschwerderecht abzuschaffen ist wie wenn man die billettkontrolleure abschaffen will weil man sich über die zu hohen ticketpreise aufregt...
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Theo
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Theo »

Zu den zwei letzten Postings.

Ich habe an und für sich nichts gegen das Vebandsbeschwerderecht in der Form wie es früher vom Gesetzgeber mal gedacht war.
Wie es aber derzeit gehandhabt wird und was Pro Natura hier wieder mal verlangt ist sicherlich nicht mehr der Sinn des ursprünglichen Vebandsbeschwerderechtes.

Einsprachen sind dort zulässig wo nicht Gesetzeskomform geplant wurde und fertig. Alle anderen Einsprachen wären von den Gerichten als unbegründet abzuweisen. Es ist aber häufig anders der Fall weil die Gerichte anstatt über bestehende Gesetze zu urteilen lieber eigenmächtig ( oder besser gesagt von langer Hand gesteuert ) Gesetze ändern oder machen.
Bei einem Verfahren spielt es lediglich eine Rolle ob das Projekt Gesetzeskomform ist oder nicht, ob das Projekt von den Verbänden als überflüssig und unnötig erachtet wird spielt absolut keine Rolle und dürfte von den Gerichten gar nicht beachtet werden.
Zu Pro Natura fällt mir dann immer noch Champery ein, wo der Kantonalpräsident der Sektion Wallis mitten im Skibetrieb mit seinem vierradrigen Töff Jagt auf Skifahrer machte. Das ist übrigens keine Behauptung sondern 100%ige wahrheit.

Würden diese einfachen Spielregeln eingehalten sähe es mit den 75% sicher ganz anders aus.

Zu den Finaznen gibt es nicht viel zu sagen. Geld ist bei den Umweltverbänden reichlich vorhanden. Pro Natura hat fast 20Mio einnahmen pro Jahr, bei den anderen habe ich nicht nachgeschaut. Gesamthaft erhalten die Umweltverbände vom Bund jährlich fast 40Mio Franken.
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Pilatus »

@ Theo: Deiner Aussage leite ich ab, dass du davon ausgehst, das die Schweizer Gerichte korrubt sind :wink: Davon gehe ich jetzt mal überhaupt nicht aus.

Klar sind die Verbände oft Verhinderer, aber z.B. der Teich in Wengen (oder Grindelwald?) ist ja wirklich nichts schönes geworden. Das Teil sieht aus wie ein zu gross geratener, unförmiger Swimmingpool und nicht wie ein idyllischer Bergsee.

In solchen Fällen wäre es doch sinnvoll, denn See naturnah anzulegen, dann provoziert man auch weniger Reaktionen.
Zu Pro Natura fällt mir dann immer noch Champery ein, wo der Kantonalpräsident der Sektion Wallis mitten im Skibetrieb mit seinem vierradrigen Töff Jagt auf Skifahrer machte. Das ist übrigens keine Behauptung sondern 100%ige wahrheit.
Wie ging das? :D
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von altmann »

Hallo!

Ich bedaure auch, dass in Leserbrief-Foren (nicht nur beim Blick) immer nur die Städter-Sicht kommt!! Das nevt mich total! (Komme auch aus den Bergen). Das liegt aber daran, dass die Städter/Agglos in der Schweiz die Mehrheit ausmachen! So leben von 7.6 Mio Einwohnern deren 5 im Mittelland, mit Schwerpunkt in den Agglomerationen und Städten. Und dazu kommt, dass diese häufiger Internetanschluss haben, sie sind häufiger online und beteiligen sich so auch häufiger an solchen Foren.
Und zu den online freigeschalteten Beiträgen: Wer seine Meinung ohne Ehrverletzung, krasse unwahre Polemiken schreibt (siehe Nettiquette oder ähnliches), wird garantiert freigeschaltet! Theos Beitrag ist in der Zwischenzeit sicher auch dort zu sehen. Geht manchmal einen Moment, bis das Zeugs auf der Page ist.


An Theo:

Ich schätze deine kritischen Beiträge ja immer sehr! Aber:

Zitat von Theo
Es ist aber häufig anders der Fall weil die Gerichte anstatt über bestehende Gesetze zu urteilen lieber eigenmächtig ( oder besser gesagt von langer Hand gesteuert ) Gesetze ändern oder machen.
Also, du bringst echt immer wieder solche Verschwörungstheorien, von wegen "von langer Hand geplant" (so was hast du schon mal im Mellau-Damüls-Thread behauptet). Wer plant denn das von langer Hand? Sicher wieder "die Linken". Wie bringen denn "die Linken" die Richter dazu, in ihrem Sinn zu entscheiden? Werden die Richter von den "Linken" geschmiert? oder wie denn? Das wäre doch ein riesen Skandal und schon lange aufgeflogen! (Gerade auch, weil seit Jahren schon über das Beschwerderecht gestritten wird.) Ach nein, klar, da stecken natürlich wieder alle "Linken" unter einer Decke und schauen, dass es nicht auffliegt oder solche Machenschaften nicht untersucht werden.

Aber egal, das ist ja das geniale an Verschwörungstheorien: Man kann sie gar nicht widerlegen, da immer alle an den Betrügereien beteiligt sein sollen und so natürlich die "Wahrheit" (also hier die Verschwörung der Linken mit Pro Natura und den Richtern) gar nie an den Tag gebracht werden kann, weil ja alle, auch die Medien (Blick, Tagi, NZZ (eine ganz besonders linke Zeitung) sich verschworen haben. Aber dann sag doch der Weltwoche von Blocher mal was von dieser riesigen Verschwörung! Die nehmen sich sicher gerne des Themas an!

Und zu deinem Demokratieverständnis: ich sags auch hier wieder: Die Gerichte oder Richter machen oder ändern keine Gesetze, sie legen sie aus! Die Gesetze werden in unserem Land immer noch von den Parlamenten (das ist die Legislative) gemacht. Die Gerichte (also die Judikative) sind dafür verantwortlich, dass diesen Gesetzen Folge geleistet wird und sie umgesetzt werden! (Ob das im Wallis anders läuft als in der Üsserschwiiz? Ich weiss es nicht.)

Also nimm doch bitte mal zur Kenntnis:
- die Linken sind in der Schweiz ganz klar in der Minderheit
- die Linken Parteien haben im Parlament (Legislative) keine Mehrheit, und können so nicht mal die Gesetze machen
- die Richter in Lausanne (Judikative) sind fast alles Bürgerliche
- Die Medienlandschaft in der Schweiz ist: rechts (Weltwoche), bürgerlich (NZZ, Tagblatt, Südostschweiz), mitte bis eher links / links liberal (Tagi, Blick) oder klar links (WOZ) Wochenzeitung)
- Verbände dienen bestimmten Interessen: z.B. den Interessen der Umwelt (Pro Natura, Landschaftschutz, VCS), wirtschaftlchen Interesse (Gewerbeverband, EconomieSuisse, Arbeitgeberverband, Hauseigentümerverband, Schweiz Tourismus, Hotellerie Suisse, Seilbahnen Schweiz), verkehrspolitische Interessen (wieder VCS, ACS, TCS, Routiers Suisse, Astag), etc., etc.
- Wenn gegen geltendes Recht verstossen wurde, kann jeder auch ein Verband gegen einen solchen Entscheid eine Beschwerde einreichen. Das Gericht entscheidet dann, ob tatsächlich geltendes Recht verletzt worden ist und der Beschwerde stattgegeben werden muss.


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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von intermezzo »

Gratulation zu den Worten von User Altmann kann ich da nur sagen. Sehr schoen und endlich einmal fundiert geschriebene Analyse. Es ist zum Teil schon behämmert, welche Theorien - einschliesslich Verschwörungstheorien - aufgestellt werden. Und: Wer den Blick als "linke" Zeitung qualifiziert, sorry, der hat von Journalismus nicht die leiseste Ahnung.

Speicherseen: sind sicher nötig, eine Schönheit sind sie meiner Meinung allerdings nicht gerade.
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von 3303 »

altmann hat geschrieben:Hallo!
Ich bedaure auch, dass in Leserbrief-Foren (nicht nur beim Blick) immer nur die Städter-Sicht kommt!! Das nevt mich total! (Komme auch aus den Bergen). Das liegt aber daran, dass die Städter/Agglos in der Schweiz die Mehrheit ausmachen! So leben von 7.6 Mio Einwohnern deren 5 im Mittelland, mit Schwerpunkt in den Agglomerationen und Städten.
So wie ich einer bin, genau genommen auch noch Deutscher.

Hier besteht übrigens meines Erachtens eine große Diskrepanz:

Einerseits will die Mehrzahl der Bewohner der Berge (sicher nicht unverständlicher Weise) möglichst viel Tourismus, aber erweckt andererseits manchmal (zum Glück scheint es eher die Ausnahme zu sein) den Eindruck, ihre Meinung sei, dass der "Gast" ja eh (überspitzt formuliert) nicht viel Ahnung von den Bergen habe.

Das mag sicher oft zutreffen, nur entspringt eine Meinung oft auch immer der Wahrung der eigenen Interessen. Für den Gast steht halt das Erholungsbedürfnis im Vordergrund, und da wird die Meinung (zumindet auf den Sommer bezogen) schnell mal "grün".
Ich gehe im Sommer auch so gut wie nie z.B. auf die Corviglia, was soll ich dort zwischen Baufahrzeugen herumlaufen, wenn ich es andererorts viel schöner haben kann?

Umgekehrt spielen die Interessen der Einheimischen am Erhalt der Geldquelle Tourismus eine extrem große Rolle bei deren Meinungsfindung.
Und gerade hier zeigt sich ein manchmal zu beobachtendes Problem:
Die Einheimischen müssen auch einsehen, dass, wenn sie denn die Städter als Gäste wollen, deren Meinung eben auch Rechnung tragen müssen.
Ich finde es bemerkenswet, sich über "grüne Städter" aufzuregen, gleichzeitig aber diese Klientel anzuwerben. Und das ist genau das, was sehr oft stattfindet.
Wiederrum umgekehrt ist natürlich die Meinung vieler Städter, die sich einerseits über Landschaftsverbau beschweren, aber Sylvester schneesicher Skifahren wollen, absurd.
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von Fab »

Ich glaube der Ärger u. Unwille der Einheimischen richtet sich vor allem gg. ortsfremde Verbände, Behörden u. Politiker, die den Einheimischen anschaffen wollen was richtig für sie sei.

Dieser Personenkreis lebt in einer Umgebung die aus wirtschaftlichen Gründen völlig denaturiert wurde.
Den Alpenbewohnern soll verwehrt werden einige wenige Prozent des eigenen Bodens zu nutzen.

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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von GMD »

Fab hat geschrieben:Dieser Personenkreis lebt in einer Umgebung die aus wirtschaftlichen Gründen völlig denaturiert wurde.
Den Alpenbewohnern soll verwehrt werden einige wenige Prozent des eigenen Bodens zu nutzen.
Aber gerade deswegen sollte man dafür sorgen, dass in den Alpen dies nicht auch flächendeckend passiert!
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Re: Neue Motzrunde: Speicherseen/Beschneiungsanlagen...

Beitrag von 3303 »

Im Endeffekt ist es ein altes und wohl nicht lösbares "Problem" der Demokratie.

Die Gesetze werden entweder von gewählten Politikern oder per Volksabstimmung beschlossen und dann von den Behörden vollzogen.
Bei diesem Prozess muss es eben immer mehrheitsfähige Kompromisse geben, die dann für alle gelten.
So ist es auch mit dem Umweltschutz, dem Baurecht etc.

Um lokal zu bleiben: Beispielsweise haben Gemeinden im Engadin früher verschiedene Richtlinien zum Schutz der Seenplatte erlassen sowie das Baurecht massiv reglementiert.
Natürlich passt das vermutlich Einigen, die ihre Grundstücke gern nach Wertsteigerung veräußert hätten, nicht.
Aber im Sinne dieses "Gesamtkapitals" für die Region hat man in der Mehrheit eben das Interesse, diese Landschaft weitgehend zu erhalten, höher gestellt.
Was ich persönlich übrigens sehr richtig finde.

Es gibt eben verschiedene Interessen, denen nicht immer im Einzelnen Rechnung getragen werden kann.
Wie gesagt - mehrheitsfähige Kompromisse, so ist es eben.
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