„Braunschweiger Zeitung, Lokalteil Wolfsburg” vom 20.12.2002
Plan: Skihalle kommt schon 2005/6
Wirbel um WN-Exklusivbericht: Politiker waren nicht eingeweiht – Neue Aller-Brücke für 1,7 Millionen Euro?
Von Carsten Krebs
Die WN-Leser wussten es als erste: Die Ferienwohnanlage im Allerpark kommt (die WN berichtete exklusiv). Ein neuer Investor, die CBB Holding AG, und ein neuer Hauptbetreiber, die IFA Hotel & Touristik AG, sind jetzt neu mit im Boot. Noch spannender: Das Ferienresort scheint nur der erste Schritt zu sein, auch der Multidome samt Indoor-Skihalle ist wieder ganz oben auf der Tagesordnung.
Das zumindest sagt Kurt Sarstrup vom zweiten Ferienresort-Betreiber Sarcon GmbH: „Wir haben gesicherte Erkenntnisse, dass der Multidome kommen wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Investition in Wolfsburg zu sehen“, so Sarstrup. Der Multidome kombiniert Skisport, Kartfahren, Bowling und vielleicht Eislaufen.
Auch deshalb wird derzeit das Konzept der 330 Wohneinheiten und 1000 Betten umfassenden Wohnanlage teilweise neu konzipiert. „Im Kontext der Skihalle ist es denkbar, dass wir aus einigen Appartements Zimmer mit Hotelarrangements machen“, sagt Sarstrup.
Erfolg für Wolfsburg AG
Und auch Wilfried Ueberhofen von der CBB Holding AG sagt: „Wenn alle Gespräche weiter positiv laufen, kann es für den Multidome zu einer Vereinbarung kommen. 2005 oder 2006 ist dann mit der Fertigstellung zu rechnen.“ Konkreter wollte er nicht werden. „Wir sind gerade in einer heißen Phase mit vielen Gesprächen, jede Presseveröffentlichung kann uns wieder zurückwerfen.“ Und Heike Müller, Pressesprecherin der Wolfsburg AG, betont: „Wir sind in konkreten Planungen mit Investoren und Betreibern für das Projekt Multidome. Wir können jetzt natürlich, nach der Zusage zur Ferienwohnanlage, mit noch mehr Nachdruck an diesen Plänen arbeiten.“
Oberbürgermeister Rolf Schnellecke nennt die Ferienresort-Vereinbarung „einen großen Erfolg für die Wolfsburg AG“. Und das, obwohl die Investoren „in diesen Tagen nun wirklich nicht Schlange stehen“. Zum Multidome sagt er nur so viel: „Jetzt wird es Schritt um Schritt weitergehen. Einen Zeitdruck gibt es nach diesem Erfolg nicht.“
Mit Blick auf das Ferienresort spricht wiederum Ueberhofen von einer „schlagkräftigen Truppe“ von Investoren und Betreibern. Besonders, dass jetzt auch die IFA Hotel & Touristik AG als Hauptbetreiber der Wohnanlage mit im Boot sei, habe eine große Rolle bei der positiven Entscheidung seines Unternehmens gespielt. „Die IFA verfügt als Tochterunternehmen der Thomas Cook AG über eine hohe Bonität und reichlich Erfahrung als Betreiber von Hotels“, so Ueberhofen.
Ausschussmitglieder sauer
In einer Pressemitteilung hebt Klaus Dierkes, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG, hervor, dass die Vereinbarung „das erste rein privat finanzierte Projekt“ der Erlebniswelt sei. „Wir konnten unser Versprechen, bis Ende 2002 einen Investor und Betreiber für die Ferienanlage zu finden, einlösen.“
Die neue Vereinbarung wurde im gestern tagenden Unterausschuss „Wolfsburg AG“ mit Freude zur Kenntnis genommen. Sauer waren die Mitglieder des Gremiums hingegen darüber, dass sie von den Entwicklungen aus der WN erfuhren – und nicht zuvor eingeweiht wurden.
Eine Debatte in dem nicht-öffentlichen Gremium entzündete sich an den von der Stadt Wolfsburg zu zahlenden Erschließungskosten, die nach WN-Informationen auf rund drei Millionen Euro taxiert werden.
Genauer: der Bau einer neuen Brücke über die Aller. Angesichts der Einspurigkeit der bestehenden Brücke Schloss-Badeland/Eishalle herrschte weitgehende Einigkeit, dass dort eine vierspurige Brücke nötig sei. Die im Ausschuss gehandelten Kosten: 1,7 Millionen Euro.
Ein Problemfeld für die Ferienwohnanlage bleibt die Angst von Restaurantbesitzern, durch die neue Anlage negativ betroffen zu sein. Betreiber Sarstrup betont jedoch, dass die gastronomische Infrastruktur zwar etwas größer werden könnte als bislang geplant, man aber „definitiv in keinen Wettbewerb mit hiesigen Restaurants eintreten“ werde.
Und so soll sie aussehen:Am Allersee in Wolfsburg entsteht auf einem 100 ha großen Gelände der Freizeit- und Erholungspark „Challenge District“ (Masterplaner: Jörissen Stahm Architekten, Braunschweig). Gebaut werden u.a. eine Multifunktionsarena für 6.000 Besucher, eine 250 m lange Skihalle und ein 35.000 Besucher fassendes Stadion. Die IGH INGENIEURE führen Verkehrsuntersuchungen
sowie -planungen durch und erstellten eine detaillierte Energiestudie. Auch der koordinierte Leitungsplan liegt in der Händen der IGH.