Wintersaison: Experten rechnen wieder mit 60.000 Verletzten

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snowflat
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Wintersaison: Experten rechnen wieder mit 60.000 Verletzten

Beitrag von snowflat »

Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!

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TPD
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Re: Wintersaison: Experten rechnen wieder mit 60.000 Verletzten

Beitrag von TPD »

Habe ja schon immer gesagt Sport ist Mord ;)

Aber ein wichtiger Punkt fehlt im Artikel.
Und zwar die so tollen Hochleistungsanlagen, dank denen es keine Wartezeiten mehr gibt, aber dafür sind die Pisten hoffnungslos überfüllt.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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Re: Wintersaison: Experten rechnen wieder mit 60.000 Verletzten

Beitrag von Rüganer »

Auf 1000 Skitage kommt rund eine Verletzung.
Na da ist z. B. Joggen oder Radeln viel gefährlicher :wink:

Widersprüchlich ist der Artikel aber auch - einerseits :
In der Rangliste der Verletzungen nimmt das Knie die erste Stelle ein, aber auch Brüche des Schienbeinkopfes nehmen massiv zu. Wie überhaupt der ISS-Index, ein Gradmesser für die Schwere der Verletzung, bereits seit Jahren steigende Tendenz aufweist. Dazu zählen auch Wirbelsäulen- und Beckenverletzungen.
Dann wird aber der Helm dringend empfohlen. Aber wie soll der bei diesen Verletzungen schützen ? :gruebel:
Danke Schweiz und Bulgarien !
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EBM
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Re: Wintersaison: Experten rechnen wieder mit 60.000 Verletzten

Beitrag von EBM »

Sehr interessant.
Das deckt sich mit Artikeln aus diversen Fachzeitschriften. Schon 2002 (wars glaub ich) stand in "Sportverletzung - Sportschaden", dass bei Skifahrern die Knieverletzungen (Bruch des Schienbeinkopfes zählt eigentlich auch dazu) deutlich zugenommen haben, dafür die Unterschenkelbrüche deutlich abgenommen haben. Dies wurde auf eine Veränderung der Schistiefelkonstruktion zurückgeführt. Das funktioniert biomechanisch wie folgt: wird der Schaft erhöht geht das max. der Biegebelastung in Richtung Oberschenkel. Geht die Schafthöhe nach unten verlagert sich die Verletzungshäufigkkeit in Richtung Sprungelenk. Innerhalb der 90er Jahre haben sich somit die Hauptschiverletzungen von Oberschenkelhals- bzw. Oberschenkelschaftfrakturen in Richtung Schien-Wadenbeinbrüche. Beide Verletzungen sind aus Reha- und Kostenträgersicht wesentlich aufwendiger als Meniskus oder Kreuzbandverletzungen, die nicht in jedem Fall operiert werden müssen.
Beckenverletzung entstehen i.d.R. durch Stürze direkt auf den Beckenknochen bei hartem Untergrund.

Bei Snowboardern treten statt dessen vermehrt Spiral- und Trümmerfrakturen der Arme auf. Da die Handgelenke durch Protektoren geschützt sind, überträgt sich der Sturz mit verlängertem Hebel auf Ellbogen und Oberarm, was die jeweiligen Knochen nicht aushalten. Sehr interessant war in den letzten Jahren das vermehrte Aufkommen von Schleudertraumata bei Boardern in meiner Praxis (Physiotherapie). Des weiteren schädigen vermehrte Stürze aufs Gesäß das Neuralesystem und die Wirbelsäule bis hin zu Schäden an der Halswirbelsäule und Kiefer.

Natürlich werden all diese Verletzungen durch einen Helm nicht verhindert. Allgemein kann ich vor allem in den beiden letzten Wintern beobachten, dass vor allem Konditions-, Koordinations- und Kraftdefizite zu Stürzen führen. Die Höhe wird nicht richtig eingeschätzt (für viele sind bereits 2500m Ende der O2-Sättigung) und bei körperlich fordernden Bedingungen (Neuschnee, schlechte Sicht) wird dennoch gefahren obwohl Können und Physis schon nach 2 Abfahrten am Ende sind. Die letzten 3 Schiopfer der letzten Saison sind alle beim anstehen oder Abschwingen am Mittag/Nachmittag gestürzt. Folge: 2 mal vorderes Kreuzband gerissen einmal Schulterblatt gebrochen-
Da stimme ich dem Argument mit den Hochleistungsbahnen voll zu. Auch das Präparieren aller Abfahrten und Extremabfahrten wie Harakiri unterstützen diesen Trend der Selbsüberschätzung.

Wie siehts eigentlich mit der Todesstatisik aus? Hat da jemand zusätzlich Zahlen der letzten Jahre?
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