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Martina Ertl startet "Operation Weltcup-Sieg"
München - "Ich würde mir schon wünschen, mal wieder
ein Rennen zu gewinnen." Ein Satz voller Sehnsucht, voller Wehmut, voller Entschlossenheit: Martina Ertl packt's in dieser Saison noch einmal an.
Beim Auftakt der Alpin-Damen im österreichischen Sölden beginnt für sie am Wochenende die "Operation Weltcup-Sieg".
Wiedersehen mit Sölden soll Freude machen
Drei Jahre ist es nun her, da gelang ihr am Rettenbachferner - am traditionellen Schauplatz des ersten Saisonrennens - ihr 13. Weltcup-Sieg. Es war allerdings zugleich ihr bislang letzter.
Für den Riesenslalom am Samstag dämpft die 30-Jährige allerdings die Erwartungen, zumal der Hang im ewigen Eis schon sehr anspruchsvoll ist: "Unter die ersten Fünf zu kommen, ist da schon schwer genug."
Martina Ertl bald wieder "Siegfahrerin"?
Ihr Trainer sieht das ähnlich, sein Ausblick aber klingt verheißungsvoll. "Jetzt schon von einem Sieg zu sprechen, ist nicht ganz realistisch. Aber ab Mitte der Saison müsste Martina zur Siegfahrerin werden", prophezeiht der Österreicher Matthias Berthold, der lange umworbene neue Coach der deutschen Slalom- und Riesenslalom-Fahrerinnen.
Auch Cheftrainer Wolfgang Maier ist durchaus guter Dinge. "Die Martina fährt zurzeit außergewöhnlich gut", berichtet er. Allerdings gibt er zu bedenken, dass ihr in den vergangenen Jahren die Konstanz gefehlt habe.
Ertls neue Gelassenheit
Die Kombinations-Weltmeisterin von 2001 will sich endlich mal an die Erkenntnis halten, dass sich nichts erzwingen lässt. Zumindest nach außen vermittelt sie den Eindruck der gewachsenen Gelassenheit: "Ich fühle mich gut und habe wieder Spaß am Skifahren." (Wann beendet Martina Ertl ihre Durststrecke? Jetzt im Wintersport-Forum diskutieren!)
So lange die Freude anhält, will sie auch weiterfahren, allerdings maximal noch bis Olympia 2006.
Hilde Gerg wartet bis Lake Louise
Auch Hilde Gerg will ganz oben auf dem "Stockerl" landen. Kein Großereignis steht an, "gerade in so einer Saison ist es deshalb wichtig, Rennen zu gewinnen", sagt die 28-Jährige, die im vergangenen Jahr immerhin zweimal siegte - vor ihrer Kreuzbandverletzung.
Weil das lädierte Knie im März noch einmal operiert werden musste, bittet Gerg um Geduld: "Ich brauche noch meine Zeit." Den Riesenslalom in Sölden lässt sie aus und konzentriert sich auf die ersten Rennen in Abfahrt und Super-G Ende November in Lake Louise/Kanada.
"Gerg stapelt ein bisschen tief"
Cheftrainer Maier muss immer ein wenig schmunzeln, wenn er die Prognosen von Gerg hört. "Hilde fährt schon jetzt nicht schlecht, da braucht keiner Angst zu haben. Sie stapelt ein bisschen tief, sie ist ja nicht blöd", sagt er.
Potenzial hat die erste Anwärterin auf einen DSV-Sieg jedenfalls in ausreichendem Maße, betont Maier, und wenn in diesem Winter auch noch "ausnahmsweise mal alles einigermaßen normal läuft, würde ich mir vorstellen, dass sie um die Weltcup-Kugel in der Abfahrt und im Super-G mitfährt".
Neue Hoffnung Maria Riesch
Aus dem Nachwuchsbereich soll zumindest eine ganz groß rauskommen: Maria Riesch. Die 19- Jährige schloss im vergangenen Winter bereits zur Weltklasse auf und gehört zur eher selten gewordenen Spezies der Allrounderinnen.
Maier will Riesch so weit voranbringen, "dass sie in zwei, drei Jahren um den Gesamtweltcup mitfahren kann. Das ist ein hohes Ziel, aber sie hat wirklich gute Chancen."
Maier kritisiert DSV: "Reformen zu spät"
In Maiers positive Saisonprognose mischen sich kritische Untertöne. "Die Reformen sind vom Inhalt richtig, aber sie kommen acht bis zehn Jahre zu spät", nimmt Maier den Verband ins Visier.
Bereits in den wesentlich erfolgreicheren 90er Jahren habe er strukturelle Veränderungen angemahnt. "Wir hätten das Hoch ausnützen müssen, um für schlechte Zeiten gerüstet zu sein. Aber da war das Verständnis im Kopf der Führung nicht da", so Maier.
Nun müsse man bei den Strukturänderungen an die "Schmerzgrenze" gehen.
Der DSV leitete nach der schlechtesten WM-Bilanz seit 1982 im Februar in St. Moritz grundlegende Reformen vor allem im Nachwuchsbereich eingeleitet. So kümmern sich acht hauptamtliche Jugendtrainer um die Arbeit an der Basis.
GO MARTINA GOOOOOOOOO
P.S. da is sauviel los