Die Tage werden spürbar kürzer, die Nächte klar und kalt.
Die Bäume tauchen die Landschaft in prächtige Farbengebilde.
Die Sonnenstrahlen stehen flach am Himmel, wärmen den Körper angenehm.
Leider war davon in den letzten Tagen hier in der Stadt nicht viel zu spüren, da der zähe Hochnebel der Sonne kaum eine Chance ließ. Deshalb bin ich gestern Nachmittag kurzfristig der Sonne entgegen gefahren, was sich als gar nicht so einfach herausstellte.
Der Hochnebel hielt sich bis weit in das Alpenvorland hinein, sogar im Talboden direkt am Alpenrand war noch alles grau in grau, erst mit dem erklimmen einer kleinen Höhenstufe zeigte sich dann die lange ersehnte Sonne, aber immer noch getrübt durch wieder hereinziehende Nebelschwaden.
Das Wasser und das farbige Herbstlaub ergeben schöne Kontraste, eine wunderbare Idylle.
In den 50er Jahren zum Hochwasserschutz gebaut, in geringem Maße zur Energiegewinnung genutzt, fügt sich der See trotz der künstlichen Anlage ansprechend in das Landschaftsbild ein und ist inzwischen kaum mehr wegzudenken, eines der Wahrzeichen der Region.
Das ist der Herbst, so wie man ihn einfach lieben muss.
Das Laub raschelt beim dahinschlendern, die Wärme der Sonne wird aufgesaugt.
Noch ein paar Tage und kalte Nächte, dann färben sich auch noch Tannen und Lärchen.
Einst eine technische Meisterleistung: die Brücke über den See, unten erkennt man in Form der Insel am Brückenpfeiler noch die Spuren des versunkenen Dorfs, das der Sage nach alle 100 Jahre bei Vollmond kurz auftaucht.
Weiter flussaufwärts prägt weiterhin ein ausgetrocknetes Flussbett das Bild: infolge des benachbarten Kraftwerkbaus wurde seit 1924 ein Großteil des Wassers in Richtung Norden abgeleitet. Die Folge war ein im Sommer nahezu komplett ausgetrocknetes Flussbett. Seit nun mehr 20 Jahren gibt es aber eine festgelegte Mindestwasserabflussmenge, die zumindest ein vollständiges Austrocknen verhindert.
Im letzten Abendlicht glänzen die gefärbten Blätter besonders schön.
Dennoch ist ein niedriger Wasserstand im Sommer immer noch charakteristisch, ein paar wenige Fischerboote liegen herum, die Luft riecht nach dem feuchten, lehmigen Boden, der beim Gehen leicht nachgibt.
Zur Abendzeit steht das Licht flach, die Weite und Einsamkeit des Flussbetts wird besonders klar, kaum Menschen sind hier unterwegs, die ersten Rehe trauen sich aus dem Wald heraus.
Edit 03.04.2011: Serverumzug (Bilder)