Der Bauwahnsinn in den Alpen
- TPD
- Moderator
- Beiträge: 6771
- Registriert: 09.03.2003 - 10:32
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: (Region Bern)
- Hat sich bedankt: 292 Mal
- Danksagung erhalten: 179 Mal
- Kontaktdaten:
Der Bauwahnsinn in den Alpen
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
- Theo
- Matterhorn (4478m)
- Beiträge: 4537
- Registriert: 22.08.2003 - 19:37
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Zermatt
- Hat sich bedankt: 177 Mal
- Danksagung erhalten: 920 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Da muss ich die gute Frau galub ich mal auf ein paar Wanderungen mitnehmen. Also ich war gesten hier in Zermatt auf einer Wanderung die bis auf ca. 2700müM raufging und bin in 4.5 Stunden gerade mal einer einzigen Person begegnet. Wohlgemerkt, in einem wie viele meinen übererschlossenen und überfüllten Ferienort.Es gibt kaum noch eine ruhige Ecke für jene Naturfreunde, welche sich noch an der Alpenflora, dem kreisenden Steinadler oder dem Pfiff eines Murmeltiers erfreuen», macht Verena Wagner aus Hilterfingen ihrem Ärger Luft. Die Präsidentin von Pro Natura Thun ist der Meinung, «dass auch diese Leute Gäste sind.
Murmeltiere habe ich keine gesehen denn diese schlafen bereits. Die Flora ist um diese Jahreszeit auch nicht mehr so üppig. Steinböcke und Adler habe ich allerdings sehr wohl zu Gesicht bekommen.
Das Unesco Weltnaturebe im Lötschental ist auch nicht nur dazu da um zu sagen wir haben auch eins oder um die Lauchernalpbahnen zu plagen. Da kann man auch ( ohne bergsteigerische Fähigkeiten zu brauchen ) frühmorgens in Blatten starten und bis man 10 Stunden später wieder auf die Fafleralp kommt hat man bis auf die Wege und Pfade garantiert keine Spuren menschlicher Zivilisation gesehen.
Das Problem ist halt nur, da wo ich gestern war kommt man nur zu Fuss hin und es ist halt anstrengend.
- Fab
- Disteghil Sar (7885m)
- Beiträge: 7947
- Registriert: 28.07.2007 - 13:11
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Tauperlitz (Bayern)
- Hat sich bedankt: 34 Mal
- Danksagung erhalten: 687 Mal
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Theo bin deiner Meinung. Eine halbe Stunde vom Haupwanderweg weg und es ist Ruhe.
Bist Höhbalmen gegangen? Oder über den "oberi Sattla" zuir Täschalp. Da ist auch nie jemand
Bist Höhbalmen gegangen? Oder über den "oberi Sattla" zuir Täschalp. Da ist auch nie jemand
- Migi
- Wurmberg (971m)
- Beiträge: 1040
- Registriert: 10.10.2003 - 17:03
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: nein
- Ort: Bergisch Gladbach
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Mir ist beim Lesen des Artikels der gleiche Gedanke gekommen. Sicher muss man diese ganzen Touristenbauten kritisch betrachten. Solange man damit aber nicht die Natur zubaut wie blöd, sondern sie anstänsig in die Natur integriert und auch nur dort baut wo Touristen eben auch hinkommen, sehe ich überhaupt kein Problem. Und ich glaube kaum, dass ein Turnschuhtourist je die Triftbrücke zu Gesicht bekommt. Sie liegt aber so, dass ein interessierter Wanderer und auch Familien mit etwas grösseren Kindern sie problemlos erreichen können. Das wiederum bringt Leute in die Gegend. Grade dem Gadmental tut das auf jeden Fall sehr gut.
Ähnlich ist es mit anderen Bauten wie beispielsweise dem Piercing am Stockhorn. Auch das bringt zusätzliche Gäste für relativ wenig Eingriff in die Natur.
Definitiv ist es so, dass man auch trotz dieser Touristenbauten immer noch massenweise ruhige Ecken findet. Aber eben, dann muss der Wanderer halt vielleicht mal auf die Seilbahn verzichten und vielleicht einen Weg nehmen, der nicht kinderwagentauglich ist... Auf jeden Fall fallen mir massenweise mögliche Routen ein, auf denen einem wohl kaum ein Mensch begegnen wird
.
Zugegeben, im Berner Oberland ist es nicht überall ganz so einfach. Aber auch da fallen mir spontan verschiedenste Möglichkeiten ein um grossen Menschenströmen zu entgehen - auch solche die an einer Bergbahn beginnen.
Ähnlich ist es mit anderen Bauten wie beispielsweise dem Piercing am Stockhorn. Auch das bringt zusätzliche Gäste für relativ wenig Eingriff in die Natur.
Definitiv ist es so, dass man auch trotz dieser Touristenbauten immer noch massenweise ruhige Ecken findet. Aber eben, dann muss der Wanderer halt vielleicht mal auf die Seilbahn verzichten und vielleicht einen Weg nehmen, der nicht kinderwagentauglich ist... Auf jeden Fall fallen mir massenweise mögliche Routen ein, auf denen einem wohl kaum ein Mensch begegnen wird
Zugegeben, im Berner Oberland ist es nicht überall ganz so einfach. Aber auch da fallen mir spontan verschiedenste Möglichkeiten ein um grossen Menschenströmen zu entgehen - auch solche die an einer Bergbahn beginnen.
http://www.bergbahnen.org - Die Seilbahnwebsite
-
molotov
- Chimborazo (6310m)
- Beiträge: 6520
- Registriert: 08.12.2005 - 20:42
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: ja
- Ort: Wangen
- Hat sich bedankt: 1359 Mal
- Danksagung erhalten: 780 Mal
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Insgesamt denke ich dass in den Alpen noch genügend ruhige Gegenden vorhanden sind, was ich kritisch sehe sind Megaskigebiete wie St.Anton-Kappl-(Lech-Warth) das zerschneidet dann schon sehr großräumig NAturlandschaften.
Wichtig ist denke ich dass Rückzugskorridore und Wanderrouten für Wildtiere erhalten bleiben.
Wichtig ist denke ich dass Rückzugskorridore und Wanderrouten für Wildtiere erhalten bleiben.
Touren >> Piste
- Kris
- Nebelhorn (2224m)
- Beiträge: 2411
- Registriert: 23.02.2004 - 13:50
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: nein
- Ort: Innsbruck
- Hat sich bedankt: 655 Mal
- Danksagung erhalten: 1044 Mal
- Kontaktdaten:
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Der Artikel erwähnt jedoch auch folgendes, das hier naturgemäß auf wenig Zustimmung stößt:
Damit wirkt das "natürliche unmöblierte" auf die berauschte Kinderseele in Konsequenz noch langweiliger. Es wird noch schwieriger für die jetzige Elterngeneration, Kinder dazu zu bringen, sich mühsam mit eigener Kraft in die vermeintlich langweilige unmöblierte Landschaft zu begeben. Das ist sicherlich gut für die Betreiber der Attraktionen.
Für Kinder werden diese neuen Attraktionen immer präsenter, selbstverständlicher und auch anziehender. Kinder sind zunächst neugierig und sprechen auf für sie "aufregendes" besonders gut an, was sie dann auch ihren Eltern spüren lassen.Das Bild der alpinen Natur, das auch unseren Kindern vermittelt wird, ist bedenklich, weil primär konsumorientiert. Die Berge werden als Instanterlebnis einkaufbar.» Die natürlichen, unmöblierten Aussichtspunkte, wie man sie auf Wanderwegen überall antreffe, ermöglichten hingegen ein innigeres und nachhaltigeres Erlebnis.
Damit wirkt das "natürliche unmöblierte" auf die berauschte Kinderseele in Konsequenz noch langweiliger. Es wird noch schwieriger für die jetzige Elterngeneration, Kinder dazu zu bringen, sich mühsam mit eigener Kraft in die vermeintlich langweilige unmöblierte Landschaft zu begeben. Das ist sicherlich gut für die Betreiber der Attraktionen.
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
- CruisingT
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 473
- Registriert: 01.08.2008 - 22:42
- Skitage 25/26: 0
- Ski: nein
- Snowboard: ja
- Ort: München
- Hat sich bedankt: 0
- Danksagung erhalten: 0
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
@Kris
Ich kann folgende Aussage leider nicht statistisch belegen, aber sie trifft auf viele meiner Bekannte zu:
Als junges Kind, aufgewachsen in den 70'ern oder 80'ern, kannten wir keine "Attraktionen". Es war der schlichte Zwang, dass die Eltern es wollten. Damals war die eine oder andere Wanderung sicherlich ungeliebt - heute möchte ich die gemachten Erfahrungen nicht mehr missen. So geht es auch den meisten der mir bekannten Menschen.
Ergo:
Die Allmacht der kleinen Monster soll ruhig mal kanalisiert werden hin zu Erlebnissen, die sie vielleicht erst in der Retrospektive genießen können. Mitgebrachtes Ungemach derartiger Aktionen ist IMHO nicht schädlich, sondern dem Kindeswohl zuträglich, da differnzierte Erfahrung abseits der Wii & co. durchaus subtiles Denken fördern.
Erziehug bedeutet in meinem Intellekt immernoch, dass die Eltern dem Kind etwas vermitteln und ihm einen Leitfaden fürs Leben geben und nicht, dass man Trends und Gepflogenheiten blindlinks folgt. Dies mag altmodisch erscheinen, aber ich stehe dazu!
Daher ist es richtig, Betreuungsangebote zu offerieren, die den Eltern die Chance geben, selber etwas zu erleben. Mal Kinderfrei zu sein und die kleinen Monster gut betreut zu wissen.
Es wird leider viel zu oft vergessen, dass die Eltern immer noch ein "Liebes"-Paar sind und dafür, inkl. gemeinsamer Erfahrungen abseits der Kinder, ihre Momente brauchen.
Wenn du nun eine Horde kleiner Monster zusammen bringst, dann ist es normal, dass sich einige verletzen (egal wie die Rahmenbedingungen aussehen) und dass sich einige nicht mögen werden, was sie ihren Eltern bei der Abhohlung unmissverständlich kundttun werden. Aber wat solls? Das sind eben die Erfahrungen, die zum Leben dazu gehören.
Genauso gehören die Erfahrungen dazu, dass die Eltern oder die guten Lehrer, den kleinen Biestern auf eine spielerische Art das Tiefschnee- und Parkfahren beibringen.
Ich kann folgende Aussage leider nicht statistisch belegen, aber sie trifft auf viele meiner Bekannte zu:
Als junges Kind, aufgewachsen in den 70'ern oder 80'ern, kannten wir keine "Attraktionen". Es war der schlichte Zwang, dass die Eltern es wollten. Damals war die eine oder andere Wanderung sicherlich ungeliebt - heute möchte ich die gemachten Erfahrungen nicht mehr missen. So geht es auch den meisten der mir bekannten Menschen.
Ergo:
Die Allmacht der kleinen Monster soll ruhig mal kanalisiert werden hin zu Erlebnissen, die sie vielleicht erst in der Retrospektive genießen können. Mitgebrachtes Ungemach derartiger Aktionen ist IMHO nicht schädlich, sondern dem Kindeswohl zuträglich, da differnzierte Erfahrung abseits der Wii & co. durchaus subtiles Denken fördern.
Erziehug bedeutet in meinem Intellekt immernoch, dass die Eltern dem Kind etwas vermitteln und ihm einen Leitfaden fürs Leben geben und nicht, dass man Trends und Gepflogenheiten blindlinks folgt. Dies mag altmodisch erscheinen, aber ich stehe dazu!
Daher ist es richtig, Betreuungsangebote zu offerieren, die den Eltern die Chance geben, selber etwas zu erleben. Mal Kinderfrei zu sein und die kleinen Monster gut betreut zu wissen.
Es wird leider viel zu oft vergessen, dass die Eltern immer noch ein "Liebes"-Paar sind und dafür, inkl. gemeinsamer Erfahrungen abseits der Kinder, ihre Momente brauchen.
Wenn du nun eine Horde kleiner Monster zusammen bringst, dann ist es normal, dass sich einige verletzen (egal wie die Rahmenbedingungen aussehen) und dass sich einige nicht mögen werden, was sie ihren Eltern bei der Abhohlung unmissverständlich kundttun werden. Aber wat solls? Das sind eben die Erfahrungen, die zum Leben dazu gehören.
Genauso gehören die Erfahrungen dazu, dass die Eltern oder die guten Lehrer, den kleinen Biestern auf eine spielerische Art das Tiefschnee- und Parkfahren beibringen.
- Budi
- Großer Müggelberg (115m)
- Beiträge: 279
- Registriert: 28.12.2007 - 12:32
- Skitage 25/26: 0
- Ski: ja
- Snowboard: ja
- Ort: 8840 Einsiedeln
- Hat sich bedankt: 5 Mal
- Danksagung erhalten: 6 Mal
Re: Der Bauwahnsinn in den Alpen
Schliesse mich der Meinung von Theo an. Das gleiche erlebte ich in La Tzoumaz vor 2 Wochen. Es ist Herbst, die Bahnen laufen nicht, wer hoch will muss zu Fuss oder mit dem Auto gehen. Wir machten eine kleine Wanderung auf dem Sentier des Sens, da hatte es einen Haufen Leute beim Maison de la Foret. Da gibts auch einen Parkplatz. Wenn du aber weg bist von den Parkplätzen und Strassen, siehst du kaum mehr einer auf der Wanderung.