Am 28.12.2010 fuhr ich am Vormittag zu den Steckenbergliften in Unterammergau und wechselte mittags rüber nach Oberammergau zum Kolben. Beide Skigebiete standen schon länger auf meiner Liste und zwei Tage vorher konnte ich Münchner wg. der Weihnachtsfeiertage leider nicht dorthin begleiten. Am Nachmittag rundete ich noch den Tag am Rabenkopflift in Oberau ab, einem ca. 500-600 Meter langen Schlepper, den ich von meiner Kompass-Wanderkarte her kenne (außerdem gibt es an der B2 noch das Hinweisschild „Skilift“).
Die Anreise von München ging natürlich über die A95 / B2, wo wie fast immer nach dem Autobahnende dichter Kolonnenverkehr herrschte. Selbst durch dichtes Auffahren meines Hintermannes wollte sich dieser nicht einfach in Luft auflösen....
Am Rückweg war ich – nachdem ich Oberau verlassen hatte – ein einer Stunde wieder daheim – an so etwas könnte man sich nach Skiausflügen gewöhnen.
Der Grund für den Besuch bei diesen „Bamperlliften“ (O-Ton einer Mitfahrerin im Steckenberglift I, die ganz verwundert war, dass ich von München extra angereist war!) war – wie immer – die Nostalgie, verbunden mit oberbayrischer Gemütlichkeit vor Ort. So war ich im Steckenberglift II der erste Gast in der Früh. Der Liftmann (siehe erstes Bild!) oben stand vorm Häusl und erzählte mir irgendwas, das ich als gebürtiger Allgäuer kaum verstand. Als ich wissen wollte, ob der Schartenlift schon läuft, zückte er sein Funkgerät und fragte einfach seinen Kollen Rudi, der dies bestätigte. Das ist mal ein netter Service...
Den ganzen Tag war der Himmel leider bewölkt – die Sonne hatte keine Chance. Ab ca. 15:30 setzte Schneefall ein, der bei meiner Abreise um 16:15 recht stark wurde.
Pistenplan Steckenberg:
http://www.steckenberg.de/images/storie ... _gross.jpg
Morgens am Steckenberglift I – es war noch nichts los und außer dem vorliegenden Lift stand noch alles still.
Blick zu den beiden Tellerliften, die bis zum Steilhang parallel neben dem Steckenberglift I verlaufen. Als am späten Vormittag der große Ansturm kam, war ihrer Existenz mehr als notwendig.
Rodelbahn out of order
Ab dem Steilhang verläuft der Schlepper ohne seine Teller-Nachbarn.
Noch war er leer – der Steckenberglift I nach der ersten Auffahrt
Trassenzoom – wie üblich
Die Abfahrt vom Ier Lift – ein kurzer, aber netter Hang. Vor allem war es hier am besten präpariert.
Am Steckenberglift II – der eine sehr interessante Talstation (Dreieckskonstruktion) besitzt, war ich an diesem Tag der erste Fahrgast. Man muss allerdings hinterm Ausstieg des Iers durch einen Tunnel durch, um zum Lift zu gelangen. (Auch wenn direkt links vom Ausstieg die Absperrung nicht ganz zu sein sollte!)
Schöner Steilhang durch den Wald – so macht Schleppliftfahren Spaß!
Blick zurück zur Dreieckstalstation – hinten der Steckenberglift I
Fahrtbilder – aber es kommen diesmal nur wenige, da der Schlepper leider recht kurz ist.
Ganz oben sieht man bereits das Häusl vom Ausstieg
Am Ausstieg steht noch eine rot gestrichene Stütze, wie es bei Schleppern und Sesselliften bis in die 70er üblich war.
Umlenkung
Piste direkt neben dem Lift.
Abfahrt „hinten rum“, die direkt bis ins Tal geht und über die man zum Schartenlift gelangt. Eine schöne, menschenleere Waldabfahrt!
Seitenblick auf dem Weg zum Schartenlift
Talstation Schartenlift
Auch hier dürfte ich an jenem Tag der erste Fahrgast gewesen sein. Aber den ganzen Vormittag über blieb es „hier hinten“ ruhig.
Auf den alten Pistenplänen ist direkt neben der Schlepplifttrasse noch keine Piste eingezeichnet – wurde die vielleicht nachträglich errichtet?
Einstiegsbereich – das Bild wurde bei der zweiten Auffahrt aufgenommen, als dann schon zwei, drei Leute da waren, mit denen ich mir den Lift teilen musste.
Scharten-Hindernis-Tour
Ganz allein im Lift...
Blick zum Laber, dessen Bahnschneise zu erahnen ist.
Zoom in die Trasse des Schartenlifts
Hier konnte man gescheit rasen!
Alte Liftstation rechts vom Steckenberg I ???
Hier herrschte nun großer Andrang.
Blick vom Parkplatz zum Steckenberglift I
Fazit: Ein urgemütliches, typisch oberbayrisches Skigbiet. Für einen Vormittag reicht das Angebot locker aus, da man z.B., wenn ich recht aufgepasst habe, allein vom Schartenlift 3 Abfahrtsvarianten hat und die beiden Steckenberglifte auch einen ganz netten Hang ergeben. Ich hoffe, dass das schon ewig eingezeichnete „Projekt“ - ein Schlepplift als 3. Sektion am Steckenberg ganz oben – mal verwirklicht wird. Aber vermutlich geschieht hier nicht mehr – wahrscheinlich genauso wie bei der „jahrzehntelang“ projektierten 3SB auf Blomberg in Bad Tölz.
Gegen 11 Uhr wechselte ich dann hinüber nach Oberammergau zu den Kolbenliften.
Pistenplan Kolbengebiet:
http://www.kolbensesselbahn.de/lifte/skiplan.htm
Leider liegt die Talstation der 1992 errichteten DSB ein Stück bergauf und man muss vom untersten Parkdeck schon ein wenig laufen – aber das schadet wenigstens auch mal nicht...
Vorgänger der DSB war auf gleicher Trasse – das alte Talstationsgebäude wurde übernommen ein ESL, der in den 80er Jahre Skiatlanten noch abgebildet ist.
Hier war erst mal Anstehen angesagt (knappe Viertelstunde bis 20 min). Aber wenigsten waren die ganzen Leute – meist Familien – total entspannt drauf – keiner drängelte, manche wünschten, wie ich mitbekam, eine 4KSB herbei. Ich fuhr wg. der Wartezeit nur 3 mal mit der DSB, die 1,8 km lang ist und eine zwar nicht besonders steile, aber trotzdem schöne Waldabfahrt bedient. Zum Teil kann man diese auch benutzen, wenn man mit den beiden Kolbenschleppliften auffährt.
Hier geht die DSB rauf
Anstehende Leute am Kolbenlift I und an der DSB (hinten)
Kolbenlift I
DSB Einstiegsbereich
Talstation – vom ESL-Vorgänger übernommen
Das gute bei langen DSB-Auffahrten finde ich immer, wenn man mit dem „Banknachbarn“ (oder insbesondere -in!) ins Gespräch kommt. So erfuhr ich von einer Frau aus dem Ort unten, dass es hinten an der Kolbenalm noch einen Schlepper gäbe. Ich dachte immer, das sei der längere Seillift an der DSB unten, doch sie verneinte das. So fuhr ich zur Kolbenalm und entdeckte den SL mit den roten Stützen (Fotos kommen dann gleich...). Ohne den Hinweis hätte ich den voll verpennt...
Die obere Abfahrt wird leider von keinem Lift bedient – schade, dass hier keine 2. Sektion (DSB) gebaut wurde...
Bergstation
Fahrt mit dem Kolbenlift I – rechts im Hintergrund ist der Kolbenlift II zu sehen, ein etwas moderner Schlepper, wie es scheint.
Trasse und Piste am Kolbenlift II – ein netter Hang und hier musste man nur ca. 2,3 Minuten anstehen.
Zoom zu den beiden LSAP-Liften links der Laberbahn. Ob oberhalb des rechten Lifts noch eine 2. Sektion – wie in meiner Wanderkarte eingezeichnet – bestand, ist strittig. Ich habe hier keinerlei Reste gefunden, vom Gelände passt es auch nicht so recht und in den alten Panoramakarten sind imme nur die hier im Bild eingemalten Schlepper zu sehen.
2007 war ich hier mal im Sommer:
http://www.alpinforum.com/forum/viewtop ... erammergau
Viel Verkehr an der Hauptabfahrt, der sich dann wieder an der DSB staute. (Eine 8EUB KolbenJEt muss her!
Bergstation Kolbenlift I und Oberammergau
Am oberkultigen Kolbenalmlift mit dem Kofel (die Kofel, das Kofel???) im Hintergrund.
Ein Schlepper aus der guten, alten Zeit!
Kurzbügel wären noch das Sahnehäubchen obden drauf gewesen!
Einfach nur anschauen und genießen!
Oben rechts das ist die Kolbenalm
Ausstieg
Der Hang ist im oberen Bereich ganz nett, unten halt sehr flach. Der Hauptvorteil – vom SL abgesehen – war auch der Umstand, dass sich hier her kaum Leute verirrten. Ich musste nie bzw. nur 2, 3 Bügel „lang“ anstehen.
Dieser alte Lift ist echt ein Segen für Schleppliftfans...
Am Rückweg nach München nahm ich noch den Rabenkopflift in Oberau „mit“, der einen kleinen, recht flachen Übungshang bedient. (Piste ist sogar beschneit!) Hier kaufte ich für 8 EUR eine Zehnerkarte vom Liftmann. (Freundlicher älterer Herr, der einem bei jeder Fahrt was von der Liftkarte abzwickte. Die Leute kannten ihn anscheinend und ratschten mit ihm oft ein bisserl, während er nebenher Karten zwickte oder den Kindern den Bügel reichte....)
Talstation
Im Lift
Die Abfahrt im Skiparadies Oberau im oberen Bereich...
weiter unten
Piste von unten aus
Talstation von weiter weg gezoomt
Die Einkehrmöglichkeit...
Gegen 16 Uhr schneite es immer stärker und ich fuhr wieder nach München zurück.