Begriffe: Marktentwicklung, regionaler Hintergrund, Mikrotrend, Tourismus
Tiroler Skigebiete können im Allgemeinen als technologisch besonders fortschrittlich klassifiziert werden. Um erfolgreich wirtschaften zu können, gilt es für Skigebietsbetreiber dem derzeitigen Stand der Wissenschaft zufolge als unabdingbar, einerseits Skigebiete unablässig mit technologisch hoch optimierter Infrastruktur zu versehen und anderseits Kundenakquisition- bzw. Kommunikation stets nach neuesten Erkenntnissen zu gestalten. Dem stehen möglicherweise jedoch ökonomische Nachteile wie Sättigung, durchwegs hoher Kapitalaufwand oder der Verlust gewisser „Roots“- Kundensegmente gegenüber. Daher kann es sich im Einzelfall für den Skigebietsbetreiber als Vorteilhaft erweisen, das relativ junge und in Tirol dzt. noch wenig konkretisierte Geschäftsmodell „Slow Ski“ zu implementieren. Hierbei wird dem prädisponierten Skigast bewusst ein möglichst naturnahes Skierlebnis angeboten, wozu es unter anderem einer besonders sorgfältigen und zurückhaltenden Technologie- und Kommunikationswahl bedarf. „Slow Ski“ adressiert je nach Ausrichtung eher gemütlich eingestellte Familien oder ambitionierte Freerider gleichermaßen. „Slow Ski“ bietet damit die Chance, jene Kundensegmente abzugreifen, die das Angebot von offenbar zu hoch optimierten Skigebieten zunehmends scheuen. Beispiele für eine derartige explizite Implementierung von „Slow Ski“ sind u.a. die Skigebiete Strela bei Davos (Familien) oder La Grave (Freeride) in Frankreich. Auch im Raum Innsbruck erfüllt das Skigebiet Seegrube trotz der jüngst erheblichen Investitionen aufgrund seines dennoch anspruchsvollen Pistenangebots, dessen bescheidener Präparierung, seiner überschaubaren Transportkapazitäten u.v.m nach wie vor wesentliche Erfolgskriterien von „Slow Ski“.
Ziel der gegenständlichen Forschung ist es, das relativ junge Aufkommen des expliziten Geschäftsmodells „Slow Ski“ im Alpenraum aus Kunden- und/oder Anbietersicht zu erforschen und hinsichtlich potentieller Chancen und Risiken weiter zu konkretisieren.