9.8.11 Hochplattenbahn - Marquartstein: Dem Regen davon
Für den Dienstag sagte die Wettervorhersage ähnlich schlechtes Wetter voraus, wie für den Vortag, der aber dennoch gut für eine Fahrt mit der Untersbergbahn und der Obersalzbergbahn genutzt werden konnte. Bis auf die Zwölferhornbahn in St. Gilgen hatte ich aber keine geschlossene Gondelbahn mehr auf dem Programm und diese wollte ich für einen sonnigen Tag aufsparen. So fiel die Entscheidung letztlich auf eine kleine Tour zu den DSBen an der Hochplatte und am Geigelstein, natürlich mit dem Risiko dort nass zu werden, bzw. auf verschlossene Drehkreuze zu stoßen. Ein bisschen risikofreudig, vllt. blauäugig (und das bei der bisherigen Erfahrungen...), aber auch um meiner Begleitung nicht die Möglichkeit zu geben eine Tour an diesem Tag abzusagen, rief ich vor der Abfahrt am Morgen nicht bei den beiden Anlagen an, um mich nach dem Betrieb an diesem Tag zu erkundigen (mit dem Hintergedanken: selbst wenn die Lifte nicht laufen ist man schonmal in den Bergen und wird irgendne Alternative schon finden...
Zunächst ging es dann zur Geigelsteinbahn, der kultigen Müller DSB von 1969. Als Kind bin ich öfters für eine kleine Wanderung oben gewesen, besonders spannend ist es an der Bergstation aber nicht, den alten SL hat man nach jahrelangem Stillstand und dem argen Lawinenschaden vor Kurzem ja auch demontiert. Der Besuch dort hätte also nur einer Fahrt mit der DSB gegollten, in diesem Forum muss man sich ja nicht für derartige Aussagen schämen und wegducken
Genau eine Woche später versuchten wir es in Schleching erneut. Es war der letzte Urlaubstag in der Gegend mit Traumwetter. Nur um ganz sicher zu gehen rief ich vor der Abfahrt an der Talstation an und bekam die Auskunft, dass der Lift noch nicht in Betrieb sei (etwa gegen 10 Uhr), für weitere Nachfragen reichte mein Handyempfang dann nicht mehr aus... Aber "noch nicht" zusammen mit dem guten Wetter war mir dann Argument genug hinzufahren. Abermals an der Talstation angelangt kam wieder die Enttäuschung: kein Betrieb. Jetzt doch leicht erbost lief ich zu dem Angestellten vor Ort. Dieser war sehr viel wütender als ich selbst und vllt kann jmd aus dem Forum etwas Licht hinter seine Auskunft bringen?!
Die bayrische Landesregierung habe den Betrieb an diesem Tag verboten und das bei solch gutem Wetter! (nach all den Regentagen die Woche zuvor)
Danach verschwand er wieder in der Talstation und weitere Infos waren nicht einzuholen. Hat man dort Probleme mit irgendwelchen Auflagen? Für ein Foto hat es dann noch gereicht, leider ergab sich dann am letzten Urlaubstag keine abschließende Liftfahrt mehr. Der interessierte Leser darf sich dann mit vovos sehr gutem Bericht von 2010 begnügen.
^Gutes Wanderwetter, viele Leute an der Talstation, aber leider kein Betrieb.^
Nun aber zurück zu jenem 9. August. Eine Alternative war schnell gefunden, denn die Hochplattenbahn ist nur wenige Kilometer von Schleching entfernt. Der nun doch geführte Kontrollanruf bestätigte dann auch den Betrieb. An der Talstation angekommen war das Wetter nach wie vor far from perfect, aber wenn man jetzt schon da ist und der Lift fährt...
^Talstationsgebäude vom Parkplatz aus. Die Bahn wurde vor kurzem gründlich saniert, wie an dem frischen Anstrich und gleich den neuen Sesseln und der Bergstation erkannt werden kann.^
^Das "Familienfreundliche Wandergebiet" kann man auch ohne Kinder genießen
^Stütze 1 mit neuem Anstrich, dahinter geht es gewohnt in grün weiter.^
^Blick auf den Antrieb. Auch wenn die Bahn von DM ist wird sie durch ihr Baujahr 1972 wieder interessant! Sie dürfte übrigens baugleich sein mit der Unternbergbahn in Ruhpolding.^
^Ohne Wartezeiten gings direkt los, immer den Wolkenverhangenen Himmel im Blick. Die alten Lattensessel hatten schon ihren Charme, aber der Ersatz wäre jetzt kein Grund für mich nicht mehr mit der Bahn zu fahren.^
^Im unteren Teil geht es recht flach voran.^
^Mit Sonne bestimmt die Sommeridylle pur...^
^Ich hab nicht genau mitgezählt, aber die DSB hat ein paar nette Niederhalter!^
^Nennt man das bei ner DSB auch Rösselsprung?
^Etwa nach einem Viertel der Strecke ging ein Platzregen los. Ich hatte es die ganze Zeit befürchtet, aber man hofft ja dann immer, dass man oben schon trocken ankommen wird... Zum Glück hatten wir Schirm und Regenjacken dabei, ist schon ein witziges Gefühl im Lift unter einem Schirm zu hocken und nach oben zu fahren.^
^Der nächste Niederhalter, im Regen. Ich ärgerte mich kurz, dass es nicht 10 Minuten früher oder später, also vor oder nach der Liftfahrt zu regnen angefangen hatte. Die Diskussion im anderen Hochplattenbericht bzgl. der Frage, ob diese "Umhänge" an den Sesseln zum Regenschutz oder so dienen, kann ich hier verneinen...^
^Der Blick zurück zeigt, dass es auch im Tal schüttete...^
^... aber in den Bergen schwingt das Wetter ja manchmal sehr schnell um...^
^... so dass wir nach wenigen Momenten auf einmal dem blauen Himmel entgegen fuhren! Sehr cool
^... während es im Tal fröhlich weiterregnete
^Oben war von dem Regen nichts zu sehen, nur von der Temperatur her war es etwas kühl. Zu sehen ist die umgebaute Bergstation.^
^Dem Regen davon!
^Umlenkung mit einem der neuen Sessel, bequem sind sie ja schon
^Auch von der Hochplatte gibt es stimmungsvolle Liftbilder!^
^Blick auf das ehem. Skigelände oberhalb der DSB Bergstation und die Staffn-Alm, wo wir uns dann erstmal aufwärmten und etwas trocknen ließen. Es war sehr voll dort, alle Tische (drinnen wie draußen überdacht) waren belegt!!^
^Auf dem Weg dorthin die erste kleine Enttäuschung: die Talstation des ehem. SLs an der Staffn-Alm (Name im AF bisher ungeklärt, in einem alten Prospekt habe ich ihn als Weidenaulift gefunden) wurde abgetragen. Dort befanden sich bisher die Toiletten, die man nun in der neuen DSB Bergstation untergebracht hat.^
^Dafür hat man diese formschönen Sonnenliegen aufgestellt...^
^Blick von der Staffn-Alm auf das ehem. Skigelände am Weidenaulift. Dieser ist etwa oberhalb des linken Holzpfales schräg über die Wiese in Richtung der Tannen in Bildmitte verlaufen. Bevor es aber grob in diese Richtung ging, suchte ich nach der Stärkung nochmal Reste des zweiten lsap hier oben, dem Rachelhanglift.^
^Mittlerweile war es überall etwas aufgerissen.^
^So schauts unter der neuen Bergstation jetzt aus. Ein Vergleichsbild aus vovos Bericht von 2008 zeigt die Veränderung und die ehem. Bergstation des Rachelhanglifts und die DSB noch mit alten Sesseln.^
^Das Bild ist aus oben verlinktem Bericht entnommen und das Copyright liegt bei vovo!^
Rechts - unter den Fenstern - war die Bergstation
^Blick die ehem. Trasse hinunter
^Hier startete wohl die Talabfahrt. Die DSB Bergstation befindet sich weniger Meter rechts oberhalb, ebenso der lsap Rachelhanglift.^
^Blick auf den ehem. Skihang. Rechts unten irgendwo ging es zur Talabfahrt Richtung DSB, der Rachelhanglift müsste unten links durch die Lücke zwischen den beiden einzelnen Tannengruppen bis zum Waldrand am Weg verlaufen sein.^
^Leichter Zoom, auf dem Hang dahinter hätte doch auch noch der ein oder andere SL Platz gehabt
^Nochmal gezoomt, auch wenn es da unten in Bildmitte nach Fundament ausschaut müsste der SL durch die linke Lücke verlaufen sein.^
^Kleines Detailfoto als Tribut an vovo für das entliehene Bild
^Blick vom ehem. Ausstieg wenige Meter unterhalb der DSB zur Bergstation.^
^Auch beim ersten Blick Richtung Talstation erkennt man nicht viel, zu lange hat hier die Natur schon Einzug gehalten!^
^Nun wird die ehem. Trasse bis zum Waldrand erkennbar.^
^Links taucht auch ein Fundament auf. Ich weiss nicht warum, aber irgendwie hatte ich immer gedacht, der Rachelhanglift hätte Portalmasten gehabt.^
^Wie beim Weidenaulift hatte DM hier aber schräge T-Stützen verbaut. Warum wurde dieser SL hier deutlich früher abgetragen als der andere?^
^Nun gings vorbei an der DSB zu den kümmerlichen Resten am Weidenaulift.^
^Hinter dem zweiten Stein von links gezählt müsste etwa die Talstation gestanden haben bzw. dessen Antriebshäusl. Ein richtiges Stationsgebäude gab es hier nicht, der Antrieb stand im Freien.^
^Geradeaus (rechte Schneise) verlief der SL flach nach oben.^
^Ehem. Talstationsbereich.^
^Ein Rest vom SL?^
^Verlängerte Trasse.^
^Muss eine gemütliche Fahrt gewesen sein, im Winter war ich damals nie hier oben.^
^Wir sind dann nicht weiter direkt Richtung ehem. Bergstation gelaufen, sondern auf dem Wanderweg, der auf dem Panorama eingangs mit der Nummer 47 ausgewiesen ist. Die Bergstation des Weidenaulifts muss etwa in Bildmitte weiter oberhalb des einzeln stehenden Baumes gestanden sein.^
^Bei so einem Anblick wirds mir immer mulmig, besonders wenn kein Zaun zwischen mir und diesen neugierigen Tieren ist!^
^Auf der schrägen Wiese hinten verlief der SL nach oben.^
^Blick auf den ehem. Bergstationsbereich. Dieses eine Mal kann ich sogar ein brauchbares Vergleichsfoto von mir von Juli 1994 liefern:^
^Ein paar andere gescannte Analogfotos finden sich noch hier.^
^Eine recht flache Angelegenheit war das hier oben im Winter.^
^Nach einiger Zeit auf einem schönen geschwungenen Waldwanderweg kommt man zu dieser schnöden Forststraße, auf der wir rechts nach unten weitergegangen sind. Links nach oben könnte es weiter zum Panoramarundwanderweg 48 gehen, die Ausschilderung war aber eher schlecht als recht!^
^Blick auf die Staffn-Alm und die DSB Bergstation. Schade, dass man nicht den Hang im Vordergrund durch einen SL oder eine Verlängerung der DSB erschlossen hatte, das Gelände dort ist recht steil!^
^Zwischendurch grüßt der Chiemsee.^
^Hier mussten wir kurz die Rollschuhe ausziehen.^
^Bevor es auf diesen Weg hier ging herrschte etwas Verwirrung. Die Routennummerierungen auf dem abfotografierten Wanderpanorama und dem Wanderprospekt von der DSB Talstation stimmten nicht mit der Beschilderung vor Ort überein! Der Orientierungssinn (wenn auch durch die Einflüsse der Großstadt etwas getrübt) führte uns schließlich natürlich auf diesen Weg, der von der Richtung her auf jeden Fall wieder zur DSB zurückführen musste, aber in anderem Gelände könnten solche Markierungsfehler doch schon sehr ärgerliche Folgen haben!^
^Gemütlich und leicht gehbar ging es weiter über die Wiesen.^
^Täglich grüßt das Milchvieh.^
^Weiter, immer weiter. Zur Orientierung: in der Senke vorne liegt die Hefteralm, von da geht es wieder rechts hoch Richtung DSB.^
^Auch wenns keine grün-lackierte Liftstütze ist macht sich sowas immer gut als Fotomotiv!
^Fast die einzigen Menschen, die uns an dem Tag auf der Route entgegen kamen. Keine Ahnung, wohin die Leute auf der Staffn-Alm alle sind, vllt. Richtung Kampenwand?^
^Wieder sieht man den Chiemsee.^
^Irgendwann kommt man zur Hefteralm, einem Eldorado für Familien mit Kindern.^
^Denn dort hat es Ponys...^
^... und noch mehr Ponys (für die Pferdefreunde
^... zwischendrin ein mutiges Huhn...^
^... den stolzen Hahn (Wahnsinn, wann hab ich das letzte Mal einen Hahn gesehen?!) ...^
^... und den Hauptgang für das Weihnachtsessen.^
^Typenschild
^Auch so manche städterische Hausfrau wird sich hier an den Blumen begeistern können!^
^Ohne Einkehr ging es weiter. Nach einiger Zeit kommt man an diesem Schild vorbei. Zuerst suchte ich nach auf der Wiese freilaufenden, wildgewordenen AFlern, die sich über den Abbau der SLte aufregten und vor denen dieses Schild vielleicht warnen sollte. Dann fiel mir aber ein, dass der Nick des Users, der sich damals über die Bezeichnung des Trojerlifts als "Graffl" aufgeregt hatte Petz war, das passte also nicht
^Da hinten sieht man glaube ich die Steinplatte oder täusche ich mich?^
^Hochplattenbahn oder -lift, für den Otto-Normal-Wanderer macht das wohl keinen Unterschied.^
^Schließlich kam das ehem. Skigelände am Rachelhanglift in Sicht. Rechts oben sieht man die Windfahne, von der aus ich vorher zur ehem. Talstation gezoomt hatte. Erstaunlicherweise sind keine besonderen Geländeveränderungen auf der alten Trasse erkennbar.^
^Blick auf die ehem. Piste. Leider sind die Bilder fast alle nichts geworden, die Steilheit sollte aber etwas rüberkommen.^
^Hier hatte es bestimmt den ein oder anderen schönen Buckel...^
^Von der Talstation ist nichts mehr zu sehen, daher ging es dort auch nicht mehr hin.^
^Der Weg führte dann wieder ein Stück herauf, fast bis zur DSB Bergstation, bevor man dann in Richtung Tal nach links abbiegen konnte. Dabei kamen wir an diesem Zaunkonstrukt vorbei, ist das evtl. eine alte Antriebswelle (oder so) von einem der SLte oder doch bloß ein Rohr?^
^Der Rest des Weges schlängelt sich dann an der DSB vorbei und ist teilweise arg steil.^
^Wieder ein Niederhalter
^Und der Nächste.^
^Nette Motive ergaben sich und noch hatte ich trockene Füße...^
^Nur Momente später dann das! Beim Versuch die leicht lehmigen Schuhe im Wasser zu säubern sank ich plötzlich mit einem Fuß ein... Dieser fail wurde dann noch epic, als ich beim Reinigungsversuch des ersten Schuhs dann auch noch mit dem zweiten einsank...^
^Schließlich kamen wir (nicht trockenen Fußes) wieder an der Talstation an.^
^Rechts an der Brücke müsste die alte Talabfahrt geendet sein. Auf google.maps schaut diese ab dem Rachelhanglift schon arg zugewachsen aus.^
Der Schuhwechsel am Auto und die anschließenden Säuberungsversuche dauerten einige Zeit und Nerven! An der Talstation der Geigelsteinbahn ging niemand ans Telefon, scheinbar hatte man dort den Betrieb nicht mehr aufgenommen. Als letzte Alternative beschlossen wir nicht wieder direkt zur A8 zu fahren, sondern den kleinen Schlenker über Unterwössen und Reit im Winkl zu machen und dabei noch kurz in Kössen an der 6-MGD Hochkössen vorbeizuschauen.
^Unterwegs hab ich dann mal den Balsberglift im oberen Teil ohne Nebel ablichten können. Die Piste sieht auch von Weitem so anspruchsvoll aus, wie im Februar bei meiner kleinen Wanderung. Schade, wäre der nicht so weit ab vom Schuss...^
^In Kössen ging sich dann keine Bergfahrt mehr aus, da die Bahn 20 Minuten nach unserer Ankunft den Betrieb einstellte. Ich bin sie irgendwann vor gut 10 Jahren mal im Winter gefahren, damals standen auch noch ein paar Stützen der Vorgängerbahn (DSB/ESL?) hinter der jetzigen Stütze 2.^
^Ohne den Anbau vorne dürfte das das großzügige Talstationsgebäude der Vorgängeranlage sein.^
^Wie auch an den letzten Tagen wurde der Abend durch schöne Wetterspiele versüßt!^