Den Tag über hatte ich noch in Vils beim Kurvenschlepper und der MSB zugebracht. Am späten Nachmittag überlegte ich, welches Ziel ich auf dem Weg zurück noch „mitnehmen“ könnte. (Ich musste nicht nach München, sondern wollte in meinen Ostallgäuer Heimatort.)
Der LSAP-Kurvenschlepper in Pfronten schied aus, weil der Hang nun total im Schatten lag. So pendelten meine Gedanken zwischen einem Aufstieg auf den Auerberg südlich von Marktoberdorf und einem Besuch bei der in Sichtweite von Vils liegenden Burgruine Falkenstein hin und her. Am Auerberg wollte ich noch wegen zwei, drei Liften nachsehen, die in einer 70er-Jahre Karte eingezeichnet sind. (Einer bei Stötten, zwei irgendwo weiter östlich davon. Am Berg selbst soll es noch einen Seillift geben – bei den anderen vermutete ich, dass es ebenfalls Seillifte sind bzw. waren.)
Die Ruine Falkenstein an der Grenze zu Österreich interessierte mich in erster Linie nicht wegen irgendeines Lifts. Ich wollte schon immer mal zu dieser markanten Ruine hoch und wie sich dann nach meiner Entscheidung für dieses Ziel (ich war ja immerhin schon vor Ort) herausstellte, hatte man von da oben einen wirklich sehr schönen Blick auf die Umgebung.
Na – aber ganz ohne LSAP, SL oder ESL geht es bei mir aber dann auch nicht – in besagter Karte aus den 70ern ist eben unterhalb der Ruine Falkenstein noch ein Lift eingezeichnet und so konnte ich danach auch noch Ausschau halten.
Ich musste – an diesem Tag hatte ich bzgl. des Autoverkehrs wirklich großes Pech – einen Umweg fahren, da ein Bahnübergang vor Pfronten gesperrt war. (Nachdem ich schon mit Stau auf der B17, einer gesperrten B16 und viel Verkehr auf der Strasse MOD-Nesselwang auf dem Weg nach Vils mein Vergnügen gehabt hatte...)
Auf der engen Strasse den Berg hinauf dachte ich schon, die Stelle gefunden zu haben, wo früher ein SL verlaufen sein müsste (Die alte Panorama-Karte ist da leider nicht so genau wie jene von Kompass.) Immerhin gab es da einen passenden Hang mit einer Lichtung für die Piste. Aber von der Lage her passte es nicht so recht, denn die Lichtung lag mitten am Berg und es gab auch weit und breit keine Parkmöglichkeit. Ich glaubte nicht, die Stelle des früheren „Falkensteinlifts“ gefunden zu haben. (Ich machte nichteinmal ein Foto aus dem Auto raus.)
Doch neben der Schlossangeralm – auf einem Plateau unterhalb des Gipfels gelegen – scheint eher ein Lift verlaufen zu sein als an jener Stelle mitten am Berg. Ich glaube allerdings, dass es sich wahrscheinlich um einen Seillift gehandelt hat bzw. handelt, der hier vmtl. den Winter über für die Hotelgäste betrieben wird.
Ich wollte nicht näher ran, weil an jenem Tag eine Hochzeitsfeier dort oben stattfand und das Brautpaar gerade draußen in der Abendsonne für den Fotografen posierte. Wenn ich als verschwitzter Wanderer da mit der Kamera in der Hand einfach mittenrein geplatzt wäre – nein, so was muss nicht sein. (Hab schon genug Peinlichkeiten die letzten 30 Jahre angerichtet
Nach meiner Rückkehr von der Ruine war das Areal verwaist und so konnte ich in aller Ruhe noch ein Bild von der mutmaßlichen Schlepptrasse machen. Andere Hinweise auf den Lift außer der uralten Karte und dem Geländeverlauf existieren nicht – also weder ein Liftlerhäusl oder irgendwelche Fundamente. Bei der Bergstation war ich noch, bevor ich zur Ruine hochstieg – leider befindet sich dort eine verstecke Hütte im Wald, wo Leute draußen im Garten werkelten. (Irgendwer muss ja auch auf den Lift aufpassen – wie überall und auch bei solchen, die schon seit Jahren weg sind.) Doch auch dort schien sich nichts mehr zu befinden.
So erklomm ich den Wanderweg zur Ruine hinauf, der durch einen steilen Bergwald führt.
Blick auf denen der Ortsteile von Pfronten.
Die Ruine vom Berggasthof oben aus gesehen – leider darf man dort kein Radler trinken. Ich wartete 10 Minuten auf der Terrasse, doch trotz Betrieb (drinnen saßen Leute) scherte sich niemand raus. (Vielleicht haben die dort auch noch die einen Touristen unter 60 gesehen
Nette Abendidylle und wenig los.
Blick nach Österreich rüber – in Richtung Vils. Man kann den Steinbruch erkennen. Unterhalb des Abbruchhangs startet die MSB zur Zementfabrik auf der anderen Seite des Orts.
Steinbruch-Zoom
Abendstimmung im Tal – ein recht warmer Tag der deutschen Einheit neigte sich dem Ende entgegen.
Zoom zum Tegelberg – man kann sogar die Talabfahrt erkennen. Ein Muß im nächsten Winter!
Also hinten links ist der Forggensee. Aber der da vorne – hmm....
Die Ruinen Hohenfreyberg und Eisenberg. Wie bei der Falkenstein-Ruine auch hat man ja angeblich im 30jährigen Krieg alles in Brand gesteck, als es hieß „Die Schweden kommen!“. Die haben dann aber eine andere Marschrichtung eingenommen und die Zerstörungen waren umsonst. (Ich hab es jetzt aber nicht nochmal extra auf Wikipedia nachgelesen – ich war genug mit meinen RAWs beschäftigt...)
Bei der Ruine rechts könnte auch mal ein Lift gestanden haben – auf der 70er Karte ist einer eingezeichnet. 2007 oder 2008 hab ich da aber nichts gefunden -statt dessen zwei Hügel weiter einen alten POMA-Schlepper, der mittlerweile nicht mehr stehen soll. Vielleicht war es ja auch dieser POMA-Lift, der in der 70er-Karte direkt unterhalb der Ruine eingemalt worden ist...
Der Aufstieg hatte sich gelohnt.
Wieder beim Gasthof unten.
Blick ins Ostallgäu.
Ruine von der Schlossangeralpe aus, wo meine „Baguettesemmel“ parkte.
So Abendstimmungen gefallen mir immer gut. Zufrieden mit der Ausbeute auf der Speicherkarte der Kamera fuhr ich wieder den Berg hinab und meinem kleinen Heimatkaff entgegen – mal ganz ohne die üblichen Stresser und Drängler bei den üblichen Rückfahrten vor München. Dazu ein perfekter Sonnenuntergang und ein absolut klarer Himmel – viele Fotomotive zogen neben den Landstrassen noch vorbei, doch ich hatte genug geknipst...