25.09.11 Köln & Solingen: Über Rhein und Wupper
Nach dem gelungenen Seilbahn-Sommerurlaub hatte ich mir eigentlich vorgenommen, in den Folgewochen auch noch einige Bahnen in der näheren Umgebung des Ruhrgebietes bei einigen Tagesausflügen mitzunehmen. Am Ende des Sommerbetriebes ist dabei dann leider nur dieser eine Bericht hier zustande gekommen. Somit bleiben dann doch einige Anlagen für die Wintermonate, so sie denn geöffnet sind.
Das erste Ziel des Tages sollte die Rheinseilbahn in Köln sein. Der gewählte Tag, ein sonnig-warmer, wie sollte es anders sein Sonntag, versprach eigentlich schon von Anfang an in einem Nervenchaos zu enden. An besagtem Tag spielte der FC zuhause gegen Hoffenheim (2:0), die A3 war irgendwo bei Köln voll gesperrt, die Innenstadt und die alternativen Autobahnen daher überfüllt und das tolle Wetter trug sein Übriges dazu bei, dass die Parkplatzsituation vor Ort gelinde gesagt grausam war... Für die etwa 20 Minuten Gesamtliftfahrt an diesem Tag stand ich knapp 3 Stunden im Stau, aber was tut man nicht alles für ein paar Schnappschüsse und dieses 20minütige Vergnügen.
Rheinseilbahn - Köln
Für mich als großen Pohlig/PHB-Freund war eine Fahrt mit der Rheinseilbahn natürlich Pflicht. Zwar behaupten einige meiner Verwandten nach wie vor verbissen, dass ich bereits als Kind mit der Bahn gefahren sein soll, aber da ich daran keinerlei Erinnerungen mehr habe, war es dann letztlich für mich doch zumindest gefühlt eine Premiere. An der linksrheinisch-gelegenen Station angekommen, fuhr ich erstmal einige Zeit auf der Suche nach einem Parkplatz um den Block, bis ich mich schließlich resignierend in die lange Schlange vor einem der Parkhäuser direkt gegenüber der Station einreihte. Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann endlich über die Straße zur Kasse der Anlage, aus welchem Grund auch immer gab es dort keine nennenswerten Wartezeiten, was eigentlich nur zu gut zum bisherigen Tourverlauf gepasst hätte...
^Noch auf Parkplatzsuche boten sich schon die ersten Motive an. Dem Ziel so nah und doch dauerte es noch gute 20 Minuten...^
^Kurz ärgerte ich mich darüber, überhaupt mit dem Auto gefahren zu sein! Da ich danach aber noch nach Solingen wollte, war es letztlich doch die einfachste (und auch bequemste...) Variante.^
^Bei solchen Bahnen, die zwischen den Stationen kaum Höhenmeter machen, ists immer schwierig von Berg- und Talstation zu sprechen. Ich belasse es hier dann mal bei der linksrheinischen Station, wo sich für beide Richtungen auch die Kasse befindet. Kommt man von der anderen Seite, zahlt man erst nach dem Aussteigen
^Das Design erinnert stark an das der Parkseilbahnen von Pohlig/PHB, wie etwa bei der Anlage im Dortmunder Westfalenpark. vovo würd hier sicher darauf hinweisen, dass unter dem blauen Lack noch die alte rote Lackierung erkennbar ist
^Seitenansicht der Stationsausfahrt. Links neben den Tonnen sieht man die Bergebahn.^
^Kurz vorm Einstieg. Ob sich hinter dem im stylischen Partnerlook gekleideten Herrn auch ein User aus dem AF verbirgt? Der interessierte Blick auf die LST-Klemme spräche ja schon dafür
^Tatsächlich gibt es zu der Anlage noch interessante Infos: erbaut wurde die 4-BGD zur BuGa 1957, laut liftworld von PHB. Zu dieser Zeit war sie laut der Homepage der Bahn "Europas erste Seilschwebebahn über einem Fluß". Nachdem man dann 1963 den Betrieb eingestellt und die Bahn durch den Neubau der Zoobrücke demontiert hatte, wurde sie 1966 auf leicht veränderter und verlängerter Trasse wieder aufgebaut. Innerhalb des Rheinparks befand sich bis vor einigen Jahren auch noch eine, wenn man so will, zweite Sektion, in Form einer 2-CLD ebenfalls von Pohlig/PHB. Nach einigen Jahren des Stillstandes wurde sie allerdings vor wenigen Jahren demontiert.^
^Stationsimpressionen^
^Kein Gondelsprinter drängte sich dazu
^Rechts neben der Gondel spiegelt sich der Kölner Dom, der sich genau in entgegengesetzter Blickrichtung befindet. Ungewolltes aber nettes Motiv!^
^Einmal um gut 180° gedreht ergibt sich dieser tolle Blick auf den Rhein und das Kölner Wahrzeichen.^
^Erste Stützenüberfahrt^
^Für das Parkhaus am rechten Bildrand hatte ich mich letztlich entschieden, kostenfreie Parkplätze gibt es in der näheren Umgebung sicher sowiese keine?!^
^Eine Flussüberquerung die ist lustig, eine Flussüberquerung die ist schön... Und es sollte heute ja nicht die Einzige sein
^Blick auf die Strecke, die Brücke vorn ist die erwähnte Zoobrücke, wegen welcher die Bahn damals kurzzeitig demontiert worden war.^
^Es kommt nicht ganz an starlis Seilbahn-Containerschiff-Motiv ran, aber nach Skandinavien hab ichs bisher einfach nicht geschafft.^
^Weitere AFler, diesmal sogar eine ganze Familie?^
^Blick auf die Stützen 2 und 3.^
^Rechts erstreckt sich bereits der Rheinpark, in dem kurz später eine kleine lsap-Tour stattfand. Dürfte es nicht so häufig in Köln geben
^Rheinpark & Dom^
^Ein oder das (?) Kölner Hafengebiet.^
^Hier ein absolutes Kuriosum: zwischen den Stützen 2 und 3 befindet sich die Claudius Therme mit ihren Saune-Außenbereichen. Während ich also fröhlich vor mich hin knippste, kamen mir auf einmal sehr viele nackte Menschen vor die Linse
^Wenn ich das richtig zusammenkrieg, hatte sich der Betrieb der 2-CLD in den letzten Jahren vor dem Abriß nicht mehr gelohnt, aber bei einem Neu- oder Anbau dieser Therme war eine Station wohl auch im Weg. Sehr schade drum, die Badegäste unten sind für mich alle Mittäter
^Überfahrt Stütze 3^
^In der rechtsrheinischen Station.^
^Wellblech ist jetzt nicht so mein Freund bei Seilbahnstationen, aber seis drum. Es geht schließlich um die inneren Werte!^
^Bevor es zurück und Richtung Solingen ging, machte ich mich auf die Suche nach Überresten der 2-CLD, ohne dabei allzu große Erwartungen zu haben.^
^Auf dem Weg durch den Rheinpark stellte sich die Rheinseilbahn natürlich ständig gekonnt zur Schau!^
^Eins meiner Lieblingsmotive dieses Tages. Dass oben auf der Brücke auch ein Blitzer steht, seh ich jetzt gerade erst!^
^Ungewohnte Perspektive. Unterhalb der Brücke war das Ufer leider total zugemüllt und überall lagen Scherben.^
^Blick zurück, links verläuft eine kleine Parkbahn. Hättens die doch lieber stilllegen sollen!^
^Um es abzukürzen: ich fand keinerlei Überreste der 2-CLD (im Bereich der ehem. Station am Haupteingang war ich allerdings auch nicht), lediglich bei diesen 4 Betonklötzen dachte ich kurz, ein altes Fundament gefunden zu haben. Auf Fotos im Internet sind jedoch die typischen Pohligstützen und keine Vierbeine zu sehen: z.B. hier.^
^Wohl nur Betonschrott^
^Nach erfolgloser Suche gings dann zurück zur Rheinseilbahn. Hier der Fahrplan.^
^Tarife^
^Hier dürfte sich der Antrieb befinden, wenn mich nicht jedes technische Laienverständnis verlassen hat.^
^Dummerweise hab ich es verpasst, die Herstellertafel aus direkter Nähe zu fotografieren... In starlis Bericht gibts eine bessere Aufnahme.^
^Etwas verschwommen, aber das LST-Logo lässt sich noch erkennen.^
^Schon auf der Rückfahrt. In den leichten Stau rechts geriet ich später ausnahmsweise mal nicht.^
^Hier die kleine Parkbahn mit gespiegeltem Verkehr
^Nanu, wo ist das Zugseil hin?^
^Das Pärchen eine Gondel weiter vorne war heftig miteinander beschäftigt! Beim Einstieg hatte es schon angefangen, den Zoom hab ich mal weggelassen, zu geschockt war ich noch von der Thermenüberfahrt.^
^Die angesprochene Bergebahn. Die Sitze wären mir doch etwas zu luftig!!^
^Wo ist das Zugseil, die Zweite...^
^Immerhin hatte das Timing bisher gepasst. Die vorher schon fast ungläubig vermisste Schlange hatte sich mittlerweile gebildet
Seilbahn Burg - Solingen
Die Stauschau aus dem Radio im Kopf hielt ich es für schlau, einfach um das Chaos auf der A3 und A1 herumzufahren und stattdessen die B51 zu nehmen. Leider war ich damit nicht der Einzige, das Spiel des FC wurde staubedingt 15 Minuten später angepfiffen und ich stand dann letztlich nochmal knapp 2 Std... Nach und nach setzte die altbekannte Nervosität ein, dass sich aufgrund des über den Haufen geschmissenen Zeitplans eine Fahrt mit der Seilbahn Burg in Solingen nicht mehr ausgehen würde, ätzend! Nach einer gefühlten Ewigkeit war das Ziel dann endlich erreicht und es blieb auch noch genügend Zeit für die Berg- und Talfahrt, eine kleine Besichtigung von Schloss Burg (irreführender Name
^Man hatte mich erwartet und entsprechend beschildert. Kurze Bildinterpretation für Fortgeschrittene: die Autofahrer werden vor rennenden AFlern gewarnt und der AFler daran erinnert, seine Kamera nicht im Auto zu lassen
^Aber auch das nächste Straßenschild ist doch höchst interessant! Gibt es hier vllt. einen Lokalhistoriker, der mir sagen könnte, woher diese Straßenbennenung kommt? Die DSB ist jedenfalls von Weigmann und nicht von Hasenclever. Im Hintergrund sieht man praktisch die gesamte Trasse der Bahn.^
^Talstation und Trasse.^
^Infos und schön altmodisches Werbeplakat.^
^Sehr nett, dass man hier auch an die technisch und historisch interessierten Fahrgäste gedacht hat! Meine Hand rechts ließ sich nicht rausschneiden.^
^Starre Umlenkung im Tal, welche mich etwas an die Hasencleverbahn in Boppard erinnert, besonders die Streben vorne! Bei liftworld sind für den Hersteller Weigmann neben der Bahn in Solingen nur mehr die DSB in Assmannshausen (für den anglophonen Sprachraum in der Aussprache sicher ein Hochgenuss) und der abgetragene Gipfel-ESL am Nebelhorn eingetragen. Kennt da jemand noch andere Weigmann'sche Anlagen?^
^Auch hier hat es noch so schöne alte Sesseln, DM hat das Schloss scheinbar noch nicht stürmen können!^
^Wesentlich unspektakulärer als wenige Stunden zuvor überquerte ich den zweiten Fluss per Seilbahn an diesem Tag. Danach geht die DSB knackig steil nach oben.^
^Ab von jeder Romantisierung des Alten, passen solche Stützen aber doch optisch wirklich wunderbar zu einer alten Festung!^
^Blick zurück auf die Talstation und die vollen Parkplätze.^
^Stütze 2^
^Am Schluss wirds nochmal schön steil, nach der dritten Stütze folgt dann auch bald die Bergstation.^
^Ich denke bei diesem Seitenblick sollte sich erkennen lassen, wir ordentlich es hier rauf geht.^
^Wie bei anderen alten Ausflugsanlagen, fährt man hier ebenfalls ohne Fußstütze.^
^Langsam schwebt man in das mittealterliche Ambiente herein. In einer modernen Anlage würd das doch nur halb so viel Spass machen!^
^Die Bergstation hat man schön in einen Mauerteil eingebaut, allerdings lässt sich diese nicht barrierefrei erreichen!^
^Einzig die Mülltonnen links stören und vllt. auch das Werbeschild rechts.^
^Die freudige Überraschung war dann der Antriebsspannwagen von Pohlig hier oben
^Immer wieder schön anzuschauen, auch die Lackierung gefällt mir sehr gut!^
^Läuft auch schon seit 50 Jahren, wobei das silberne Teil neuer ausschaut.^
^Vor der Talfahrt stand wie gesagt ein Besuch des Schloßes und des an dem Wochenende veranstalteten Viktualienmarktes an. Wer an den entsprechenden Bildern kein Interesse hat, möge einfach runterscrollen.^
^Da das Mittelalter nicht so mein Metier ist, halte ich mich mit Kommentaren bezüglich der Befestigungsanlagen lieber zurück.^
^Der Eintritt zum Innenhof kostete 5€ (Museumsbesuch inkl.), wovon man 2€ in Form eines Verzehrgutscheines erstattet bekam. Lang hat der bei dem tollen Angebot allerdings nicht gehalten
^Etwa in Bildmitte liegt eine Etage tiefer die Bergstation der DSB.^
^So viel Angebot aber ein leider zu kleiner Magen...^
^Ein letztes Ärgernis musste dann aber noch zwischen mir und einem erfolgreichen Tag stehen. Den Sessel rechts am Bildrand wollte ich später noch fokussierter festhalten, allerdings wurde er fast aggressiv von einer Mutter, deren Kamera und einem Kleinkind belagert. Anfangs hatte ich natürlich Verständnis dafür, dass nicht nur ich mich für den Sessel interessierte, nach 5 Minuten fand ichs dann aber langsam unverschämt, zumal ich offensichtlich wartenderweise danebenstand. Naja
^Letzter Blick zurück, der Innenraum der 1. Etage ist Teil des Museums und kann besichtigt werden.^
^Über der Bergstation stehend...^
^Am Einstieg, diesmal von der anderen Seite aus geknipst
^Steuerpult^
^Das Gegenlicht machte das Fotografieren während der Talfahrt fast unmöglich, daher kam ich in den ungewohnten Genuß, selbige einfach nur so zu genießen.^
^Fachwerk meets Fachwerk
^Ganz konnte ichs dann doch nicht lassen...^
^An der Talstation hat es noch so eine kleine Ausfahrstütze, einigermaßen ähnlich jenen an den Hasenclever DSBs, die ich bisher gesehen hab (Boppard, Ahrweiler, Bad Lauterberg).^
^Letzter Blick auf die Anlage, bevor es zurück zum Auto und wieder nach Bochum ging - staufrei.^
^Zum Abschluss ein Foto für die Freunde des ÖPNV