Sonntag, 15.01.2012, gegen 14 Uhr. Die Sonne scheint von einem wolkenlosen Himmel herab, der Schnee glitzert und ich habe soeben ein paar wunderbare Stunden im Schigebiet am Herzogstand verbracht.
Irgendwie wollte ich nun nicht einfach wieder so nach München zurückfahren. Platz auf der Speicherkarte der DSLR war noch ein bisserl
So fiel die Wahl auf Kochel, wo ein Schlepplift vom Tal heraufführt und oben noch von einem Kurzbügler ergänzt wird. Die Ötzlifte kannte ich bislang überhaupt nicht und bin einmal vor zwei oder drei Jahren durch einen Forumsbericht auf sie aufmerksam geworden. Letzte Saison hatte ich immer wieder versucht, einen Besuch dort einzurichten, doch es hat leider nie geklappt, weil entweder zu wenig Schnee lag oder andere Ziele Vorrang hatten.
Ich wollte auf jeden Fall nochmal vor Ort sein, ehe auch hier vielleicht urplötzlich eines der leider immer zahlreicher werdender LSAPs zu vermelden ist. Einzellifte oder solche Mini-Schigebiete wie hier die beiden Ötzlifte sind ja in den letzten 20 Jahren immer mehr verschwunden. (Ich denke da gerade an den Stemag-Lift an der A8 bei Aufham, wo es unten noch einen Pendel-SL gegeben haben soll, dann die Schlepper in Benediktbeuren, die drei abgebauten Lifte in Bad Wiessee, die Lifte am Balsberg und so weiter...)
So genoss ich noch eine Zeit lang die frische, klare Luft jenes Traumtages, anstatt zu Hause herumzusitzen und ein paar stimmungsvolle Spätnachmittagsbilder sollten sich dann obendrein auch noch ergeben. In der Sonne war es angenehm warm, während einem beim Übertritt in den Schatten sofort wieder die Kälte entgegenschlug.
Unten lag nicht viel Schnee und die Sonne setzte der dünnen Decke bereits zu.
Einige Erwachsene tummelten sich mit ihren Kindern am Seillift, der aber wg. der dünnen Schneedecke nicht im Betrieb war.
Nun, das sollte leider auch für die beiden Hauptlifte gelten – vor allem am unteren war an Schibetrieb mangels Beschneiung natürlich nicht zu denken. Schade. Aber trotzdem wollte ich nicht gleich wieder kehrt machen, sondern wanderte die Trasse nach oben – in bisserl kam dabei wieder das Lifte-LSAP-Sucher-Gefühl der vergangenen Wandersaisonen auf.
Die Talstation. Gerade als ich darauf zulief, kam der Liftler mit seinem VW-Bus angefahren und ich entschied mich, erst am Rückweg dort vorbei zu schauen.
Im Winter bei Betrieb sind solche Fotos dann eher wieder schwierig, zu realisieren.
Heuss??
Nach dem ersten Hangabschnitt wurde die Schneedecke schlagartig dicker. Wäre sie bis ganz unten so gewesen, hätte ich vielleicht meine Schi genommen, um auf dem Rückweg eine Abfahrt zu machen. (Als ich zurück lief, kam mir dann auch ein Vater mit seinem Sohn entgegen und beide hatten die Schi in der Hand...)
Der Lift zieht ganz passabel nach oben.
Flachlandzoom
Ich konnte mir Zeit lassen mit der Motivsuche und -realisierung...
Brückenüberquerungen bei Schleppliften haben was, finde ich. Fallen mir spontan noch ein: Der Eichenhoflift I in St. Johann, der Kreuzjochlift an der Schlick und früher die Knapplhoflifte am Hauser Kaibling, die ganz früher ja Gumpenberg- und Salzlecklift hießen. Ach – und der Kurvenlift am Hahnenkamm in Reutte noch.
Das Laufen wurde ein bisserl anstrengend, weil der Schnee höher lag und mir auch zwei Schitage (Samstag Spitzingsee und eben zuvor ein paar Stunden Herzogstand) in den Knochen steckten. Aber was tut man nicht alles, um seinem Lieblingshobby nachzugehen?
Einmal noch begegnete ich einer Mutter mit zwei Kindern, die vom Schlittenfahren kamen und im Wald weiter oben hörte man einmal Winterspaziergänger. Ansonsten war ich dann mutterseelenallein hier unterwegs. Die Sonne senkte sich immer tiefer und spendete eine recht schöne Stimmung – ein idealer Ausklang eines super Schiwochenendes, an dem ich endlich mal meine Hauptziele Taubenstein und Herzogstand hatte besuchen können.
Da waren schon welche vor mir da...
Blick auf den oberen Hang, der von einem Kurzbügler bedient wird. Ich hatte das ganz vergessen, dass da so ein uriger Lift da oben steht. Das Herz schlug schneller und der Sensor der Kamera glühte auf
Blick zurück.
Die restliche Strecke des unteren Schleppers.
Zoom – dort sah ich mich dann auf dem Rückweg um. Lieber wollte ich gleich zum Kurzbügler rum, ehe dort die Sonne nicht mehr hinscheinen sollte.
Hocherfreut stapfte ich rüber.
Mangels Anwesenheit eines Liftlers oder gar der üblichen Schleppliftwächter im Bauernhaus neben dem Antrieb konnte ich mich ganz entspannt am Kurzbügler „austoben“.
Das übliche Motiv...
Es stand sofort fest. Da MUSS ich mal Schi fahren.
Leider nur gestellt...
Wäre noch was fürs Wohnzimmer
Einer noch...
Ich hatte wieder einigermaßen Luft und stapfte weiter durch den Schnee nach oben. Am zweiten Lift wäre Schibetrieb vielleicht gerade noch so möglich gewesen. Zumindest hätte es sich ab hier gelohnt, die Schi raufzutragen. Aber ich beließ es bei einer Begehung und hoffe, bald hier mal den Kurzbügler fahren zu können.
Liftlerhäusl an der Bergstation...
Ich war froh, noch bei einigermaßen gutem Licht angekommen zu sein. Völlig außer Puste schnaufte ich erst mal durch und genoss den Ausblick (siehe allererstes Bild...). Hier war ich der einzige Mensch weit und breit – niemand hätte meine Schreie gehört
Der Schlepper reicht hinter dem Ausstieg noch ein bisserl in den Wald hinein, ehe die Umlenkstation sein Ende markiert.
Abendstimmung an einem 1A-Sonnen-Sonntag...
Blick zurück...
Die Trasse von oben.
Ich lief zurück und mitten am Hang begegneten mir die beiden Schi-Hinauf-Träger...
Noch ein Besuch der Bergstation des unteren Lifts...
Einer der Bügel war total blau...
Gut gelaunt stapfte ich nach unten und genoss den ausklingenden Tag in vollen Zügen.
Die Abfahrt am unteren Lift.
OHNE WORTE....
Da bin ich vorher drüber gelaufen...
Auto steht noch...
Nr. 54...
Die Talstation und der Einstiegsbereich in Retro...
Die Trasse. Es hatte sich gelohnt, erst am Rückweg hier her zu schauen. Das Auto vom Liftler war wieder weg und nun schien auch noch die Abendsonne herein...
Also, es hatte sich wirklich gelohnt, da nach den Schistunden am Herzogstand trotz schwerer Beine hochzustapfen und das müde Gestell durch den Schnee zu bewegen... (Mittlerweile pausiere ich in meiner Wohnung – nachdem am Di gleich wieder ein anstrengender Schitag folgte, ist nun – dem schlechten Wetter sei Dank – zumindest bis Sonntag Schonzeit angesagt.)
Da werde ich mir mal ne Bratwurst und Pommes gönnen. Dazu eine Halbe...
Nix los in der Wirtschaft...
Es wurde Zeit, nun endgültig von dem schönen Wetter, den Bergen und den Liften loszulassen und nach München zurückzukehren.
Blick zurück – hoffentlich fahre ich da mit meinen Skiern selbst bald mal runter! Aber da es selbst hier in München momentan den Schnee ziemlich vom Himmel haut, sehe ich den nächsten Tagen entspannt entgegen.