Doch diesmal war Österreich nicht das einzige Transitland, denn seit dem 29.10.2011 ist das Oberwallis ein Stück geschrumpft: An diesem Samstag wurde die "Freie Ferienrepublik Saas-Fee" ausgerufen. Seit dem tritt der Ort in der Vermarktung außerhalb als auch im eigenen "Staatsgebiet" mit neuem Design auf - siehe Homepage.
Ein Plan des Territoriums inkl. Infrastruktur findet sich hier: http://ski3.intermaps.com/saastal/skima ... data=lifte
Geöffnete Anlagen im Gebiet: Alle
Geöffnete Pisten: Alle bis auf 1a, 1b, 4c, 6a, 7, 17
Schneelage: Auf den Pisten ausgezeichnet; Steine haben nirgends herausgeschaut. Wegen geringer Schneelage war Abseitsfahren unterhalb des Gletschergebietes leider nicht möglich bzw. für die Ski sehr gefährlich.
Wie es wohl Standard bei jungen Staaten zu sein scheint, läuft auch hier nicht alles rund. Vor allem hackt es es am staatsinternen Informationsfluss. So ist es für den Gast nicht ohne weiteres ersichtlich, in welchem Zeitraum er seinen Gang aufs Amt (Bergbahnen) vornehmen kann. Die offizielle Informationsbroschüre (Pistenplan) gibt demnach für Mitte Dezember bis Saisonende für alle Anlagen durchgehend 8:30 bis 16:30 Uhr als Öffnungszeit an, was leider in keinem Fall stimmt. Tatsächlich hat jedes Amt seine eigenen Öffnungszeiten, die - sofern kein Internet vorhanden ist - nur direkt an den jeweiligen Amtsstuben ersichtlich sind.
Ingesamt fand ich die für die erste Märzwoche frühen Schließzeiten etwas schade: Am Mittelallalin ist die letzte Fahrt aller Anlagen bereits um 15:45 Uhr (inkl. Metro), die Felskinnbahn fährt schon um 16 Uhr das letzte Mal bergwärts.
Mitunter waren auch die Infotafeln nicht immer ganz up-to-date. Haben Anlagen im Laufe des Tages geöffnet oder geschlossen, so war dies leider nicht immer sofort ersichtlich. Etwas vermisst habe ich auch Temperaturangaben an den jeweiligen Stationen. Nur an der Felskinnbahn hing im Tal ein altbewährtes Quecksilberthermometer.
Das Wetter war während der ganzen Woche sehr variabel: Angefangen mit Frühlingswetter am Anreisetag und sogar abendlichem Regen im Dorf auf 1'800m (!) bis hin zu hochwinterlichen Verhältnissen mit tiefen Temperaturen war alles dabei.
Der Schnee auf den Pisten war grandios: Bis ins Tal griffig, nirgends mit Steinen "verunreinigt". Nur zum unbedachten Abseitsfahren lag - auch nach dem Zuwachs am Dienstag - zu wenig Schnee: Die Gefahr, sich mit versteckten Steinen die Ski zu ruinieren, war doch zu groß.
Alles in allem: Eine super Woche. Ein Dank an die Beschäftigten des Straßenunterhaltungsdienstes der Ferienrepublik, die die am Tagesende maroden Verkehrswege über Nacht wieder in einen tadellosen, ja überragenden Zustand versetzten.
Die Kamera hatte ich nur an einem Tag mit auf der Piste, doch auch im Tal sollten interessante Aufnahmen entstehen.
Sonntag, 4.3.
Der Sonntag begann mit einem märchenhaften Morgen. Die warmen Temperaturen und der Regen vom Vortag hatten zur Folge, dass der dann doch noch gefallene Neuschnee perfekt überall haften blieb. Trotzdem die Menge überschaubar war, tauchte sie die ganze Landschaft in ein tiefwinterliches Weiß, welches in der Morgensonne bald unnatürlich schön glänzte.
Die Temperaturen an diesem Tag waren zwar nicht mehr so extrem wie samstags. Doch reichten sie vollkommen aus, das bisschen Neuschnee aufzulösen und den unteren Teil der Talabfahrt in Frühlingsschnee zu verwandeln.
^^ Blick am Morgen auf den Ort
^^ Die Morgensonne kletter über Plattjen hervor
^^ Nochmals selbe Richtung. Die mächtige Flanke des Mittaghorns. Darunter das Berghaus Plattjen
^^ Spielboden. Darüber der noch teilweise verhüllte Alphubel
^^ Der Hannig mitsamt Bahn.
^^ Ortspanorama vom Mittaghorn bis zum Hang des Hannig. Leider bin ich da mit der Kamera etwas verrutscht.
Mittwoch, 7.3.
Dieser Tag war nach dem wohl stärksten Neuschneefall am Montag seit Januar der erste mit richtig gutem Wetter. Dienstags noch war es recht wolkig. Zwar sorgte auch hier die Sonne noch für teils gute Sicht, doch wurde sie noch zuweilen von Wolken wieder verdeckt.
So konnte sich die Sonne also am Mittwoch erstmals richtig durchsetzen, was nicht gerade wenige Gäste dazu verleitete, den wohl ersten Skitag der Woche auszunutzen. Es war verglichen zu den Vortagen und selbst zu Sonntag voll im Gebiet, doch sogar nun waren Wartezeiten mehr ein Fremdwort aus anderen Welten. Einzig an der Felskinnbahn musste ich zur morgendlichen Rush Hour auf die Pisten eine Gondel warten, sonst war immer Durchgehen angesagt.
Am Nachmittag begann es sich nun zögerlich zuzuziehen. Doch mehr als ein dünner Wolkenschleier, der für matte Lichtverhältnisse sorgte, war nicht entstanden. So endete ein Tag, der auch am Abend fantastische Stimmungen erschuf.
^^ Frühabendliche Stimmung am Mittaghorn
^^ Blick über den Hang des Hannig und den Hohbalmgletscher zum Ulrichshorn
^^ Mischabelkette (v.l.n.r. Täschhorn, Dom, Lenzspitze) im Abendlicht
^^ Windiger Dom
^^ Abendliches Saas-Fee zu Füßen mächtiger 4000er (Albhubel, Täschhorn, Dom)
^^ Mischabel, darüber (der hellere der beiden Punkte) der erste Stern (oder ist es doch ein Planet) des Abends
^^ Staatliche Verkehrswegeinstandsetzung im Bezirk Plattjen
Donnerstag, 8.3.
Donnerstag begann grau. Der erste Blick aus dem Fenster und zu sehen war - nichts. Es zogen solch dicke Wolken durch den Ort, die kaum einen Blick zum nächsten Haus erlaubten. Doch das änderte sich rasch. Immer mehr hellte es auf, nur noch vereinzelt zog Nebel durch. Der Tag versprach recht gut zu werden.
Der Schein aber trügte: Am Allalin setzte sich die Suppe fest und hatte eine Sicht zur Folge, wie sie schlechter nicht sein kann. Fahren beinahe im Schritttempo, um die nächste Markierungspfosten nicht zu verfehlen. Der SL Mittelallalin 1 war zu, obwohl im Tal als offen gemeldet. Hatte ein "falsches" Abbiegen und einen Abstecher auf Längfluh zur Folge (die Feechatzpiste ziiiieeeht sich und das erst recht, wenn etwas Neuschnee zusätzlich bremst). Erst kurz oberhalb Längflug stieß ich durch die Wolkendecke und konnte wieder besser sehen.
Den ganzen Tag war von Saas-Fee aus Kreuzboden zu sehen, das wiederrum beinahe ständig von Sonne verwöhnt wurde. Nur gegenüber blieb die Suppe hängen. Es wurde nicht besser - nur Plattjen bot einigermaßen gute Sicht. Nein, unangenehmer wurde es zusehends. Ab Mittag gesellte sich zu leichtem Schneefall und kalten Temperaturen noch konstant auffrischender Wind, der mir den Skitag dann schnell vermieste. Gegen 15 Uhr war somit Schluss für mich. Angesichts einer Saukälte und schlechter Sicht sehr einfach zu verkraften.
Wie unterschiedlich das Wetter in einem Tal gar auf den verschiedenen Seiten sein kann, zeigte auch der Abend: Während die weißen Feer Berge nahtlos in Wolken übergingen, wurden das Almagellerhorn und Konsorten auf der Gegenseite in schönes Abendlicht getaucht.
^^ Der Donnerstagmorgen. Sieht so schlecht nicht aus
^^ Das Mittaghorn in Wolken gehüllt
^^ Alpin Express I im Nebel
^^ Die Kabine hängt im Nirgendwo
^^ Die stolze Schweizerfahne auf dem Hotel Du Glacier. Doch sie scheint von besseren Zeiten zu zeugen. Durchlöchert und ausgefranzt steht sie im Wind.
^^ Am Nachmittag: Symbol für das Wetter des Tages - immer wieder ein Lichtblick, doch durchsetzen konnte sich das gute Wetter nicht.
^^ So sah es dort oben (Richtung Allalin) den ganzen Tag aus. Dicke Suppe.
^^ Abendlicht. Rechts das Almagellerhorn
^^ Zoom in den Taleinschnitt
^^ Blick über Saas-Fee hoch zum Täschhorn. Der Südostgrat Richtung Alphubeljoch sticht durch die Wolken
^^ Gleiche Blickrichtung, anderer Standort
^^ Einige alte Stadel. Hinter dem Baum lugt blass das Längfluh hervor
Freitag, 9.3.
Der letzte Skitag. Rundum gelungen. Morgens ziehen noch vereinzelt Wolken durch, die selten auch die Sicht rauben, meist aber für eine sehr spezielle Stimmung sorgen. Morgens als einer der ersten über die perfekt gewalzten Pisten heizen - von 3'500m hinunter auf 1'800m, ein absoluter Traum.
Es ist kalt, sehr kalt. Am Mittelallalin um die -16°C, es friert die Feuchtigkeit aus der Luft und lässt sie mystisch glitzern. Dank der Sonne aber ist die Kälte recht gut zu ertragen. Auf den Gletschern ist der Schnee so weich und fluffig, dass ich gar nicht mehr weg will von dort. Powdern at its best.
Doch ein Wehrmutstropfen bleibt: Eine Tour auf den Allalin konnte ich dieses Mal nicht unternehmen. Angesichts Lawinenwarnstufe 3 wollte ich nicht unbedingt im ungesicherten, hochalpinen Gelände herumwatscheln. Nichtsdestotrotz: Genial war's trotzdem!
^^ Morgens. Das Rot knapp verpasst
^^ Alpin Express II Talstation
^^ Alpin Express II - einfahrende Kabine
^^ Antrieb der Metro Alpin auf Mittelallalin. Gewaltiges Rad, auch wenn hier die Dimension nicht ganz zur Geltung kommt
^^ Panorama vom Mittelallalin. Klicken für die Großansicht!
^^ Mittelallalin. Feechopf, darunter die SL Allalin 2+3 und (fast) jungfräuliche Piste
^^ Bergstation Mittelallalin mit Drehrestaurant
^^ Hoch und Runter am SL Allalin 2
^^ Die Piste 19
^^ Die 18, darunter Bergstation SL Feechatz und Talstation Allalin 1
^^ Dasselbe, diesmal mit Berggipfeln
^^ Die 17a. Das Sauwetter vom Vortag hat etwas frischen Schnee hinterlassen
^^ Die Sonne lugt über den Grat am Mittelallalin hervor
^^ Felskinnregion. Zu sehen der Tunnelausgang von der Bergstation, darüber thronend das Kamel.
^^ Der obere Teil der 10b. Dahinter KSB Morenia, Alpin Express II, Felskinn und schließlich der Egginer
^^ Unten an der 6
^^ Zoom in den Feegletscher
^^ Der Skilehrer fährt schöne Bögen vor auf der 6
^^ Alpin Express II vor der Flanke des Egginer
^^ Nochmal die 6 und die geschlossene 10c. Die Steine waren meiner Meinung nach nicht dick genug zugeschneit (am Sonntag noch schauten sie deutlich hervor) - tückisch
^^ Das Gebiet Egginerjoch
^^ Und ab geht's!?
^^ 10b vor Alphubel
^^ Blick von der 4a Richtung Mittaghorn/Egginer
^^ Blick über Saas-Fee Richtung Kreuzboden
^^ Der Gletschersee
^^ Längfluh unter dem Täschhorn
^^ Beim Warten auf die Felskinnbahn: Sonne über dem Mittaghorn, das Gipfelkreuz fast überstrahlt
^^ Wieder oben am Mittelallalin. Das Allalinhorn ist rechts im Bild
^^ Mächtiger Feegletscher. Dahinter SL Allalin 2+3
^^ Blick von Längfluh auf das Allalingebiet
^^ Abends dann die Stimmung an der Lenzspitze. Windige Sache
^^ Allalinhorn vom Tal aus
^^ Dom und Lenzspitze
^^ Mischabelkette in abendlicher Pracht
Abreisetag, 10.3.
Hier gibt's nicht viel zu erzählen. Das Wetter war schön. Die Rückfahrt führte über durch das Goms, den Furkaverlad am Vierwaldstättersee vorbei nach Deutschland zurück. Drei Bilder will ich dennoch zeigen.
^^ An der Einfahrt zum Bahnverlad. Großer Schneehaufen. Wer erkennt, was darunter steckt?
^^ Blick das Goms hinunter. Dort hat es massenweise Schnee und eine geniale, an diesem Tag gut frequentierte Loipe, die durch das ganze Tal führt.
^^ Blick vom Bahnverlad zu einigen Häusern in Oberwald