Springenboden, Wiriehorn, Grimmialp (alle Diemtigtal); Gspon, Bürchen, Unterbäch-Eischoll (alle Vispertäler); Evolène, Anzère (beide Unterwallis), Jaunpass, Jaun, Moléson (alle Freiburgerland)
Anreise: Ettlingen - A5 - Basel - Bern - Thun - Diemtigtal nur 3:05 h
Wetter: Sonnig, ca. -1°C bis +5°C
Schnee: Teils nicht mehr viel, aber stets genug für jede Abfahrt. Jede Schneequalität vertreten von Pulver bis Wasserski.
Anlagen/Pisten geöffnet: Alle außer Springenboden (unklar), Jaunpass Nordseite und Schlepplifte Schattenhalb und Fussmatte Jaun.
Gefallen: Individualisten-Tour vorwiegend durch "nostalgische" Kleinskigebiete, die in Deutschland kaum jemand kennt.
Nicht gefallen: Nix.
[Intro] Ja, ich weiß, dieser Fotobericht einer Skifahrt ist zu umfangreich geraten, auch nach der x-ten Straffung und Fotoreduktion. Er umfasst zehn besuchte Kleinskigebiete und rund 120 Fotos mit insgesamt 12,5 MB Datenvolumen. Alternative wäre für mich, zehn Berichte zu schreiben und im Forum zu tracken. Dafür habe ich leider keine Zeit. Ich bitte die Leser um Nachsicht. - [/Intro]
Wie jedes Jahr gehe ich nach dem Familienskiurlaub auf eine viertägige Soloskifahrt im März. Aber wohin? So viele Wunschziele: Vogesen, Oberbayern, Graubünden, italienische Kleinskigebiete ... Laut Wetterbericht soll es in den Westalpen recht schön werden, also geht die Fahrt eher dorthin. Oder alle Wunschziele kippen und nach Chamonix fahren, um die Impressionen des Skiurlaubs von 1996 aufzufrischen? Nein, lieber in ein paar Jahren mit Familie Harzwinter ... also Schweizer Kleinskigebiete. Es entsteht eine Liste von Zielen in Berner Oberland, Freiburgerland und Wallis. Ich starte am Samstagmorgen des 10. März 2012 morgens um 5:30 Uhr.
Tourkarte © Hallwag AG 2002. Zum Ausgleich zwischen Darstellungszweck und unerlaubter Vervielfältigung der Karte ist der Scan bewusst z.T. unscharf.
Springenboden 10. März 2012
http://www.skilifte-springenboden.ch/
Pistenplan Skigebiete Diemtigtal (Springenboden, Wiriehorn, Grimmialp)
Wegen des Kleinskigebiets Springenboden habe ich dem Diemtigtal, einem Seitental des Berner Simmentals, am Anreisesamstag den Vorzug gegenüber dem Freiburgerland gegeben. Am Springenboden, der ab dem Talweiler Horboden in einer Viertelstunde über 500 Höhenmeter Serpentinenfahrt auf schmaler Straße zu erreichen ist, stehen ein Berggasthaus, zwei Seillifte und ein 900 Meter langer Schlepplift in welligem Wiesengelände unterhalb der Baumgrenze. Grundsätzlich interessant. Wegen frühzeitiger Ankunft im Diemtigtal vor Liftöffnungszeit schaue ich mich dort oben zuerst um. Nirgends ist erkennbar, ob der "große Lift" überhaupt in Betrieb gehen wird (laut Internetseite am Wochenende), und es ist niemand zum Fragen da. Die Schlepplifttalstation befindet sich ein Stück weit unterhalb des Springenbodens am unteren Ende eines Steilhangs. Es sieht von unten betrachtet nicht danach aus, als würde der Hangteil unterhalb des Springenbodens überhaupt noch skisportlich genutzt. Der Lifteinstieg befindet sich auf Höhe Springenboden. Damit entfallen das untere Lift- und Abfahrtsdrittel und die "Außenrum"-Abfahrt zur Talstation. Übrig bleiben 300 m Hang mit normaler Neigung und 300 m Flachstück im oberen Bereich mit insgesamt einer Abfahrt. Dafür soll man dann für eine Fünf (!)-Fahrten-Karte 20 Franken ausgeben. Entgegen meiner Natur verzichte ich ohne viel Bedauern aufs Skifahren am Springenboden. Auch das ist ein "Schneebericht".
3 Fotos vom Springenboden:
Skilift Springenboden vom Berggasthaus aus gesehen. Frühmorgens ist es noch schattig. Zu sehen sind die mittleren 300m Trasse. Oberhalb der Bergkante folgen noch 300m Flachstück. Ist es ein Baco-Lift?
Skilift Springenboden. Zu sehen sind die unteren 300m Trasse, die offenbar nicht mehr genutzt werden, und das Lifthäuschen am "neuen" Einstieg weiter oben.
Blick aus dem Skigebiet Wiriehorn zum Springenboden. Mein Beitrag zu den Meisterschaften im schlecht Fotografieren, sorry ... bei der Aufnahme hatte ich den später eingezeichneten Skilift weiter bergwärts vermutet. Der Trassenverlauf ist dennoch zu 99% wiedergegeben. Man hätte die Anlage wohl besser eine Etage höher gebaut ...
Wiriehorn 10. März 2012
http://www.wiriehorn.ch/
Also fahre ich umgehend weiter zum Skigebiet Wiriehorn. Was für ein schönes Gebiet! Und so einfach erreichbar. Abzüglich Springenboden-Abstecher in nur 3:05 Stunden ab Ettlingen, also durchaus ein Kandidat für einen Tagesskiausflug ins Berner Oberland bei guten Bedingungen. 15 Minuten nach der Autobahnabfahrt startet die 6KSB Nüegg ins Skigebiet. Eigentlich besitzt das Skigebiet Wiriehorn nur zwei nennenswerte Beschäftigungsanlagen: Den Doppel-Schlepplift Tubelfärich (was für ein Name!) und den Schlepplift Hohmad, beide von Habegger/Thun. Am Tubelfärich fährt man über lange Strecke Abfahrten über herrlich welliges Gelände, am steilen Hohmad gibt es zwei schwarze Pisten, die Dank Windenpräparation gut zu befahren sind. Hinzu kommt der Habegger-Übungslift Röschtenschwend. Die Schleppliftanlagen und ihre Namen vermitteln bestes authentisches Schweizer Feeling! Viel Panorama gibt es wegen der niedrigen Höhenlage nicht; schön ist's trotzdem. Man schaut aufs Wiriehorn und seine Nachbarberge, zum Stockhorn überm Simmental (leider mittlerweile ohne Skibetrieb) und auf einen Teil des Thunersees.
10 Fotos vom Wiriehorn:
Start mit der 6KSB Nüegg ins Wiriehorn-Skigebiet. Schöne Talabfahrt.
Im Habegger-Doppelschlepplift Tubelfärich.
Blick von der Piste Tubelfärich zum Ausgang des Diemtigtals und zum Springenboden.
Skihang mit Lift am Hohmad. Schöne schwarze Pisten!
Habegger-Schlepplift Hohmad.
Schwarze Piste am Hohmad, toll zu fahren.
Nochmal schwarze Piste am Hohmad.
Piste und Schlepplift Röschtenschwend. Blick Diemtigtalaufwärts.
Habegger-Doppelschlepplift Tubelfärich
Piste Tubelfärich mit dem Stockhorn überm Simmental. Hier trainieren lokale Formationsfahrer.
Grimmialp 10. März 2012
http://www.grimmialp.ch/
Von der Talstation Wiriehorn fährt man in 10-15 Minuten weiter ins Diemtigtal hinein nach Schwenden. Schon auf der Anfahrt öffnet sich der eindrucksvolle Talschluss des Diemtigtals, ein felsiges Amphitheater, das den Blick aus dem Skigebiet prägt. In Schwenden startet die 3SB zur Grimmialp. Das Skigebiet stand vor dem Winter 2011/12 vor Konkurs und Schließung; ein Grund, weshalb ich hergekommen bin - wer weiß, wie schnell sich das wiederholt. Außer der Sesselbahn gibt es im Tal den Übungsschlepplift Egg, am Berg den Beschäftigungsschlepplift Stierenberg. Das Ensemble erschließt vielfältige Pisten jeden Schwierigkeitsgrades (wenn man davon absieht, dass die schwarze Abfahrt diese Bezeichnung nur in einem kurzen Stück verdient). Wer auf der roten Direktabfahrt des Stierenberglifts zu sehr Gas gibt, fliegt weiter unten aus der engen Schlusskurve im hohen Bogen in den Wald ... Fangnetze und Warnschilder sind was für Weicheier.
Um 16:15 Uhr werden an der Grimmialp die Lifte abgeschaltet. Und dann hört man statt des verstummten Liftgebrumms ... nichts mehr. Gar nichts. Außer ein paar zwitschernden Vögeln. Kein Auto, keine Musik, keine Gespräche. Stille pur. Etwas, das man in einem Skigebiet gar nicht mehr kennt. Faszinierend.
10 Fotos von der Grimmialp:
3SB Grimmialp vom Parkplatz gesehen.
3SB Grimmialp mit der Talsiedlung Schwenden.
Berggasthaus Stierengrimmi mit Talschluss.
Schlepplift Stierenberg (Küpfer). Nicht lang, aber erschließt eine schöne Zusatzpiste.
Piste Stierenberg.
Gratpiste zwischen Schlepplift und Sesselbahn-Bergstation.
Sesselbahn und Berggasthaus.
Abfahrten auf der Grimmialp, schön und abwechslungsreich.
Talstation 3SB mit Talschluss.
Übungslift Egg im Tal, eine Baco-Anlage.
Gspon 11. März 2012
Pistenplan Skigebiete Vispertäler (Visperterminen, Gspon, Bürchen, Unterbäch, Eischoll)
http://www.staldenried.ch/tourismus/gsp ... ismus.html
Ein Kindheitswunsch wird erfüllt. 1975-1985 bin ich auf Skiern auf der 1950 m hoch gelegenen Bettmeralp "aufgewachsen", jeweils zwei Wochen in den Osterferien. Die Bettmeralp war einmal ein kleines Chaletdorf mit Schweizer Charme und Beschaulichkeit, einer Kapelle mit benachbartem Speicher und mit einer Handvoll behäbiger, lokaltypischer Liftanlagen, autofrei und ganz früher nur mit zwei Sektionen Luftseilbahn erreichbar. Eine Idylle. Dort war ich gern. Schon damals sammelte ich die Prospekte benachbarter Skigebiete ... und entdeckte ein Pendant: Gspon überm Vispertal, 1890 m hoch gelegen. Ein kleines Chaletdorf mit Schweizer Charme und Beschaulichkeit, einer Kapelle mit benachbartem Speicher und mit zwei Liftanlagen, autofrei und nur mit zwei Sektionen Luftseilbahn erreichbar. Da wollte ich mal hin. Geklappt hat es nie - bis zu dieser Skifahrt. Und das fünf vor zwölf in 2012. Gspon geht trotz großer Höhenlage bereits Mitte März offiziell in den Saisonschluss. Wahrscheinlich ist das in der niederschlagsarmen inneralpinen Lage begründet, die Gspon mit Visperterminen (520 mm Niederschlag pro Jahr), Grächen (560 mm) und Stalden teilt (Vergleichswert Bettmeralp: 1980 mm, wenn man den Daten Glauben schenken mag .. möglich ist das, weil das Aletschgebiet viel Niederschlag von der Berner Seite abbekommt.). Mein Besuchstag in Gspon ist der letzte Skibetriebstag der Saison.
Im Gegensatz zur Bettmeralp, die verbaut und "arenisiert" wurde und ihren Charakter verlor, ist in Gspon die Zeit weitgehend stehengeblieben. Klar, ein paar Chalets kamen im Lauf der Jahre auch hier dazu. Aber nur ein paar. Die Kapelle ist im Dorf geblieben. Samt benachbartem Speicher. Und das alles nur einen Katzensprung von Zermatt und Saas-Fee entfernt.
Zum 1180m langen Hauptlift Waldegga muss man aus dem Ort ein Stück aufsteigen. Direkte Schussfahrt vom leicht erreichbaren, 490 m langen Übungs-Schlepplift Gspon (von Küpfer) reicht nicht. Andernorts stünden hier längst Seillift oder Förderband ... nicht aber in der Idylle. Diese wird nur kurzfristig unterbrochen, wenn man nach dem Aufstieg zum Waldeggalift vor dem kleinen Gsponer Sportplatz am Auslauf der Skipiste steht und die Ski anlegen will. Dort steht vollen Ernstes auf einer steinernen Tafel eingraviert: "Ottmar Hitzfeld Gspon Arena". Hilfreiche Einheimische bemerken meine Fassungslosigkeit und erklären mir, der langjährige Bundesliga- und Schweizer Fußballnationaltrainer sei seinerzeit bei der Sportplatzeinweihung zugegen gewesen, darum der humorvoll gewählte Name.
Der Waldeggalift ist ein Stück Gsponer Geschichte. Original Willy Bühler Bern (WBB) Kurzbügelgehänge drehen hier am Von Roll-Schlepplift seit 40 Jahren ihre Runden. Angesichts des rostfreien Edelstahls der Pylonenstützen frage ich, ob an dessen Stelle früher ein anderer Skilift stand. Der Liftler verneint. Der ganze Lift präsentiert sich - abgesehen von nachgerüsteten Arbeitspodesten - im Originalzustand. Selbst das Seil ist nach 40 Jahren noch das erste - kaum zu glauben. Ein paar mehr Skigäste wünscht sich der Liftler. Vielleicht kommen ja welche, die diesen Bericht hier lesen.
14 Fotos aus Gspon:
Talstation der Pendelbahn Stalden-Staldenried-Gspon. Holzbau auf Betonfundament. Ein Relikt aus einer anderen Zeit.
In die Pendelbahnkabinchen von CWA passen 10 Personen. Die Bahn überwindet in zwei Sektionen 1095 Höhenmeter.
Trasse Luftseilbahn Stalden-Staldenried-Gspon. Im niederschlagsarmen Vispertal ist schon Frühling.
Teilansicht Gspon mit Kapelle.
Idylle aus Kapelle und Speichern. Dahinter der zur Mischabelgruppe gehörende Balfrin (3796 m). So idyllisch war es auf der Bettmeralp auch mal.
Übungslift Gspon, 490 m lange Küpfer-Anlage.
Gspon mit Balfrin. Die Felsnase hinten ist der Egginer überm Skigebiet von Saas-Fee.
Piste Waldegga-Lift mit Blick zum Augstbordhorn und dem Skigebiet Moosalp an dessen rechter Flanke, das zum Skigebiet von Bürchen gehört. Darunter im abgetauten Südhangbereich der Ort Törbel. Zusammen mit der Gsponer Talseite ist das die niederschlagsärmste Gegend der Schweiz. Auf der nicht weit entfernten Bettmeralp liegen um diese Zeit typischerweise zwei Meter Schnee. Im Ort Gspon sind es zum Besuchszeitpunkt geschätzt 30-40 cm - laut einheimischem Seilbahn-Mitfahrer viel für die Jahreszeit.
Das Weißhorn (mit 4505 m vierthöchster Alpenberg nach Montblanc-Massiv, Monte Rosa-Massiv und Mischabelgruppe) ist aus den meisten Walliser Skigebieten zu sehen und mein Walliser Lieblingsberg.
Pistenende Waldeggalift mit Weißhorn.
Waldegga-Lift mit Weißhorn.
Blick vom Waldegga-Lift übers Rhonetal in die Berner Alpen zum Bietschhorn, hinter dem das Lötschental liegt. Weiter rechts das Nesthorn.
Blick vom Waldegga-Lift zur Mittelstation Giw des Skigebiets von Visperterminen. Darüber Fusshorngrat und Triestgletscher, die schon überm Aletschgletscher stehen. Dazwischen liegt unsichtbar das Rhonetal.
Skilift Waldegga mit Piste. Oberhalb geht's weiter ins Tourengebiet am Mattwaldhorn und Simelihorn.
Bürchen 11. März 2012
http://www.buerchen-unterbaech.ch/
Nach dem Besuch in Gspon habe ich mir vorgenommen, so viel wie möglich vom Skigebiet Bürchen-Unterbäch-Eischoll mitzunehmen, das die "Vispertäler" wintersportlich prägt und mit Gspon und Visperterminen im Skipassverbund ist. Offiziell jedenfalls. Für die Skilifte Gspon habe ich vom Billettverkäufer im Bahnhof Stalden ein abgestempeltes Pappkärtchen als Tageskarte erhalten. Nein, einen Verbundskipass könne er nicht verkaufen. Die Dame an der Skilifthauptkasse in Bürchen schaut fassungslos auf mein Gsponer Pappkärtchen. "Das ist ja ... gar nichts!" meint sie. Das Skigebiet Bürchen-Unterbäch-Eischoll verwendet Skidata-Leser. In Gspon wird es derlei modernen Schnickschnack niemals geben.
Die Zubringerkette vom Ski-Hauptparkplatz Bürchen (1400 m) ins Skigebiet sucht ihresgleichen. Aufeinander folgen der Seillift Bodmen, dann ein "Pinocchiolift", der Schlepplift Ried, der 3er Sessellift Moosalp Express und darauf der Schlepplift gleichen Namens, der für die Sesselbahn sichtbar gekürzt wurde. Dann steht man an der Bürchner Hauptbeschäftigunganlage, dem Schlepplift Unterrat unterm Augstbordhorn. Der erschließt sportliche, aussichtsreiche Hänge, natürlich mit Blick aufs Bietschhorn, aber noch viel mehr gibt es zu sehen: Die Skigebiete von Jeizinen und Belalp, ein Stück Aletschgebiet mit Bettmerhorn und den Wannenhörnern, die den Aletschgletscher prägen, dahinter Bellwald; Rosswald über Brig ist zu erkennen, Visperterminen, Gspon und Grächen mit ihren Skigebieten. Die Pisten des weitläufigen Gebiets sind an den entscheidenden Stellen bestens ausgeschildert - Kompliment! Ich entscheide mich für den zügigen Transfer zur Moosalp, die auf der Törbeler Südseite des Skigebiets auf 1900 m liegt. Sie ist per Straße und Postbus erreichbar. Im Ort Törbel selbst hält sich in praller Südlage auf 1500 m kaum Schnee, weshalb es keine Liftanbindung vom Ort ans Skigebiet gibt. An der Moosalp bin ich schon einmal Ski gefahren ... vor ca. 20 Jahren. Geändert hat sich scheinbar nichts. Auf der Moosalp fährt neben dem gleichnamigen Rückbringerlift der 2046 m lange Küpfer-Schlepplift Törbeltälli (mir kommt er länger vor). Hinter jeder Kuppe vermutet man den Ausstieg ... Denkste! Stets geht die Liftfahrt dahinter weiter.
15 Fotos aus dem Skigebiet Bürchen/Moosalp:
Schlepplift Ried als Nummer 3 der Zubringerkette vom Hauptparkplatz ins Skigebiet. Nummer 1 und 2 sind Seillifte.
3SB Moosalp-Express als Nummer 4 der Zubringerkettemit Blick auf Bürchen und das Bietschhorn.
Schlepplift Moosalp-Express oberhalb der Sesselbahn. Nummer 5 der Zubringerkette. Der Lift wurde für die Sesselbahn im unteren Teil gekürzt, was am alten Trassenverlauf erkennbar ist.
Schlepplift Unterrat mit schönen Pisten. Sieht nach Baco-Anlage aus. Interessant ist die wüstenartige, verblasene Landschaft an den Hängen des Augstbordhorns.
Blick von der Bergstation Unterrat ins Skigebiet der Bettmeralp. Man erkennt das Bettmerhorn mit Seilbahn, die Sesselbahn Schönbiel und die Sesselbahn Wurzenbord. Der Ort Bettmeralp wird vom Riederhorn verdeckt.
Blick von der Bergstation Unterrat zum Bettlihorn, meinem Walliser Lieblings-Aussichtsberg. Unten rechts am Hang die Feriensiedlung Rosswald mit ihrem Skigebiet.
Und natürlich darf der Blick hinüber nach Gspon nicht fehlen.
Piste Unterrat mit Rhonetal und Bietschhorn und Blick bis weit ins Goms.
Piste und Skilift Moosalp über Törbel. Gegenüber Gspon, das Saastal und das Skigebiet von Grächen mit der breiten Pistenschneise der Hannigalp-Bahn. Weiter hinten im Saastal schaut man wahrscheinlich schon ins Skigebiet von Saas-Grund-Hohsaas unterhalb von Lagginhorn und Weissmies.
Skilift Törbeltälli, lang und länger. Eine typische Schweizer Liftanlage. Führt weit in die kahle, verblasene Landschaft unterm Augstbordhorn hinauf.
Skilift Törbeltälli mit Rhonetal und Blick bis ins Goms. Rechts gegenüber das Skigebiet von Visperterminen.
Schwarze Piste am Skilift Törbeltälli. Niemand außer mir fährt hier Ski.
Moosalp-Abfahrt hinunter nach Bürchen, schön zu fahren. Am hinteren, noch schneebedeckten Teil des Rhonetal-Gegenhangs liegt das Dorf Jeizinen mit seinem Skigebiet Feselalpe.
Talabfahrtsverlauf an der 3SB Moosalp-Express im Bürchner Dorfbereich gegen das Bietschhorn.
Blick von Bürchen hinüber nach Unterbäch. Aus dem Ort fährt die Sesselbahn zur Brandalp am linken Bildrand. Von dort erkennt man die Schneise der weiterführenden Leitner-DSB. Hinter den Erlenzweigen ist die Schneise des Skilifts Erez von Eischoll zu erkennen. Das gesamte Waldgebiet links davon muss man für den Skigebietswechsel zwischen Unterbäch und Eischoll per Ziehweg bewältigen.
Unterbäch/Eischoll 11. März 2012
http://www.buerchen-unterbaech.ch/
http://www.eischoll.ch/
Leider gibt es keinen direkten Pistenverbund zwischen Bürchen und Unterbäch. So muss man Bus oder Auto bemühen. Einen Liftparkplatz gibt es in Unterbäch nicht; man parkt etwas umständlich unterhalb der Kirche. Den kontaktlosen Bürchner Skipass mag der Skidata-Leser in Unterbäch nicht lesen, also bekomme ich den dritten Skipass an diesem Tag ohne Neuberechnung.
Der Schlepplift Erez bedient eine rote und eine schwarze, schöne Piste mit weiter Aussicht. Den weiter westlich auf dem Rhonetal-Südhang liegenden Ort Jeizinen samt Skigebiet Feselalpe (besucht 2010) kann man entgegen meiner Erwartung nicht gut einsehen. Auf der schwarzen Piste fahre ich ab Erez zurück, bis der etwas kürzere Rückbringer-Ziehweg nach Unterbäch abzweigt. Statt am Schlepplift Seefeld komme ich eine Etage tiefer am Schlepplift Unteres Senntum heraus (Pistenplan falsch gemerkt). Damit schaffe ich es bis Liftschluss um 16 Uhr genau nicht mehr zum oberen Schlepplift Seefeld ... Mist, aber immer noch besser als in Eischoll zu stranden, dessen Busanbindung an Unterbäch ich nicht kenne. Etwas betrübt mache ich mich nach Passieren des Ziehwegteils auf die immerhin sehr schöne Talabfahrt nach Unterbäch. Diese verliert sich unausgeschildert im Ortsbereich ... zwischen den Häusern zur Sesselbahnstation zurück zu finden wird zum Ratespiel. Die Pistenausschilderung im Skigebiet Unterbäch empfinde ich als unzureichend. Einen künftigen Folgebesuch würde ich nur noch ab Eischoll unternehmen, um mir wenigstens die lahme Unterbächer Leitner-DSB zu ersparen.
13 Fotos aus dem Skigebiet Unterbäch/Eischoll:
Start in Unterbäch mit der DSB zur Brandalp, die eine seit den 1960er Jahren bestehende Vorgängeranlage ersetzte. Eindrucksvoller Blick aufs Bietschhorn.
Leitner-DSB Breitensteg. Verbindet die Unterbächer Brandalp mit dem übrigen Skigebiet hinter einer Bergkante. Eine schreckliche Anlage ... nur 1578 m lang, aber die Bergauf-Bergab-Fahrt im Schneckentempo dauert ewig. Für mich Ersatzkandidat Nummer eins im Gebiet.
Müller-Schlepplift Unteres Senntum. Eher Zubringer als Beschäftigungsanlage, weil sehr flach.
Der überlange Ziehweg ab Restaurant Unteres Senntum ins Eischoller Gebiet endet auf der schönen schwarzen Brandegg-Piste des Skilifts Erez. Niemand außer mir fährt hier Ski.
Nach Verlassen des steilen Pistenteils im Wald passiert die Piste des Skilifts Erez flache, wellige Alpwiesen. Rechts am Bildrand nicht mehr zu erkennen ist die Bergstation des Eischoller Zubringer-Sessellifts Striggen. Gegenüber mal wieder das Bietschhorn.
Schlepplift Striggen-Erez von Küpfer. Heftige Anlage mit 1727 m Länge und 590 m Höhendifferenz.
Trasse Schlepplift Erez mit Bietschhorn. Man sieht gut, wie unglaublich viele Höhenmeter die Anlage bewältigt.
Die Piste des Skilifts Erez führt an der Oberen Eischollalp vorbei. Gegen 16 Uhr liegt sie bereits im Schatten. Am sonnenbeschienenen Hang liegt Bürchen ... man erkennt, wie weit das Skigebiet Eischoll tatsächlich von dort entfernt ist. Hinten steht als höchster Berg der Monte Leone überm Simplongebiet.
Gabelung der Pisten am Schlepplift Erez mit Bietschhorn, Rhonetal und Bürchen.
Und hier sind wir wieder auf der schwarzen Brandegg-Piste des Schlepplifts Erez, von der der Rückbringer-Ziehweg nach Unterbäch abzweigt.
Schlepplift Seefeld (von Küpfer), der fünf Minuten vor meinem Eintreffen Betriebsschluss hatte (um 16 Uhr). Zusammen mit den Schlepplift Erez die einzige gute Beschäftigungsanlage im Gebiet.
Flache, blaue Piste des Müller-Schlepplifts Unteres Senntum gegen das Bietschhorn.
Talabfahrt nach Unterbäch. Ab der Bebauungsgrenze verliert sie sich in Spuren, einen Wegweiser sucht man vergeblich. Mit Glück findet man zur Sesselbahntalstation zurück.
Evolène 12. März 2012
http://www.evolene-region.ch/
Pistenplan Skigebiet Evolène (einen übergreifenden fürs Val d'Herens habe ich nicht gefunden)
Für diesen Tag stehen eigentlich Rothwald/Wasenalp am Simplonpass und San Domenico jenseits der Passhöhe im italienischen Piemont auf dem Programm. Der Schweizer Wetterbericht hat Sonne fürs gesamte Wallis versprochen. Der Blick aus dem Fenster am Morgen zeigt: Da stimmt etwas nicht. Bewölkter Himmel, Richtung Simplon dicke Wolken. Ich bemühe TV-Panoramabilder und den Wolkenfilm im Internet. Ergebnis: Der Schweizer Wetterdienst hat sich mit der Vorhersage fürs Wallis völlig verhauen und bedient sich für die ausstehende Korrektur offenbar nicht einmal des Blicks aus dem Fenster. Das Oberwallis kann wegen eines Tessiner Schlechtwettergebiets, Nebelwetters in Uri und in der oberen Surselva und wegen ständig nachrückender Wolkenfelder heute gar kein Schönwetter bekommen. Warum prognostizieren gut bezahlte Wetterprofis noch morgens um halb neun Uhr solchen Unsinn, der sich vom Laien widerlegen lässt? Ich streiche das Simplongebiet als Tagesziel. Im Unterwallis sieht es sonniger aus. Also entscheide ich mich fürs Val d'Herens. 1981 war ich dort in Arolla einen Tag zum Skifahren, in den beiden anderen Skigebieten Evolène und La Forclaz noch nicht. Als Vormittagsziel wird das in Deutschland nach wie vor völlig unbekannte Skigebiet von Evolène ausgewählt, als Nachmittagsziel konsequenterweise Arolla, das ganz hinten im Abschluss des Val d'Herens liegt. In Arolla machten meine Eltern in den 1960er Jahren Skitouren ... Die Anfahrt zum Val d'Herens führt mich durch den Autobahntunnel bei Sierre, in dem 36 Stunden später ein belgischer Bus voller Schulkinder verunglücken wird. -
Evolène ist ein wunderschöner Ort in typischer Walliser Bauweise mit alten Speichern; vorwiegend ausgerichtet auf sommerlichen Bergsteigertourismus. Im Nachbarweiler Lannaz startet die uralte, fixgeklemmte DSB (ist es eine Von Roll?). Während der sich ewig hinziehenden Fahrt passiert die Sesselbahn diverse Maiensässe. Oben erschließen drei Von Roll-Schlepplifte erfreulich vielfältiges Terrain mit Geländekammern. Ich genieße den Abwechslungsreichtum der gähnend leeren, sehr gut präparierten Pisten, auf denen man es so richtig krachen lassen kann. Wegen der starken Sonneneinstrahlung beginnen die Pisten zum Teil auszuapern. Aus dem Skigebiet gibt es ein tolles 4000er-Panorama: Weißhorn, Dent Blanche, Matterhorn, Dent d'Herens stehen einträchtig nebeneinander. Und man schaut in den Gipfel-Westhang des mir auch nach mehr als 35 Jahren Wallis-Urlaub bis dato unbekannten Skigebiets Mont Noble des Ortes Nax. Leider ist die schwarze Talabfahrt des Skigebiets von Evolène gesperrt; ihre Reste sehen aus wie ein Acker. Ich muss mit der Ziehwegabfahrt ins Tal vorlieb nehmen. Ab 12 Uhr weicht das bis dahin sonnige Wetter allmählich dem Aufzug von Schleierwolken aus dem Tessiner Schlechtwettergebiet, und die Kontursicht wird mit zunehmender Tendenz beeinträchtigt. Also streiche ich Arolla als Nachmittagsziel und ersetze es durch Ovronnaz über Sion, von dem ich mir mehr Sonne verspreche. Unten im Rhonetal Enttäuschung: Die Schleierwolken sind auch über den unteren Teil des Unterwallis gezogen und damit auch über Ovronnaz. Nur auf der dem Val d'Herens gegenüberliegenden Rhonetalseite in Anzère und Crans-Montana scheint noch die Sonne. Na schön, dann also nach Anzère. Dort war ich auch noch nicht, hatte den Ort bislang aber eher als Wochen- denn als Tagesziel angesehen.
10 Fotos aus Evolène:
DSB Lannaz-Chemeuille von 1981. Eine Von-Roll-Anlage im guten alten Gartenbankdesign.
Ausstieg des Schlepplifts Le Mont Rouge (Von Roll). Tief unten im Tal Evolène auf 1300 m Höhe; darüber dominierend die Dent Blanche - 3000 m höher auf 4357 m. Hinter der Dent Blanche schaut das Matterhorn heraus.
Der Schlepplift Le Mont Rouge erschließt einen langgestreckten Karbereich.
Übers Rhonetal schaut man auf Crans-Montana und Aminona mit dem Skigebiet an Bella Lui und Plaine Morte.
Talauswärts erfasst der Blick den langen Skilift La Combe des kleinen Skigebiets Mont Noble, das zum Ort Nax gehört. Ich muss gestehen, dass ich dieses Skigebiet in 35 Jahren Wallis-Urlaub bislang übersehen habe ... Der Berg auf der anderen Rhonetalseite müsste der Wildstrubel sein (3243 m).
Den recht steilen Schlepplift Les Arpilles (Von Roll), der eine abseits gelegene Geländekammer erschließt, hat man vorsichtshalber mit Teller- statt Bügelgehängen ausgerüstet.
Die Anlage überwindet eine kleine Kuppe. Vor der Kuppe muss der Benutzer abbügeln ... äääh, abtellern und sich für den kurzen Rest der Strecke einen neuen Teller greifen.
Piste des Skilifts Les Arpilles. Der Berg hinten ist der Mont de l'Etoile, 3370 m.
Ausstieg Schlepplift Le Mont Rouge mit der interessanten Gratabfahrt Artsinol.
Blick ins Skigebiet von Anzère jenseits des Rhonetals, wo ich kurze Zeit später Ski fahren werde, was ich zum Zeitpunkt des Schnappschusses noch nicht weiß.
Anzère 12. März 2012
http://www.anzere.ch/
Pistenplan Anzère
Die 8EUB auf den Berg Pas de Maimbre startet am Ortsanfang von Anzère, so dass man sich den mit Appartementburgen verbauten Ort gar nicht erst anschauen muss und ihn auch aus dem Skigebiet nicht zu sehen bekommt. Oben angekommen entscheide ich mich für den Versuch der Skigebietsdurchquerung, auch wenn mir das Gebiet sehr weit hingezogen vorkommt. An der Bergstation Pas de Maimbre wird klar, warum im Skigebiet von Anzère noch die Sonne scheint: Hier herrscht Föhnsturm vom sonnigen Alpennordrand her. Nach einer zügigen Abfahrt geht es mit der elend langsamen Von Roll-DSB nach Le Bâté hinauf, wo sie auf die Rückbringer-Sesselbahn von Les Rousses trifft. Die lange Abfahrt nach Les Rousses ist ein Genuss. Oben baumfrei, führt sie unten durch Lärchenwald und bietet Dauerpanorama ins Oberwallis. Dank der Von Roll-3KSB Les Rousses (nach Konstruktion Städeli - oder?) kommt man superschnell ins Skigebiet zurück. Die Bahn hat nach Lawinenschaden vom Dezember 2011 zwei neue Stützen erhalten und konnte erst im Februar 2012 wieder geöffnet werden. Es macht Spaß, der geschäftig vor sich hin werkelnden, sehr individuellen Antriebstechnik der Bahn mit ihren rotierenden Wellen bei der Arbeit zuzuschauen ... das erinnert an das sprichwörtliche Schweizer Uhrwerk.
12 Fotos aus Anzère:
Start mit der 8EUB Pas de Maimbre. Südlich des Rhonetals ist mittlerweile dichte, hohe Schleierbewölkung vom Tessiner Schlechtwettergebiet aufgezogen. Skifahren in Arolla hätte unter diesen Bedingungen keinen Spaß gemacht. Genau gegenüber liegt Nax mit dem Kleinskigebiet Mont Noble, am Bildrand rechts die 4 Vallées mit Veysonnaz und Thyon 2000. Zwischen den beiden Kommunikationsleitungen der Seilbahn erkennt man den Mont de l'Etoile über dem Skigebiet von Evolène.
Richtung Norden sieht es wettermäßig besser aus. Zwischenstation der 8EUB Pas de Maimbre. Interessant minimalistisch gestaltet.
Schlepplift La Combe mit toller Piste und weitem Blick ins Oberwallis. Hinten abschließend das Bietschhorn überm Lötschental.
Nochmal Schlepplift La Combe mit Sonne-Bewölkungs-Lichtspielen.
Von Roll-DSB Le Bâté, die Zubringeranlage in Richtung Les Rousses. Wird bzgl. Fahrgeschwindigkeit von Faultier und Schildkröte glatt überholt. Bitte ersetzen.
Blick hinüber ins Skigebiet Bella Lui von Crans-Montana. Interessant der völlig blank gewehte, abgetaute, flache Kamm. Habe ich schon erwähnt, dass der hohe Berg im Hintergrund mal wieder das Bietschhorn ist?
Wunderbare Abfahrt nach Les Rousses, die das gesamte westliche Skigebietsdrittel von Anzère umfasst. Ohne diese Abfahrt wäre Anzères Skigebiet weitaus weniger interessant.
Piste Les Rousses mit Blick zu den 4000ern der Walliser Alpen, dominiert vom Weißhorn (4505 m). Über den Lärchen links der Bildmitte wahrscheinlich St. Luc im Val d'Anniviers (muss ich noch verifizieren). Am rechten Bildrand teilverdeckt das Skigebiet von Vercorin.
3KSB Les Rousses, Mittelstation. Dieser enorm schnellen Sesselbahn verdankt Anzère quasi eine Verdopplung der Skigebietsqualität durch die zeitoptimierte Anbindung des weitläufigen Sektors Les Rousses.
Start der Talabfahrt vom Pas de Maimbre. Schöne schwarze Piste.
Schlepplift Tsalan mit benachbarter Piste und Blick ins Oberwallis.
Beginnendes Wasserski auf der Talabfahrt Pas de Maimbre bei geschätzt +10°C im unteren Bereich.
Nach dem Besuch in Anzère geht es für den letzten Skitag meiner Fahrt zurück auf die Alpennordseite ins Freiburgerland. Auf dem Plan stehen das Skigebiet von Charmey am Vounetze und das Skigebiet am Moléson. Im Freiburgerland war ich vor rund 25 Jahren mit Vater und Großvater zum Wandern und wollte der Gegend schon immer einen Skibesuch abstatten, ähnlich wie dem Appenzellerland 2009. Damals bestiegen wir unter anderem den höchsten Berg der Freiburger Voralpen, den 2389 m hohen Vanil Noir, im August bei Schneetreiben (unter Schimpftiraden meinerseits
Die Talabfahrt von Charmey ist bei snow.myswitzerland.com noch bis nach meiner Skifahrt als geöffnet gemeldet - bei 850 m Talhöhe war ich vor der Skifahrt deshalb von Beschneiung ausgegangen. Der Vorabendcheck an der Talstation der Seilbahn von Charmey bringt Ernüchterung. Der halbe Berg über Charmey ist bereits abgetaut und präsentiert frühlingsgrüne Wiesen. Beschneit wird die Talabfahrt offenbar nicht. Sie muss entgegen der Online-Statusmeldung schon seit einiger Zeit nicht mehr möglich gewesen sein, nur oberhalb der Mittelstation wird noch Skibetrieb gemeldet. Da ich Talfahrten ungern per Seilbahn antrete, wird der Skibesuch in Charmey auf einen winterlicheren Zeitpunkt verschoben und durch einen Besuch in Jaun und am Jaunpass ersetzt. Bei meiner Ankunft im Freiburgerland ist es Montagabend und damit Schweizer Wirtesonntag. Die meisten Hoteltüren sind abgeschlossen, die Quartiersuche wird zur Qual. Bis ich endlich eine Übernachtungsmöglichkeit finde, ist es längst dunkel.
1 Foto aus Charmey:
Charmey und sein 1630 m hoher Skiberg Vounetse (alternativ auch Vounetz geschrieben). Das sieht schon sehr nach Frühling aus! Angeblich ist noch Skibetrieb oberhalb der EUB-Mittelstation. Ich komme lieber wieder, wenn alles weiß ist.
Jaunpass 13. März 2012
http://www.sportbahnen-jaunpass.ch/
Pistenplan Jaunpass
Das kleine Skigebiet am Jaunpass befindet sich beiderseits der Passstraße. Der niedriger gelegene und weniger aussichtsreiche, nördliche Skigebietsteil mit zwei Habegger-Liften ist bei meinem Besuch nicht in Betrieb, aber der Schlepplift Hüttlistalden auf der anderen Straßenseite soll gegen 9:30 geöffnet werden. Ich warte und will schon wieder wegfahren, als die drei Männer vom Liftdienst eintreffen. Der Skilift Hüttlistalden am Jaunpass ist 1082 m lang und verfügt über eine abwechslungsreiche rote und eine blaue Piste. Das Panorama von der Bergstation umfasst einen Großteil des Simmentals und die Gastlosen-Kette in der Morgensonne - klasse! Das Kleinskigebiet Jaunpass ist allein schon wegen dieses Panoramas eine Empfehlung wert. Am Skilift Hüttlistalden bin ich für die erste Betriebsstunde der einzige Skifahrer ... ungewohnt ist die morgendliche Stille auf der Jaunpassstraße und im einsamen Skigebiet.
6 Fotos vom Jaunpass:
Trasse Skilift Hüttlistalden in welligem Terrain.
Blick von der Bergstation Hüttlistalden ins obere Simmental und seine Berge (muss die Namen noch heraussuchen). Dahinter befindet sich übrigens das eingangs besuchte Skigebiet Grimmialp im Diemtigtal.
Was da so schön in der Morgensonne liegt, ist das Skigebiet Rinderberg von Zweisimmen. Sein Skiverbund mit Gstaad und den benachbarten Orten hört jetzt auf den Marketing-Unfall "Gstaad Mountain Rides", wie peinlich. Na ja, immer noch besser als "Gstaad Mountain Arena" ... Früher hieß das mal "Weißes Hochland". Der dicke Felsberg obendrüber ist das Wildhorn.
Piste Hüttlistalden völlig leer.
Blick vom Hüttlistalden in den bei meinem Besuch geschlossenen Skigebietsteil jenseits der Passstraße. Hier bedienen die beiden Habegger-Lifte Winteregg und Zügwegen kürzeres und niedriger gelegenes Terrain. Sicherlich auch ganz nett. Am straßennäheren Lift gibt es Flutlichtbetrieb.
Talstation Skilift Hüttlistalden mit der Gastlosen-Kette, deren Erscheinungsbild eher an die Dolomiten erinnert als an die Schweiz. Dahinter liegt das Skigebiet von Jaun, mein nächstes Ziel.
Jaun 13. März 2012
Pistenplan Skigebiete Freiburgerland (für den Bericht Charmey, Jaun, Moléson)
http://www.jaun.ch/
Vom Jaunpass geht es vormittags weiter zum Skigebiet des nahen Dorfes Jaun. Bis zum Winter 2010/2011 bestand das Skigebiet von Jaun aus drei Beschäftigungs-Schleppliften und einem Trainerlift. Zum Winter 2011/2012 wurde auf neuer Trasse die 4KSB Gastlosen Express (Garaventa) gebaut und der WSO-Schlepplift Gastlosen demontiert. Positives Ergebnis ist, dass die Bergfahrtzeit sicherlich mindestens halbiert wird und man in der gleichen Zeit mehr Pistenkilometer fährt. Negatives Ergebnis ist, dass die verbliebenen beiden Beschäftigungs-Schlepplifte des Skigebiets nun unter der Woche erst gar nicht mehr eingeschaltet werden, was den Erlebnisfaktor des Skigebiets verringert. Zwar sind die Abfahrten des Skigebiets Jaun teils sportlich und auf abwechslungsreicher Trasse geführt und werden auch fast alle von der neuen 4KSB erschlossen. Doch der Talkessel von Jaun ist im wahrsten Sinne des Wortes "aussichtslos"; es gibt kein Panorama. Einziger landschaftlicher Bezugspunkt ist die Lage der Bergstation unter der eindrucksvollen Gastlosen-Kette, die an die Dolomiten erinnert. Da das Skigebiet von Jaun nach Westen ausgerichtet ist, liegt es morgens lange im Schatten der Gastlosen-Kette. Insofern bin ich froh, die ersten beiden Skistunden des Tages am Jaunpass verbracht zu haben und möchte lieber nicht wissen, wie schattig und kalt es im Skigebiet von Jaun im Hochwinter ist ... Die Gastlosen-Kette verfügt übrigens über ein Naturphänomen ähnlich dem Martinsloch in Elm: Anfang Februar scheint die Sonne durch ein Loch im Berg in den Talkessel von Jaun.
10 Fotos aus Jaun:
Abendstimmung in Jaun während der langwierigen Unterkunftssuche am Vorabend.
Blick aufs Skigebiet Jaun unter den Gastlosen. Vorn der Übungslift Oberbach, hinten rechts Gastlosen-Express und Schlepplift Schattenhalb.
Die neue 4KSB Gastlosen-Express auf neu ausgeschlagener Waldtrasse.
Wenn ein Schreinerbetrieb am Bau beteiligt wird, sind Uni-G-Stationen kein unansehnlicher Einheitsbrei.
Rote Piste mit Blick auf die teilabgetauten Südhänge über Jaun.
WSO-Schlepplift Fussmatte, bei meinem Besuch leider nicht in Betrieb.
Schwarze Piste mit Blick auf Jaun im Talboden. Leider etwas unscharf.
Jaun, ein Dorf Simmentaler Siedler im Kanton Fribourg.
Strecke des neuen Gastlosen-Express unter den Wänden der gleichnamigen Bergkette.
Piste Skilift Schattenhalb (eine Streiff-Anlage), zu der man über Ziehwege auch vom Gastlosen-Express gelangt.
Moléson 13. März 2012
http://www.moleson.ch/
Von Jaun geht es weiter durchs Pays de Gruyères zum Moléson. Der Moléson wird das i-Tüpfelchen der Skifahrt, ein würdiger Abschluss! In der planlos hingewürfelten Feriensiedlung Moléson Village startet die Standseilbahn nach Plan Franchey; von dort geht es mit der nagelneuen Pendelbahn (von BMF) weiter zum 2002 m hohen Gipfel. Das Panorama vom Moléson ist umwerfend; die Aussicht reicht über die Berner und Waadtländer Alpen zum Montblanc und übers Mittelland zu allen Bergen des Schweizer Jura inklusive Chasseral mit Fernsehturm. Die Gipfelabfahrt ist steil, teils unpräpariert und - endlich mal zu Recht - schwarz ausgewiesen, oben toll verbuckelt und insgesamt aussichtsreich, abwechslungsreich und sportlich - einfach großartig! Mit weniger als 10 Besuchern nehmen wir sie an diesem Nachmittag unter die Ski. Der Rückweg zur Pendelbahn ist nur per Schleppliftfahrt möglich. Beide Schlepplifte bieten zusätzlich eine eigene Abfahrt. Am Gipfel des Moléson steht noch die Bauseilbahn für die neue BMF-Pendelbahn. Einziges Manko ist, dass eine der beiden Pendelbahn-Kabinen - vielleicht mangels Abnahme - nicht benutzt werden kann, so dass die Bahn immer zweimal fahren muss, um eine Bergfahrt anbieten zu können. Zudem fährt der Seilbahnführer unkalkulierbar "nach Nase", so dass Wartezeiten anfallen, die ich lieber auf der Piste verbracht hätte. Am Moléson kann man trotz der geringen Skigebietsgröße ohne weiteres einen kompletten Skitag ohne jede Langeweile verbringen - große Empfehlung! Die blaue Talabfahrt von Plan Franchey nach Moléson Village apert bei den Frühlingstemperaturen bei meinem Besuch bereits erheblich aus und wird nach meiner Abreise noch höchstens 1-2 Tage befahrbar bleiben. Die rote Talabfahrt ist bereits abgetaut. Mit dem Zeitpunkt des Besuchs am Moléson habe ich also noch mal Glück gehabt. An der Talstation in Moléson Village stehen übrigens noch die Stütze 1 des ehemaligen Poma-Korblifts von 1963 zum Nachbarberg Vudalla und die Ruine des Stangenschlepplifts am Vudalla-Hang.
15 Fotos vom Moléson:
Anfahrt zum Moléson (rechts). Die Straße führt auf den Nachbarberg Vudalla zu, der früher per Korblift für den Skibetrieb erschlossen war. Dazwischen liegt - im Bild nicht sichtbar - die Feriensiedlung Moléson Village.
Standseilbahn zur Mittelstation Plan Franchey, die 1998 eine historische Müller-Umlaufgondelbahn ersetzte.
Nagelneue BMF-Pendelbahn von Plan Franchey zum Moléson-Gipfel als Ersatz für die alte, deren Kabinen noch unten in Moléson Village stehen. Hier ist die für den Fahrbetrieb nicht freigegebene Kabine unterwegs.
Fahrt mit der Pendelbahn zum Moléson-Gipfel. Unten im Grünen liegt das Städtchen Bulle, oben mittig der schon weitgehend abgetaute Berg La Berra ... weiß nicht, ob sein Skigebiet an der nordseitigen Rückseite noch geöffnet war. Rechts von der Kabine die temperaturbedingt in arger Auflösung begriffene blaue Talabfahrt.
Blick vom Moléson-Gipfel auf Oldenhorn und Les Diablerets mit der Seilbahnstation oben drauf.
Blick vom Moléson-Gipfel zum Montblanc-Massiv. Links der Bildmitte die Aiguille Verte, rechts der von den Dents du Midi teilverdeckte Montblanc-Hauptgipfel. Dazwischen hat man sogar Einblick ins Gletscherplateau der Vallée Blanche!
Auszug des Panoramas vom Moléson-Gipfel. Hinter dem futuristischen Bergrestaurant stehen noch die Bauseilbahn für die neue BMF-Pendelbahn und eine Seilwinde, die auf Heli-Abholung wartet.
Blick vom Moléson-Gipfel übers grüne Mittelland zum Chasseral im Schweizer Jura. Wer sich auskennt, findet im Wald das oberste Stück der ehemaligen Skipiste hinunter nach Nods.
Einstieg in die steile, bucklige Abfahrt vom Moléson-Gipfel.
Schwarze Piste am Moléson, die diese Einstufung im oberen Teil auch verdient: Steil, bucklig, unpräpariert.
Moléson-Piste im präparierten unteren Teil. Rasanter Skispaß auf leeren Hängen.
Die Abfahrt vom Moléson endet auf dem sportlichen Hang des Skilifts Gros-Plane.
Sonnenspielchen mit dem Felskegel des Moléson.
Piste des WSO-Skilifts Les Joux, leer und schön zu fahren.
Blaue Talabfahrt von Plan Franchey nach Moléson Village, stark im Abtauen begriffen. Die rote war schon geschlossen, weil teils schneefrei.
3:17 Stunden nach der Abfahrt aus Moléson Village bin ich trotz Staus bei Bern wieder zuhause in Ettlingen. Damit rückt auch das Freiburgerland in die Liste der Tagesausflugs-Skiziele ab Ettlingen bei guten Schneebedingungen.
Fazit
Wie jedes Jahr hat mir die Single-Skifahrt die Möglichkeit gegeben, diverse langjährig angepeilte Kleinskigebiete zu besuchen. Entsprechend bin ich trotz der wetterbedingt erforderlichen Zielanpassung sehr zufrieden ...