Quelle BaZ 06.01.2004Seilbahnen gegen bezeichnete Tiefschnee-Gebiete
Bern/Chur. SDA/BaZ. Der Dachverband der Schweizer Seilbahnen empfiehlt den Bergbahnen, keine Freeride-Zonen mehr auszuscheiden und anzupreisen. Die Gefahr von Missverständnissen beim Tiefschnee-Vergnügen wird als zu gross eingestuft.
Felix Maurhofer, Mediensprecher von Seilbahnen Schweiz, spricht im Zusammenhang mit ausgeschiedenen Freeride-Zonen von einem «ganz heiklen Bereich». Es könne irreführend sein, wenn solche Zonen in Prospekten oder Tafeln speziell aufgeführt würden. Skifahrer oder Snowboarder könnten glauben, es handle sich um gesicherte Pisten.
Genau das aber ist nicht der Fall. Deshalb hat der Dachverband auf diesen Winter hin reagiert und den Bergbahnen nahegelegt, keine Freeride-Zonen mehr zu bezeichnen. Denn die Rechtslage ist klar: Die Haftung der Bergbahnen bezieht sich einzig auf die markierten Pisten.
Rechtlich problematisch
Ausgeschiedene Freeride-Zonen sind jedoch Gebiete abseits gesicherter Pisten und Abfahrtsrouten. Die Empfehlung zu deren Abschaffung hat der Dachverband der Seilbahnen auf Anraten seiner Rechtsexperten herausgegeben. Es gebe vom aktuellen Rechtsstand kein Reglement, dass solche Freeride-Zonen rechtfertigen würde, sagt Maurhofer.
Rechtlich keine Probleme geben so genannte markierte und gesicherte, aber nicht präparierte Pisten. Dort kann ebenso wie in Freeride-Zonen im Tiefschnee gefahren werden. Der Unterschied besteht darin, dass bei den markierten Tiefschneepisten gemäss Reglement über die Versicherungspflicht eine Haftung der Bergbahnen besteht.
Tödlicher Lawinenunfall
Die Bergbahnen in Savognin GR sind der Verbandsempfehlung gefolgt und haben die Freeride-Zonen von den Gebietskarten entfernt. In Savognin ereignete sich Ende Dezember 2002 in einer im Prospekt eingezeichneten Tiefschnee-Zone ein Lawinenunfall, bei dem ein Knabe und ein Mädchen im Alter von 15 Jahren ums Leben kamen.
Der Fall ist rechtlich nach über einem Jahr nicht abgeschlossen. Die Untersuchungen laufen laut Auskunft der Staatsanwaltschaft Graubünden immer noch.
Die Bergbahnen Weisse Arena in Flims/Laax GR hingegen halten an den Freeride-Zonen fest. «Wir haben gute Erfahrungen gemacht», sagt Mediensprecherin Ariane Ehrat. Die Wintersportler würden sowieso freeriden, mit den speziellen Zonen liessen sie sich besser leiten. Doch auch Ehrat räumt ein: «Wir beobachten und überprüfen die Situation permanent.»
Seilbahnen Schweiz setzt beim Tiefschnee-Fahren auf Information und Prävention mit den «Freeride-Checkpoints». Zusätzlich bieten diesen Winter erstmals zehn Wintersportorte gratis Lawinenschnupperkurse an. Die Kampagne wird unterstützt vom Schweizer Alpen-Club SAC.
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