Am Samstag hatte ich noch meine Schi vom Wachsen & Schleifen abgeholt und mich mit ihnen bewaffnet durch den jetzt schon wahnsinnsmäßigen Vorweihnachtsrummel in der Stadt zurück nach Hause gekämpft.
Doch als ich mir überlegte, wo ich am Sonntag damit hinfahren sollte, wollte ich irgendwie nicht so recht auf irgendeinen Gletscher. Das Kitzsteinhorn interessiert mich nicht gerade brennend und Hintertux hatte ich schon zweimal aufgesucht. Bis zum Kaunertaler oder gar Mölltaler Gletscher fahren, hatte ich letzte Woche einfach keine Lust.
Zwar waren die Wanderschuhe schon im Keller verräumt, aber so holte ich sie wieder hervor. Aufgrund des milden Herbstwetters war mir mehr nach Fotografieren (das Licht ist einfach viel besser als an grellen Sommertagen) und abgebaute, vor sich hin verrottende oder noch lebende Lifte aufzusuchen macht sowieso immer Spaß
Die Anfahrt war recht entspannt – anscheinend wollte um diese Zeit trotz des guten Wetters noch kaum einer in die Berge fahren. Gerade als ich das Kleingebiet der Kreithlifte in Leutasch hinter mir gelassen hatte, fuhr ich einfach mal rechts ran, um die herrliche Morgenstimmung in jenem schönen Tal einzufangen.
Außerhalb vom Winter bin ich hier noch nie gewesen. Als ich dieses Jahr Ende Januar hier durch bin, sah man wegen der Schneemengen neben der Straße kaum was von der Umgebung.
In Buchen – auf Rande der Hochebene gelegen, bevor es dann recht steil zum Inntal hinunter geht – parkte ich den Wagen und machte mich auf die Socken. Die ersten Wanderer waren bereits unterwegs, doch meinen Weg schlug niemand ein....
Sieht irgendwie LSAP-verdächtig aus?
Doch mehr gab es da nicht zu sehen
So lief ich weiter zu einem stillgelegten Schlepper, von dem ich doch sehr hoffte, noch was zu finden.
Glück gehabt – das Ruinenräumkommando hat hier noch nicht zugeschlagen.
Der Schlepper hieß Sonnenlift (siehe LSAP-Forum) und wurde eindeutig von Leitner gebaut. Leider keine grünen Stützen
Ach, es ist einfach schade, dass dieser Lift nicht mehr läuft! Das wäre noch was gewesen. (Mit dem Rauth-Hütten-ESL und jenem in Obsteig wäre das hier ein richtiges Nostalgie-Paradies gewesen.)
Ich freute mich, nicht auf einen Gletscher gefahren zu sein. So lief ich hier einsam durch den Wald, umgeben von totaler Stille und empfangen oben vom milden Licht der Sonne.
Blauer Leitner vs. Hohe Munde....
Oben angekommen. Neben dem Ausstieg gibt es noch eine Hütte, wo man im Sommer einkehren kann.
Die üblichen Spielchen...
Nach einem kurzen Feuergefecht konnte ich die Stellungen der Liftewächter überrennen;) Anscheinend spielen hier oben im Wald immer welche Krieg, denn überall befanden sich neben der Bergstation solche Stellungen mit Sandsäcken und grellgrüne Plastikmunition lag herum. Naja, ich bräuchte so was nicht unbedingt – dann lieber noch der LSAP-Tick...
An der kleinen Berghütte hatten sich viele Wanderer verewigt.
Noch am Liftlerhäusl gefunden. Sonst nix...
Über die Lifttrasse lief ich wieder zurück.
Dass es diese Automaten immer noch gibt.
Ob es hier direkt beim Gasthof in Höhe der Liftmitte auch mal einen kleineren Schlepper gegeben hat?
Hmmmm..... Oben hinter den Bäumen befindet sich übrigens die verdächtige „Bergstation“, die ich anfangs gezeigt habe.
Auch hier stand ich unter Beobachtung...
?
Bei dieser Ruine liegt auch jene der Talstation des Sonnenlifts. Leider lief ich Depp erst mal in die falsche Richtung und kam dann wieder beim Gasthof oben raus. Aber gut – das gilt dann schon als Schigymnastik für die kommende Saison
Was es wohl mit dem Rohbau auf sich hat? Aber gut, in anderen Ländern stehen solche halbfertigen Gebäude ja an jeder Straßenecke herum.
Aus Liebe zu LSAP
Mein neues Wohnzimmer
Zu jener Zeit besuchte ich gerade die dritte Klasse und freute mich das ganze Jahr über immer total auf die eine Woche Schiurlaub in Schladming (mehr als auf Weihnachten oder den eigenen Geburtstag oder Besuchen bei der Oma oder was weiß ich).
Da gab es mich noch gar nicht....
Holzbügel gibt es übrigens noch am Teisenberglift an der A8 und – da muss ich aber erst selbst noch mal im Winter hin – am Kurzbügler bei Beuerberg. (Beide Schlepper sind eher flach und nur der Lifte wegen interessant.)
Der Traum aller LSAP-Freaks...
Am Anfang geht es recht steil hinauf. Ich lief noch bis zur ersten Stütze, wo man dann bereits den Bereich einsieht, wo ich oben zuvor herumgestiefelt bin.
So eine leitnerblaue Farbe wäre mal was fürs Eigenheim
Wäre perfekt für den Außenputz...
Hier liegt noch allerlei Schrott herum...
Auch weiter drüben im Wald.
In Mösern – auf der Weiterfahrt nach Seefeld – gibt es auch noch einen kleinen Tellerlift. Anscheinend eine Ersatzanlage, denn bereits in den alten Schibüchern ist hier ein Lift verzeichnet.
Da rüstet man sich schon für die Saison.
In Seefeld liegt schon Schnee
Und da gibt es noch diesen alten Steuer-ESL...
Geht ganz gut hoch und die Sitze sind auch recht bequem
Wo der ESL wohl früher stand? Oder war der schon immer hier?
Unten ist es so steil, dass ich lieber über einen Forstweg außen herum hinauf stapfte.
Solche Stützen gibt es ansonsten wohl nur noch im LSAP-Forum zu sehen.
Noch ein kurzer Abstecher zur Schanze.
Vor der Bergstation gibt es noch eine weitere Portalstütze.
Mal was neues...
Bergstation des Olympialifts, einem Wito-Schlepper. Bei meinem Besuch in 2011 bin ich den leider nicht gefahren, sondern nur den anderen Wito links der 4SB. Im Hintergrund sieht man die Hochanger- und Reitheralmbahn (beide 6KSB).
Die Sonne schaffte es gerade noch so über den Berg hinüber...
Jedenfalls hatte es eine ganz nette Stimmung. Hier die 4SB von SSG, die man 1989 anstatt der parallelen ESL erbaut hat. Heute eigentlich auch schon wieder ein alter Sessellift – fast 24 Jahre alt...
Blick ins Gebiet Rosshütte, das mir letzte Jahr sehr gut gefallen hat. Wenn man die Standseilbahn nicht fahren will, kann man auch mit einem modernen 90er-Jahre-Schlepper ins Gebiet einsteigen und weiter mit dem Rosshüttenexpress fahren. Zwar mag ich ja eher die alten Lifte, aber diese Neuerschließung (2007) fand ich trotzdem interessant – mittendrin im Wald gibt es eine Kurvenstation. Früher fuhr man erst mit einer 80er-Jahre-DSB hinauf und oben dann mit einem Gittermastenlift. In Liftworld gibt es noch Fotos dieser Anlagen.
Tja und oben dann noch die beiden Kurvenlifte. Der obere ist recht steil und beim unteren hat man einen alten Schlepper mittels Kurve bis zur Bergstation der Standseilbahn verlängert und unten dann auch noch ein Stück weiter in Richtung Tal. Die Pendelbahn auf den Gipfel und jener rüber über das Tal habe ich 2011 leider verpasst vor lauter Kurvenschlepperfahren.
Die Bergstation der DSB Hermannsthal scheint nun nicht mehr zu stehen, 2011 war sie noch da. (Direkt rechts der Gleise der Standseilbahn. Die DSB ging ja geradeaus bis zur Standseilbahn weiter, wo die 6KSB rechts abzweigt, oder?)
Der alte Wito erinnerte mich gleich an Goldegg...
Nachmittagsstimmung in Seefeld...
In Seefeld gibt es auch noch ein drittes Schigebiet – jener Hügel am Ortrand, der vom Geigenbühel- und den Birkenliften (hier zu sehen) erschlossen ist.
Leider prangerte hier gleich ein Schild, dass das Durchqueren des Grundstücks verboten sei. Also fuhr ich auf die andere Seite zum Geigenbühellift hinüber.
Schöner, alter Schlepper!
Im wärmenden Sonnenlicht spazierte ich über die Wiese zur Bergstation.
Interessanter Niederhalter. Kenne ich sonst nur vom Schlösslelift (stimmt hoffentlich so) im Kleinwalsertal, der irgendwo oberhalb von Hirschegg verläuft. Bin den aber seit 12 Jahren nicht mehr gefahren. Hatte der nicht auch eine Ampel bei der Straßenüberquerung wie seinerzeit der Parsennlift? (Gott sei Dank den auch noch gefahren – der war ja von 1940...)
1999 eine Neuerschließung: Die Hochangerbahn. 2000 kam dann eine weitere 6KSB hinzu – die Reitheralmbahn, die quer nach links oben verläuft. Die Hochangerbahn ist ganz interessant, da sie im oberen Bereich wahnsinnig steil verläuft.
Uralt-Umlenkung des Geigenbühellifts.
Antriebsstationen der Birkenlifte.
Das Schild kannte ich schon von der Talstation her.
Für so Fotospielchen ist in der Schisaison oft kein Platz, da man sich an den Stationen ja nicht so ungestört herumtreiben kann wie im Sommer bzw. Frühjahr oder Herbst. Außerdem will man ja auch noch ein bisserl Schi fahren, wenn die Knipse mal abkühlen muss...
Zoom zur 4SB hinüber. Am rechten Pistenrand gab es früher anscheinend noch einen Schlepper.
Als nächstes fuhr ich in Richtung Innsbruck, um gleich am Nachbarort Reith wieder die Bundesstrasse zu verlassen. Ich wollte eigentlich schon immer mal dort rechts ran fahren, denn auf diesen Hügel direkt neben der Umgehungsstrasse führte früher ein Schlepper. Es ist eine feste Kindheitserinnerung – wir fuhren in den 80ern und Anfang der 90er jeden Sommer an die Adria nach Italien und kamen hier immer im Morgengrauen vorbei. Jedes Mal sah ich dann auf dem Hügel eine Umlenkstation von einem Schlepper stehen. Ich glaube, mich auch erinnern zu können, dass da mal Kurzbügel hingen. Aber da bin ich mir nicht mehr sicher. Am Rückweg herrschte hier immer Tageslicht und so wusste ich, dass die Umlenkstation schon damals recht verrostet ausgesehen hat. Sie war noch mit der früher üblichen roten Farbe lackiert. Tja, leider hat man den Lift inzwischen wieder abgebaut, aber es gab noch Reste zu finden!
Hier hatte es aufgrund der Hanglage noch eine richtig schöne Stimmung in der Herbstsonne.
Zoom ins Inntal.
Zoom zum Rangger Köpfl. 2010 erfüllte ich mir hier einen Kindheitswunsch und ging dort oben in diesem Kurzbüglerparadies Schi fahren. Bei unseren Italienurlauben haben wir immer auf dem Rückweg in Reith zu Abend gegessen. (Meillinger Hof oder so.) Jedenfalls hatte man von der Gaststätte aus einen super Blick aufs Inntal hinunter und mir fiel gleich die Umlenkstation oben am Berg auf. (Eigentlich müssten es ja zwei gewesen sein, da der parallele Schlepper nun abgebaut worden ist.) Schon immer interessierte es mich also, was das für ein Schigebiet da oben ist. Bis ich 2010 eben endlich mal dort gewesen bin.
Der Lift bediente wirklich nur diesen kleinen Hügel. Die Talstation hab ich irgendwie nie gesehen. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern. Aber wahrscheinlich war es bei der Anfahrt immer noch zu dunkel und bei der Rückreise von Italien nach Deutschland fährt man ja auf der liftabgewandten Seite.
Hier stand einst die Umlenkung. Im Hintergrund sieht man die Umgehungsstrasse. (Die hat man doch 1976 zur Olympiade gebaut, oder?)
Reste der Talstation. Im alten Skiatlas ist dieser Lift auch enthalten.
Die gleiche Farbe hatte auch einst die Umlenkung oben.
Trassenblick. Wirklich ein gutes Beispiel dafür, dass man früher auf wirklich jeden Hügel einen Schlepper gebaut hat.
Hängt auch noch an der Talstation...
Auf dem Rückweg fuhr ich in Scharnitz noch rechts ran und besuchte den Schlepper dort. Den hab ich bei den Fahrten von und nach Italien auch immer gesehen. An den Mühlberschlepper bzw. später die DSB kann ich mich hingegen nicht erinnern.
Antriebsstation...
Schleppertrasse. Es war zwar erst etwa 15 Uhr, aber schon recht dämmrig.
Abendstimmung mitten am Nachmittag. Steil geht da hinten eine Stromleitung nach oben und leider kein Sessellift.
Ich fühlte mich beobachtet...
Scharnitz mit den letzten Sonnenstrahlen des 18.11.2012.
Neues Schild mit altem Auto...
Hier stand einst der Mühlberglift. War das ganz früher wirklich mal ein Schlepper? Kaum zu glauben, so steil wie der hinaufgeht. Leider habe ich Esel es verpasst, mal hier her zu fahren als die Bahn noch stand. Teile (Welche? Oder doch alle?) der Bahn sollen ja nach Imst gegangen sein, zur 2. Sektion.
Für einen LSAP-Ausflug wäre es natürlich noch super gewesen, wenn die Bahn noch gestanden hätte. 1996 – so hab ich es im Kopf – hat man die Betrieb eingestellt, weil die Genehmigung entzogen wurde.
Dort hinten kommt die Piste herunter.
Im Wald nebenan hörte man Kinder herumtoben – die werden sich sicherlich wundern, was ich da knipste.
Nach Scharnitz fuhr ich in Klais wieder von der Route nach Hause ab, um noch was nachzusehen...
Hier an diesem Gelände muss es mal einen Lift gegeben haben. Ich tippe mal auf einen Seillift. Weiter oben am Berg hatte es mal einen Heuss-Schlepper „Hirzeneck“ gegeben. (2007 mein erster Ausflug mit Digicam.)
Lifftrasse? Leider konnte man nicht gescheit hin.
Nächster Zwischenhalt Kaltenbrunn vor Garmisch – da muss ich immer an den gleichnamigen Lift am Hauser Kaibling denken, der unter der 8PB verlief. So ein Steilstück, das war Wahnsinn....
Hier gibt (gab?) es mal einen Seillift. Ich parkte meinen Wagen mitten im Ort, der eigentlich nur eine Siedlung ist. Kein Mensch war zu sehen und so lief ich in der Dämmerung einfach mal in Richtung der auffallenden Lichtung hier. Von einer Fabrik am Dorfrand hörte man laute Schleifgeräusche, die bis hier hinter hallten. Aber zu sehen war auch dort niemand. Alles in allem irgendwie eine düstere, fast schon gruslige Stimmung, die als Einstieg für einen Krimi hätte dienen können. („Toter Schleppliftspinner aufgefunden, Motiv völlig unklar...“
Talstationshäusl oder einfach nur Garage? Nebenan stand jedenfalls ein Seilliftantrieb.
Letzter Zwischenhalt in Garmisch. Im September hatte ich bei der Talstation der Eckbauerbahn eine alte Karte entdeckt, auf der – übermalt – weiter links der Bahn noch ein Schlepper dargestellt war. So parkte ich nun zwei Monate später noch einmal neben dem Stadion und machte mich auf die Suche. Der Kompassverlag hatte auf einer alten Karte (da geht auf den Wank noch die PB schnurstraks hinauf!) den Lift direkt neben der 2EUB dargestellt. Doch dort war nur ein winziges Gelände, auf dem der Schlepper hätte verlaufen können. So lief ich weiter, an der Rodelbahn vorbei und befürchtete schon, in einem zugewachsenen Gelände suchen zu müssen. Doch ich lief den Weg einfach mal noch weiter und am oberen Ende des benachbarten „Bikerparks“ entdeckte ich dieses Fundament.
Treffer?
Hier muss er herauf gekommen sein. Heute sausen hier welche mit ihrem Mountainbikes hinunter.
Wieder unten – hier auf dem Hang muss der kleine Lift (Seil-?) gestanden haben. Mir schien, dass man auch etliche alte Fundamente verwendet hat, um das Gelände zu gestalten.
Nun wurde es zunehmend dunkler und ich trat endgültig und ohne Zwischenstopps meine Heimreise an.