Anfahrt: Busanreise Karlsbad - Arzl ca. 5 h, Rückfahrt wegen Schneefalls ca. 6 h
Wetter: Beide Skitage zu jeweils 2/3 sonnig mit Wolken, zu 1/3 bedeckt mit Schneefall. Gletscher -20°C, Hochzeiger -12°C.
Schnee: Gletscher: Pulver in unbekannter Höhe, Hochzeiger ca. 30 cm hart/kompakt mit Kunstschneeauflage, abseits der Piste nur 20 cm Naturschnee, im Tal nur 5-10 cm.
Anlagen geöffnet: Gletscher alle, Rifflsee alle außer KSB Grubenkopf sowie SCHL Hirschtal und Mandarfen, Hochzeiger alle außer SCHL Zollberg, Lisslift, Wiesenlift.
Pisten geöffnet: Fast alle außer sämtlichen schwarzen Pisten mit Ausnahme der geschlossenen Pisten Grubenkopf (Rifflsee) und Zollberg (Hochzeiger). Notweg Gletscherskigebiet bereits fahrbar!
Wartezeiten: Keine (außer 10 min auf die Abfahrt des Pitzexpress).
Gefallen: Schönwetterfenster getroffen; Schnee und Kulisse Gletscherskigebiet; Ersatz Pitz-Panoramabahn durch neue Wildspitzbahn am Gletscher, Pisten Zirbenbahn am Hochzeiger.
Bewertung: 5 von 6 Punkten (Abzüge für geschlossene Pisten und Anlagen).
Siehe auch frühere Pitztaler Gletscher-Berichte der Saison 2012/13 von esa, Widdi, snowflat und jack90.
Am Wochenende des 8./9. Dezember 2012 ging es auf Firmenskifahrt ins Pitztal, mein insgesamt fünfter Besuch dort. Übernachtet wurde im Hotel in Arzl. Auf dem Plan standen das Gletscherskigebiet mit Option aufs Rifflseegebiet und am Folgetag der Hochzeiger in Jerzens. Nachdem es an den Vortagen meistens bewölkt war und leicht geschneit hatte und dieses Wetter auch für die Folgetage angesagt war, trafen wir mit der Skifahrt erfreulicherweise ein Schönwetterfenster. Zwar präsentierte sich die Landschaft rund um Inntal und Pitztal bereits komplett in weiß, im Tal lagen aber nur 5-10 cm Schnee.
Bei unserem Eintreffen in Mittelberg am Samstag schneite es noch leicht. Der optionale Besuch des Rifflsee-Gebiets wurde wegen Stillstands der Grubenkopfbahn (Schneemangel?) verworfen. Schon gegen 11 Uhr rissen auf dem Gletscher die Wolken entgegen der Wettervorhersage auf und machten der Sonne Platz. So ergab sich ein Power-Skitag bei Bestbedingungen auf prächtigem Pulverschnee, dies allerdings bei -20°C.
Im Gletscherskigebiet hat die alte, unbequeme Pitz-Panoramabahn der neuen EUB Wildspitzbahn Platz gemacht, so dass man die schönen Pisten am Hinteren Brunnenkogel nun endlich angemessen nutzen kann. (Die Pitz-Panoramabahn mit ihren ewigen Zwangsstopps hab' ich gehasst.) Selbst das neue, futuristische Café auf dem Gipfel des Hinteren Brunnenkogels empfinde ich als gelungen, Hut ab!
Im Hochwinter wird es im Gletscherskigebiet schon am frühen Nachmittag schattig. Man weicht dann fürs Ende des Skitages ans Mittelbergjoch aus, wo die Sonne länger scheint. Die Talfahrt wollte ich eigentlich per Gletscherexpress antreten, sah von der Piste zur Gletscherseebahn aber zufällig, wie sich diverse Skifahrer inkl. Eltern mit etwa 8jährigem Kind (!) in Richtung Talabfahrt über den Notweg aufmachten. Das sprach für dessen Befahrbarkeit und gegen Lawinengefahr ... Also entschied ich mich spontan ebenfalls für den Notweg und wurde nicht enttäuscht. Abgesehen von den schönen Landschaftsimpressionen, die der Notweg erschließt, gab es trotz der noch geringen Naturschneelage kaum Steine auf der grob vorpräparierten Spur. An einer Stelle galt es einen kleinen Bachlauf zu überwinden, ansonsten gab es keine Probleme. Wegen der schmalen Trassierung ist der Notweg allerdings nur guten Skifahrern und Boardern zu empfehlen.
Der Sonntag am Hochzeiger übernahm zunächst das sonnige Wetter des Vortags. Erwartungsgemäß waren die Schneebedingungen hier völlig anders als am Gletscher. Abseits der Pisten lagen am Hochzeiger nur ca. 20 cm Naturschnee, sehr wenig für die Jahreszeit. Die geöffneten Pisten waren offenbar sämtlich beschneit und kompakt-hart mit dünner Kunstschneeauflage, die sich im Lauf des Tages abfuhr oder vom zunehmenden Wind verweht wurde. Am Hochzeiger war es mit -12°C nicht ganz so kalt wie am Pitztaler Gletscher.
Schneemangelbedingt noch geschlossen blieben leider alle schwarzen Pisten am Hochzeiger, so dass die KSB Rotmoos quasi keine eigenen Pisten erschloss, außerdem der SCHL Zollberg samt Piste. Positiv bleiben einmal mehr die landschaftlich schönen Pisten der KSB Zirbenbahn in Erinnerung, besonders die Panoramaabfahrt mit Blick tief hinunter nach Imst und durchs Inntal. Auf der Trasse der Zirbenbahn hat man zur Saison 2012/13 tiroltypisch wenig einfühlsam eine neue Direttissima-Abfahrt in den Hang geprügelt und dafür nicht wenige der jahrhundertealten Zirben geopfert ... ich empfinde das als nicht zeitgemäß.
Ab dem frühen Nachmittag sorgte ein nahendes Tiefdruckgebiet am Hochzeiger für Eintrübung. Genau zum abreisebedingt vorzeitigen Ende des Skitags um 15 Uhr machte es dann weitgehend zu und begann zu schneien. Der insgesamt sehr gelungenen Firmen-Skifahrt mit entsprechender Zufriedenheit konnte das aber keinen Abbruch mehr tun.
Fazit: Ein Frühwinter-Wochenende im Pitztal ist eine runde Sache, wenn Schneelage und Wetter mitspielen. Eine ganze Woche würde ich dort im Frühwinter aber nicht verbringen wollen.
Fotos vom Pitztaler Gletscher am 8. Dezember 2012:
Morgens schneite es noch leicht an der Talstation des Gletscherexpress in Mittelberg.
Gletscher weitestgehend geöffnet, am Rifflsee blieb mit der Grubenkopfbahn die Hauptbeschäftigungsanlage geschlossen.
Am Hinteren Brunnenkogel rissen die Wolken schon bald auf ...
... und etwas später auch am Mittelbergjoch.
Mittags gab es eine märchenhafte Stimmung aus Wolkenfetzen und blauem Himmel.
Infrastruktur am Gletscherfuß.
Neue EUB Wildspitzbahn und SCHL Brunnenkogel.
Talstation und Trasse EUB Wildspitzbahn. Eine vollauf gelungene Anlage. Nur den Namen finde ich doof - die Bahn fährt nun mal nicht auf die Wildspitze.
Trasse EUB Wildspitzbahn mit Wolkenspielchen.
Bergstationseinfahrt auf dem Hinteren Brunnenkogel.
Piste Gletscherexpress am Hinteren Brunnenkogel, schön steil. Noch ein blöder Name - der Gletscherexpress ist unten, nicht hier oben.
Piste am SCHL Brunnenkogel.
Sonnenspielchen an der Wildspitzbahn.
Neues Café 3440 auf dem Hinteren Brunnenkogel. Ebenfalls voll gelungen. Ich frag' mich bloß, wie dort das Abwasser der WC-Anlage wegkommt.
Bergstation/Ausstieg Wildspitzbahn. "Von der ist das Neue noch nicht ab", wie man in Norddeutschland zu sagen pflegt.
Blick von der Aussichtsplattform Hinterer Brunnenkogel zur Wildspitze, mit 3.768 (nach anderen Quellen 3.774) m Nordtirols höchster Berg.
Blick von der Aussichtsplattform aufs neue Café 3440. Bemerkenswerte Architektur.
Nachmittags auf den Pisten des Hinteren Brunnenkogels. Die Schatten sind schon deutlich umfassend und hart geworden.
Nachmittags am SCHL Brunnenkogel, geisterhaft leer. Vormittags fanden hier Alpinski-Meisterschaften für Körperbehinderte statt.
Es war nicht wirklich warm am Gletscher ...
Piste am Mittelbergjoch und Wildspitze spätnachmittags.
Rückblick zum neuen Café 3440 auf dem Hinteren Brunnenkogel.
Letzte Sonnenstrahlen auf den Pisten der Mittelbergbahn.
Mitelbergbahn und neue Wildspitzbahn aus interessanter Perspektive.
Mittelbergbahn am Spätnachmittag.
Letzte Abfahrt; eigentlich will ich zur Talstation der KSB Gletschersee ...
... aber ein etwa achtjähriges Kind samt Papa zweigen direkt vor mir auf die Notweg-Talabfahrt ab. Ein Indikator für gefahrloses Befahren - ich bin dabei!
Rückblick vom Notweg zum Hinteren Brunnenkogel.
Interessante Wolkenimpressionen am Notweg.
Galeriestück des Notwegs, für das man kurz aufsteigen muss.
Notweg und Gletscherzunge.
Blick von der Gletscherzunge hinunter nach Mittelberg.
In die Felsen gesprengtes Galeriestück des Notwegs.
Serpentinenteil des Notwegs im Steilhang.
Unten im Talboden führt der Ziehwegteil des Notwegs ...
... bis hinunter nach Mittelberg.
Ende des Skitags an der Talstation Gletscherexpress.
Fotos vom Hochzeiger am 9. Dezember 2012:
Morgendlicher Blick von Arzl übers Inntal ins Skigebiet Hochimst.
Eintreffen an der Hochzeigerbahn am Morgen. Das gesamte Skigebiet liegt im Hochwinter morgens im Schatten.
Schneemangelbedingt waren sämtliche schwarzen Abfahrten am Hochzeiger noch geschlossen, außerdem der SCHL Zollberg samt Abfahrt.
Bergfahrt in der EUB Hochzeiger. Auch wenn es unten im Tal schön weiß aussieht - es sind nur wenige Zentimeter Schnee.
Nix los am Berg. DSB Sechszeigerbahn und SCHL Hahntennenlift.
Kein Wunder, dass es im Dezember im Skigebiet so lange schattig ist. Die Sonne versteckt sich ausgerechnet hinter dem höchsten Berg, der das Skigebiet nach Osten abgrenzt.
Blick von der Bergstation Zirbenbahn ins Inntal.
DSB Sechszeigerbahn.
Schöne Piste Familienabfahrt.
Sechszeiger-Abfahrt.
4KSB Rotmoos.
FIS-Abfahrt.
Nochmal FIS-Abfahrt, endlich mal mit etwas Betrieb.
Der Skibetrieb am Hochzeiger wurde gerade erst aufgenommen. Teilweise wurden gerade erst die Pistenmarkierungen gesteckt.
Zirbenabfahrt mit Blick nach Imst.
Talstation 6KSB Zirbenbahn.
Panoramaabfahrt mit Blick nach Imst.
Trasse der neuen, schwarzen Zirbenfall-Abfahrt in der Grundpräparierung.
6KSB Panoramabahn mit Hochzeigerhaus.
Alter Rotmooslift. Gesehen im Zeigerrestaurant.
Noch sehr wenig Naturschnee im Hochzeiger-Skigebiet, wie dieses Motiv von der Rotmoosbahn zeigt.
Am Frühnachmittag begann es allmählich einzutrüben. Rotmoosbahn gegen Venet.
Querung Familienabfahrt von der Rotmoosbahn zu den Pisten der Sechszeigerbahn.
Talabfahrt gegen 15 Uhr - es macht zu. Schluss für die Skigruppe und mich.