Eigentlich wollte ich schon am Freitag an den Buchenberg bei Buching fahren, doch ein Autounfall vermasselte mir den Ausflug. Ich ärgerte mich aber kein bisschen, denn ich hatte großes Glück im Unglück. Es war nur ein Blechschaden und ich konnte den zerbeulten Wagen noch eigenhändig in die Werkstatt bringen. (Man sollte die Warnungen vor Glatteis insbesondere vor Brücken ernst nehmen...)
So ging es erst einen Tag später ins südlichere Allgäu – von meinem Elternhaus aus hatte ich nur ca. eine Stunde nach Buching zu fahren – diesmal ohne Leitplankenbegegnung
An den Buchenberg wollte ich eigentlich schon seit über 20 Jahren mal hinfahren. Wirklich konkret dann seit etwa 2006, doch irgendwie lag immer kein Schnee oder mir schwebte gerade irgend ein anderes Ziel vor. Am Samstag wollte ich aus gegeben Anlass eh keine ewig weite Tour unternehmen und nur ein paar Stunden gemütlich sowie ohne Stress ein paar Schwünge ziehen...
Trassenzoom vom Parkplatz aus – die 1.065 m lange DSB von Leitner wurde 1988 erbaut und ersetzte eine POMA-DSB auf gleicher Trasse. Vom alten Lift habe ich noch zwei Postkarten bei Ebay ergattern können. Ich bin als Kind mal 1987 oder 1988 im Sommer an den Tegelberg gefahren und habe natürlich bei der Vorbeifahrt die direkt an der B17 startende Sesselbahn bemerkt. Das muss noch noch alte Bahn gewesen sein, denn als ich 2005 im Sommer wieder hier vorbeikam, stand schon die Leitner-Anlage und ich war überrascht, da ich eben mit einer alten „Klapper“-DSB gerechnet hatte.
Am Parkplatz stand ein paar Meter nebenan mein Traumauto – ein uralter Benz...
Zoom zur Talstation des Hasenlifts, der links der DSB verläuft.
Auch die POMA-DSB hatte lt. alter Postkarte eine offene Talstation ohne Haus.
Für 16 EUR kaufte ich mir eine 3-Stunden-Karte. So lange kann man es hier schon aushalten, denn es gibt mehrere Varianten, von oben runter zu fahren.
Das Wetter war wie vorhergesagt bewölkt, aber niederschlagsfrei und ab und zu war die Sonne nahe dran, durchzukommen.
Es war mäßiger Betrieb – außer einigen Skifahrern besuchten noch etliche Familien den Berg, um auf Schlitten ins Tal hinab zu fahren.
Schon vom Lift aus, sah man, dass doch nicht so viel Schnee lag. Überall lugten Steine auf der Naturschneepiste hervor und bei der ersten Auffahrt wurde ich Zeuge, wie es einen legte. Aber es passierte offenbar nichts Schlimmes.
Rechts von der DSB verläuft der Spielhahnlift. Leider war er außer Betrieb.
Die Bergstation neben der DSB.
Zoom in die steile Waldtrasse hinauf.
Sesselzoom...
Trassenzoom Spielhahnlift.
Im Wald lugt noch ein Fundament der Vorgänger-DSB hervor.
Oben angekommen zückte ich erst mal die Nikon.
Auf dem Kamm links oben muss lt. alter Kompasskarte mal ein Schlepper geendet haben, der auf der Rückseite verlief. (Erreichbar offensichtlich über den Forstweg, der unterhalb davon verläuft.) Allerdings ist in einer alten Karte aus einem Skiatlas dort kein Lift eingezeichnet. Statt dessen sind da zwei parallel verlaufende Schlepper rechts der DSB eingezeichnet, wo es früher anscheinend auch mal eine Abfahrt gegeben hat, die heute langsam wieder zuwächst. Vom Gelände würden letztere eher passen. Am Schliersee ist ja auch ein Lift am Westufer lt. Kompass-Verlag, der dort vmtl. nie existierte. Kann durchaus sein, dass da mal ein Fehler unterlaufen ist.
Gipfelbesteigung
DSB mit Forggensee – Blick aufs Gewässer hatte ich diese Saison schon öfters.
Auerberg? Da gibt es ja, glaube ich, noch einen Seillift.
Blick auf Buching hinunter, wo die B 17 mitten durch läuft.
Rechts herum gibt es die „Waldabfahrt“, weiter links zwei steile, unpräparierte Varianten.
Die Hauptabfahrt war leider voller Steine – ich habe ehrlich mit mehr Schnee gerechnet.
Aber wenigstens habe ich es nun mal endlich an den Buchenberg geschafft. Als Kind hatte ich in der Grundschule ein altes 70er-Jahre-Buch über „Unseren Heimatlandkreis Ostallgäu“ bekommen, wo es die gleiche Übersichtskarte mit allen Lifte gab, die in den alten Skiatlanten noch enthalten ist. Schon damals wollte ich am liebsten im Winter dort herumfahren und alles abklappern.
Skifahren am Buchenberg...
Es hätte besser sein können, aber den Rest der drei Stunden verbrachte ich dann eh bei den beiden Tiefschneevarianten...
Trasse des Hasenlifts, der auch nicht lief. Aber der erschließt keine separate Abfahrt – der Spielhahnlift hingegen schon.
Talstation.
Oben in der Waldschneise hatte es beste Schneebedingungen und ich fuhr recht oft dann noch die Trasse hinab.
Am Ende der Abfahrt konnte man auch noch ein paar Tiefschneefelder für Arme mitnehmen...
Wieder oben angekommen.
Diesmal ging ich auf die andere Seite der Bergstation zum Knipsen...
Alte Skiabfahrt? In den Uralt-Karten sind hier zwei kurze, parallele Schlepper eingezeichnet. Könnte doch gut passen, oder? Besser zumindest als da hinten links oberhalb der Bergastation. Da hätte man schon ein Stück anschieben müssen, um zum Lift zu gelangen.
Hab das Schild hier noch besser erwischt...
Nun ging es ans Eingemachte! Hier gab es zwei steile Tiefschneehänge, die mir mehr Spaß machten als die Rübenackerabfahrt von eben. Aber wegen dieses verdammten Wärmeeinbruchs im Dezember hatte sich eben leider keine gescheite Unterlage bilden können. Hoffentlich schneit es jetzt nochmal ordentlich drauf.
Seitenblick.
Rückblick.
Hier kommt die noch steilere Variante herunter – die versuchte ich später...
Blick nach unten, wo der Hasenlift endet. Ab dort nahm ich dann immer dessen Trasse. Manchmal ganz hinunter oder auch nur bis zu einem Ziehweg, wo man auch noch irgend eine Varianten zwischen Hasenlift und DSB erreichen konnte. (Oder eben auch den Spielhahnlift.)
Zoom nach Buching
Blick zurück nach oben
Trassenzoom beim Hasenlift. Leider ohne Skihasen...
Schon mal Probe gefahren
Da fuhr ich an jenem Tag drei, vier Mal runter...
Das hat irgendwie Spaß gemacht und da kam selbst ich problemlos voran...
Weiter unten konnte man ganz gut den Tourengeher auflauern. Ich musste mir ja noch das Geld für eine Zehnerkarte beim Ilgenlift verdienen
Da konnte man ganz gut fahren, aber die Schneedecke war wirklich nicht sehr üppig.
Hasenliftabfahrt...
Später zog es wieder ein bisserl auf, als ich mit der DSB zum x-ten Mal nach oben schwebte.
Gleich nochmal zum Aussichtspunkt bei der Berggaststätte oben anstatt direkt zur Abfahrt...
Dann probierte ich die steile Tiefschneevariante ganz links.
Hier traf ich nur einmal auf einen anderen Skifahrer – wir unterhielten uns ganz nett, als wir zwei mal im Steilhang pausierten. Der andere wollte eigentlich zum Tegelberg und war spontan in Buching links ran gefahren.
Später ging es noch zur Trasse des Spielhahnlifts...
Gerne wäre ich da am Samstag mit dem Lift gefahren – aber vielleicht klappt es nach vielem Neuschnee ja mal mit dem Schlepperbetrieb am Buchenberg!
Zoom in den Ort hinüber...
Blick vom Einstieg aus – leider hing grad kein Bügel an passender Stelle
Die beiden Schlepper hier sind echt ganz nett...
Nun musste ich zur DSB-Talstation zurückschieben, aber so hatte ich wenigstens mal den Spielhahnlift aus der Nähe gesehen. Hier nochmal ein Zoom zum Hasenlift.
Nochmal fuhr ich hinauf und dann war es auch schon nach 13 Uhr und meine Karte abgelaufen. Ein letztes Foto von der DSB-Trasse – dann ging es weiter nach Ilgen.
Die Anfahrt ist kriminell, finde ich. Gleich nach einer Brücke geht es rechts auf eine Wiese, wo man erst mal froh ist, nicht im Schnee stecken zu bleiben. 2012 war ich mal hier, aber da hatte es einen Defekt und der Lift lief nicht. Dazu blieb ich dann damals noch im der weißen Schei... stecken und brauchte lange, wieder zur Straße zurückzukehren. Erst der Halblech-Schlepplift besserte meine Laune an jenem Wintertag vor einem Jahr dann wieder auf. Nun – ein Defekt passierte am Samstag nicht – der Diesel schepperte laut und es war gut was los.
Die Kinder tobten sich aus und hatten schon den ganzen Schnee abgeräumt. Aber ich war ja nicht zum Skifahren hergekommen
DAS war der Grund meines Kommens!
Diesel-Kurzbügler was will man mehr!
Die Gehänge quietschten wie am Gipfellift in Mittenwald.
Da konnte ich den Unfall vom Vortag und die damit zusammenhängenden Scherereien ganz gut vergessen...
Einfach toll!
Von oben sah der Hang ganz nett aus, aber zwischendrin war es der reine Horror für den Skibelag.
Seitenblick.
Pistenaussichten in Ilgen...
Skifahren wie 1975...
Irgendwie urig...
Wenige Stellen fanden sich noch, wo man Ski fahren konnte.
Aber wegen diesem netten, alten Kurzbügler hatte es sich allemal gelohnt.
100 % Naturschnee...
Mensch, vor 20, 30 Jahren hat es solche Alpenrand- bzw. Voralpenlandschlepper an jeder Ecke gegeben. Alles urige Lifte, die nie wieder ihren Dieselmotor erklingen lassen werden...
Der Liftler schnupfte zwischendrin Tabak – gibt gleich 100 Punkte mehr auf der Schlepperkultskala
Auf die Liftfahrten freute ich mich – auf die Abfahrten eher nicht. Ich hätte mir besser nur eine 5er-Karte gekauft. (5,50 EUR)
So habe ich aber eine für Zehn erworben (8,50 EUR)
Der Ilgenlift ist schon wirklich urig. Den an der Brombergalm muss ich nun auch noch unbedingt fahren – der ist bestimmt nicht weniger...
Hier am Waldrand konnte man auch „Tiefschnee“-Fahren
Nun – auch wenn der Schnee hätte besser sein können – es waren ein paar schöne Stunden. Vor allem wollte ich die Gelegenheit beim Schopfe packen, denn nach dem nächsten Wärmeeinbruch kann man Skifahren in Ilgen und Buching wieder vergessen.
E N D E